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Die Familie von der Decken : in ihren verschiedenen Verhältnissen dargestellt
Entstehung
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II

alsüß, he dede einen Torner beropen binnen Stade und tochmit den Rudern nndc Volcke int Land tho Kedingen, da heöhrer ein diel finck, und schlag he öhrer ein diel, nnd bcdwanckse mit grotcr Macht."

Der Verfasser gedachter Ickistoria war höchst wahr-scheinlich Canonicns des St. Wilhadi-Stifts in -Bremen undalso in der Lage: zuverlässige Nachrichten zu sammeln, daherdenn auch dasjenige, was er als selbst erlebt etwa 1250bis 1307 berichtet, allgemein als feststehend angenommenwird.

Fast alle Schriftsteller haben nun aus jener kurzen Notizgefolgert in der That ihr ganz willkührlich hinzugesetzt,daß, als demnach der Erzbischof das Land Kehdingen mitHülfe der Ritter bewältigt, er dasselbe auch unter ihnen ver-theilt habe, wodurch denn nicht nur zuerst der Adel dorthingelangt, sondern zugleich die dortige Menge desselben zu er-klären sei.

Mushard, indem er sich auf Albert Kranz, Wolter undRenner beruft welche alle aber doch im Grunde nichtsAnderes und Mehres sagen konnten, als die fragliche Hi-storia ^rstnspissopornin, schließt sich vorzüglich jenerFolgerung oder Behauptung an. Er rechnet zu den Fami-lien, welche so in's Kehdingsche gekommen, namentlich dieFamilie v. d. Decken, wie er denn auch gerade an derenGenealogie seine betreffende Erzählung knüpft. Noch deut-licher spricht er sich in den solcher Genealogie vorangestelltenVersen aus, welche lauten:

Oseicsnios stianr I^sckinZia vista rsespitIntsr üonoratos noiülitats Viros.

()uas sit oriA'0 tanrsn Asntis, nes nornins sonstat,Nec Akcksae ant oJ-psi signa ckssora proüant.In galea sernis koliis rsvirssssrö truncum,

Listtlsriain sl^psi rnonstrat iina^o ckoniuin.

So hat das freche Land der Frisischen KedingenAuch diesem Edlen Stamm gezwungen Raum gegönnt;Des Herren Segen macht ihn grüne Blätter bringen.Daß man der Alten Ehr' an neuen Sprossen kennt.

Solcher ganz nnmotivirtcn Meinung über die Entste-hung des Adels im Lande Kehdingen sind denn nun auchbereitwillig und dona kicks n. a. gefolgt: Roth, in seinerungedrnckten Geographie der Herzogthümer Bremen lindVerden, 1718; der Verfasser des Artikels in Pratje's Alt.u. Neuem, B. I. paZ. 250; Kobbe, in seiner BremischenGeschichte; scheinbar selbst Lappenberg, in seiner Beschrei-bung von Lorich's Elbkarte, paz-. 26.

Nur v. Wersebe hat dagegen gerechte Bedenken erhoben(vick. Neues Vaterl. Archiv, Jahrg. 1830. B. II. paA. 91).

In der That wird aus Folgendem hervorgehen, daßdurch die fragliche Invasion das Land Kehdingen keines-weges zuerst in den Besitz eines Adels gelangt sein kann,wenigstens nicht in der umfassenden Maaße, wie behauptetwird.

1) Man findet kein Beispiel, daß die verschiedenen Er-oberungen der Marschen, wie des Stedinger Landes, Dith-marschen, später Wursteil, zur Folge gehabt hätten, daß dieEinwohner ausgetrieben oder ihre Privat-Bcsitzungen vonden Eroberern an sich gerissen worden wären. Es lag diesesnicht in dem Geiste und in der Politik der damaligen Zeit.Es wurde den Unterjochten sogar regelmäßig der größteTheil ihrer alten Freiheit und ihre demokratische Verfassunggelassen. In allen jenen Marschen haben deren Eroberungenkeinen neuen Adelstand begründet.

2) Wenn der Erzbischof die Höfe und Grundstücke derKchdingcr seinen Begleitern überlassen lind verliehen hätte,so würde das, dem damaligen Gebrauche gemäß, ohne Zweifeldoch nur zu Lehn und nach Lehnrccht geschehen sein, wogegenletztere gewiß auch nichts einzuwenden gehabt hätten, zu-frieden, ans so leichte und wohlfeile Art so werthvolleBesitzungen zu erlangen. Lehngüter erscheinen nun aber,wie bereits in der Einleitung bemerkt, im Ganzen wederfrüher noch später im Lande Kehdingen und die einzelnensich dort findenden Lehnsparcelen standen in keinem Cansal-nexns mit der Eroberung c;n., wie sie denn auch schon auseinem älteren Zeiträume originirten.

3) Wenn alle oder auch nur die meisten Güter in Keh-dingen unter die Ritter vertheilt worden wären, so würdendiese natürlich mehr oder weniger alle Gewalt jm Landeerlangt haben und es hätte von einem concurrirenden, auchnur einiger Maaßen namentlich politisch kräftigen undeinflußreichen Elemente durchaus nicht mehr die Rede seinkönnen. Nichtsdestoweniger findet man, daß schon 6 Jahrespäter, 1306, die Kehdinger sich von Neuem wie Ein Mannausständig erhoben. Es heißt darüber in der mehr erwähntenzuverlässigen Ilistoria ^rslnspissoporuin:

(ünn autsrn dvsolüertns in ultirno anno statissuas Z inorüo salsrcki st aliis inkirinitatiüus Aravarstur,st pro ninüa cksüilitate in onrru ckussrstur, Xsckin^i etüvininss ssptsrn parroelüarurn rcktra >Vllüain sonstituti<RI. sitaruin) ss d/sslüsrto opposnsrunt, nos potsrnntalic;no inocko per ipsum, nsgno per alios ack sonoorckiamst oüsckisntiain revosari. Ipso inaAnuiu sxsroituin son-ArsKavit auxilio ckusis Laxonias st ckneis cks Imns-üorsü st eoinituin Ilolsasie et ininistsrikckiuiu Lrsinsnsisssslssias. prosecksntss arinati contra prasckistosüoininss, ipsos in üslio cksvicsrnnt, plnriinos sx ipsisoosicksncko, alios eapioncko^ tsrrarn ckovastantss inoonckiisst rapinis.

?roptsr Iians stra^sin üoininuin kastain st üaseckainpna siscksm iliata, Il^seiüsrtus multuin ckoiuit, stinaAnain psnitsntiarn e^it, sieut illi cpri inorts sua pras-soutss acksrant, protsstantur."

l) Giselbert starb am 17. Nov. 1306 und nicht, wir Kobbe und Anderemeinen, 1307. (Lappcnberg, Brrm. Gcschichtsquellen.)

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