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Folge 5 (1885)
Entstehung
Seite
403
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Daß mein lieber Bruder seit 1734 bis dahin in denen vielen Kriegen auch vieleStrapazen ausgestanden und erlitten, den Körper geschwächct, ist handgreiflich. Gottlabe und crgnickc Euch davor. Mein liebster Bruder weiß seine Strapazen »nd ichfühle meine getragene Last, worunter als ein Wurm mich bis dahin habe schmiege»und biegen müssen.

Ich bin nun ganz einsam und als von allen christl. Seelen verlassen: meineKinder sind mit ihren Geschäften in Dillenbnrg wohnhaft?c.

Des Mannheimer Bruders Schicksal soll seine Frau, welche sein .... sein will,schuld sein, deshalb sie ihn zum Narren deklarirt, dahin gebracht, daß er zu Weinhcimim Kloster ist. Das verdrießt die in Sachsen, deshalb 'sie allda ans Bruders Erlösunggehostet, ihr das Seinigc nicht gerne senden wollen, so sie doch darzn gebracht. MeinSohn ist in seiner Angelegenheit den Sommer zu Mannheim gewesen, wo er dennmit der Schwägerin den Bruder besucht, der ihn so verständig gefunden, als zuwünschen, jedoch nicht ein Wort allcine mit ihm reden können, so gerne er gewollt,auch ohne ihre Gegenwart niemand zu ihm darf; er heiß! sie nicht Fr , sondernUackams.

Die Stiefmutter und ihre Schwester General Nodenhausen leben beide noch inMainz. Der Dokt. Langen hat's in Dillenbnrg nach erhaltenem Wctzlarschen llrthcil,daß sie Zcppcnfcld eine Ve Stunde von hier allda vom scl. v. Seelbach nach seinemTod mit . . ererbtes Gut bei der Dillenb. Kammer wegen aufge-nommener Gelder, wovor sie Leib und Seel verschreiben müssen, auch mm zum Kaufangeboten, worauf ihr sechzigtansend fl. bereits geboten, Or. Lange in Sicherheit gesetzt,nicht verkaufen zu können, bis er vor den Königsbergcr Bruder bezahlt. DieMannheimer Schwägerin prozcßt auch in Dillenbnrg mit ihr, fordert laut unterschriebenEhepakten, dicwcil sie ihren Mann als toll ansehen müsse, auch von Zeppenfeld1V MV fl. und 2000 laut unterschriebener Obligation, Summa Schuld über Schuld.Hierzu kommet Unglück. Ihr ältester Sohne, Mcntzer Hauptmann v. Kattenberg,welcher diesen Sammer, um den Kauf zu stände zu bringen, sich zu Zeppenfeldmcistl. aufgehalten, läßt backen, woüber dessen Wohnhans mit 440 Mestc Frucht und4L Wagen Heu und Grummet in Rauch aufgegangen, alles andere hat er gcrettbekommen, muß sich nun in seines Jägers stehengebliebenem Hanse zu wohnen bchclfen,bis er sieht, wie er's aoeorä wird mit denen Lrseiiwrs; er ist ein artiger Mensch,kommet oft zum Besuch, wir trädiren uns wie Fremde. Schließlich muß Euch, liebeFrau Schwester und Jugend, welche in Gedanken küsse, der Obhut Gottes befehlen,bitte mich und die Meinige zu Genadcn einzugedcnken, denn ich bis in die Gruft bleibenwerde meines gcliebtesten Bruders ergebenste Schwester und DienerinEichen, 7. 8br. 4766. v. ^.ulssm.

Aus der sächsischen Reise wird vor Euch dieses Jahr nichts werden.

Herzallerliebster Bruder! Ich bin in meiner Hcrausreise in Weinheim gewesen,ließ mich beim Bruder melden, konnte aber nicht ohne seine Frau zu ihm kommen,mithin mußte zu ihr ans Mannheim, allwo sie mich zwar höflich empfing und beiihr zu logiren sie mich bäte, welches aber nicht annahm, jedoch 2 Malen bei ihrgegessen, und berede, daß sie mich ihn sehen zu können verschaffte, wozu sie den 3. TagrsKolvirst und Post nahm, mich hin zu bringen. Als wir uns melden ließen durch diePaters, welche sich ansbatcn, erstlich seine Stube auskehren zu dürfen, denn der Bruderin einem elenden Zelt logiret ist. Als das geschehen, kam ein Pater, sagte, L. lZberstsinhätte gesaget, es sollte ihm lieb sein, uns zu sehen. Seine Frau, ich und der Hr. Paterwir gingen zu ihm, denn sie .... ., daß sie allein