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Die Familie von der Decken : in ihren verschiedenen Verhältnissen dargestellt
Entstehung
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über die Nachfolger in ihren gedachten Lehen fernere "Nach-richten vorliegend)

Wenn übrigens HerewartHerr" genannt wird, sozeigt das an, daß er ein Ritter, inilos, war. Denn nurdiesen und den Geistlichen welche aber nicht lehnsfähigwaren wurde in alten Zeiten der TitelHerr" gegeben,in neueren auch den städtischen Rathsmitgliedern, insbeson-dere den Bürgermeistern.

Die Vornamen Herewart und Alverich trifft man späterin der Familie v. d. Decken nicht mehr an. Dieses ist ziemlich

Indessen scheint cs doch, als wenn sich nicht lange nachher die mäch-tige Familie v. Brobergen theilweise im Genusse derselben befunden hätte.Denn in dem Hoyacr Lchnsregistcr von circa 1280 heißt cs:

Her hinr. nnde vttc vogedc stadcn hcbbet von dem grruen dcvoghedyc in dem hone nn «ndc cnen Hof to bnstbsks in dem kcrspele loI-rmesteäs nnde dc hclftc in /Isirbrolrs to lanresteäs rnc halve houe.cn pllnd to bsäenerr en pnnd in bnl^storpe. Dat rychtr i»Xnäenver^Iis nnde twc wörde bescgct. äinsrvvtüeir cnc houe. Dc Wü-stlinge änrsns-r dat lengud in vnstbsire dat gnd in »iisirts myd allemcrechte ane de Irghede. In üsmins sevcn morghcn En hns to Irorne-bslre."

Die hier genannten Hinrich und Otto gehörten unzweifelhaft der Fa-milie v. Brobergen an, welche sich im erblichen Besitze der Vogtci von Stadcbefand. Beide erscheinen, gemeinschaftlich als Vögte oder aävocati, schon inUrkunden von 1255, 1257, 1258, 1262, 1265; Hcnricus allein 1264,Otto und sein Sohn Johannes 1284. Otto et Ooäotriäns, nävoeati,1272. äslrnnnes, aäv. 8tnä., 1294. äsknnnss cte Ralsteirlletli,näv. 8taä 1298. 9o. inilss, näv. 8taä.Ick Johannes, Riddcr, Vogedto Stade, 1364."

Seit den ältesten Zeilen bekleideten die v. Brobergen diese ansehnlicheritterliche Charge. Zu ihnen zählten die Vögte: Ricbcrt (Sohn des Alberichund der Nothburgis) um 1136 1142. (Hamb. Urk.-Buch. Lappcnbcrgfindet denselben auch als Zeugen in der Stiftungsurkundc des Stader Maricn-klosterS äs 1147. Indessen steht dortWeilern» aävosatns". Da Ricbertaber erst 1164 bei der großen Fluth ertrunken sein soll, so war Willcrusvielleicht sein Bruder, wie denn sehr häufig mehre Brüder oder Glieder derFamilie gleichzeitig als Advokaten auftreten.) Fridcricus, 1176, 1181, 1197,1261. GodofriduS (vermuthlich Friderici Bruder) 1186, 1188, 1261.Hinricns näv. st Ooäskriäus, Iraker es US 1264. Otto, 1221. Ooäe-irräus !«iv Otto, Iraker ssrrs, 1225, 1226. Ooäojreäu» aäv. 1228,1232. Otto aäv. st Iraker esns Ooäotriärrs 1236. Ooäoiriäns etOtto, aävocati, 1237. Osäokriäris, aäv, 1238, 1245.

Die Familie blieb bis etwa in die Mitte des 14. Jahrhunderts im Besitzeder Stader Vogtci, wo dieses Amt dort überhaupt erlosch. Zuletzt begegnenwir: 1312 äsüannes st Ootkriärrs, aävocati 8taä. (Pratjc, A. u. N.16. 132), 1319 Ritter Gottfried, aäv. Ltaä., und sein Sohn Gottfried(Vaters. Archiv äs 1857, pa^. 64), 1321Johan voghet van brughberge,Danel, sin Broder" (Sudcndorf), 1334 Gotfridus, aäv. 8kaä. (Theol.Vicrtclj.-Schrift von Lücke ic., Jahrg. 1852, xag:. 184), 1346 Ootkriärrs,Otto, Nsxno, Iniäerus, rtrig-nskiiius et Oiievslurräus kratrss äisti äskroebsrAiren, aävosati Ltaäsrrsss, kawrrli (Hoyacr Urk.-B., I. Kr. 94.95), 1346 Johann, Hinrich's Sohn, v. Brobergen. Vogt zu Stäbe (Urk. beiMushard, Lorelrolte). 1354 nennen sich die GebrüderGoddard undDaniel von Broghbcrgcn" nicht mehr Vögte, bezeichnen sich aber alsKhindeHerr Johann's von Broghbergen, deß Riddcrs, de daer was ecn Vogt thoStadc" (wahrscheinlich der eben vorstehend aufgeführte Johann). Viä. dircit. Theol. Viertclj.-Schr., paga 172.

llcbrigeus weiß Mushard erst i:m 1364 von einem v. Brobergen z»berichten.

erklärlich, da Persönlichkeiten, welche bestimmt zu selbigergehören, urkundlich erst 2 Jahrhunderte nachher um 1450 wieder auftreten (vergl. indessen Abschnitt II. dieser Ab-theilung) und zwar im Lande Kehdingeu.

Daß diese Familie aber abgesehen davon, daß, wieges agt, auch Alten-Deckeu eigentlich in solchem Lande liegtschon viel früher hier ansässig gewesen sein müsse, ist ausden laetis zu schließen, daß sie

1) wenigstens schon im 15. Jahrhunderte im Kehding-schen ungewöhnlich stark begütert war,

2) daß sie um selbige Zeit daselbst eines vorzüglichenAnsehens vor dem andern Adel genoß (vergl. Abthcil. 2.Abschnitt I. ß 4 in lins) und daß insbesondere

3) der Erzbischof Christoph in der Urkunde cks 1516ausdrücklich sagt, daß die Deckensin unfeine Stifte Bre-men und besundern in unfeine Lande tho Kedinge van lan-gen olden erflaten Jaren her hebben geseten". Diesesvan langen olden erflaten Jaren her" soll aber doch offenbarso viel heißen wieschon vor langen verflossenen Jahren"odervor unvordenklicher Zeit".

Wenn nun, wie behauptet worden ist, anno 1300, alsobald nach dem Erscheinen des Herewart und Alverich, derErzbischof Gieselbcrt mit Hülfe vieler Ritter das Land Keh-dingeu eingenommen, dasselbe großen Theiles zum Lohne ansolche Ritter verschenkt hätte und solchergestalt der zahlreicheAdel dort entstanden wäre, so läge allerdings die Annahmesehr nahe, daß bei der Gelegenheit auch die Familie v. d. Deckenund namentlich die nächste Nachkommenschaft obiger v. Deca'szuerst in's Kehdingsche gelangt sei.

Man möge mir daher verstatten, dieses Ereigniß etwasnäher in's Auge zu fassen.

Z2.

Daß dasselbe, d. h. die Eroberung an sich, wirklich,und zwar allen Umständen nach im Jahre 1300, Statt ge-funden hat, daran ist nicht zu zweifeln, obgleich sich nur eineinziges Zeugniß dafür findet, ein Zeugniß jedoch, welches,weil es von einem Zeitgenossen herrührt, völlig unverdächtigund glaubwürdig erscheint. Solches ist enthalten in der s. g.Uistoria ^.reknepiseopornin Lrsinensinin (abgedruckt beiLindenbrog, neuerlich berichtigt in denGeschichtsquellen desErzstifts Bremen" von Lappenberg). Daselbst heißt es:Ists 0rs /soU>srtus I^sckinAos, qni ss Hilckslzolcko anteinortein snarn opposnernnt, eonvoeatis iniiititzns st In-nnckis in Ktackio ack tornsainentnin, enin csws .cka.in snirtiii-täte, cksvioit (al. cketinnit). Terrain ipsornin onin siscksininilitilins intrans ipsos potenter snizjuAavit, cswosckainoapisncko, et alios oeeickencko."

Dieses übersetzt Renner in seiner Chronik (1580), inwelcher er überhaupt hinsichtlich des betreffenden Zeitraumesjene Uistoria fast wörtlich abschreibt, folgender Maaßen:

Düße (4issU>srtus bedwanck de Kedingers behendlicken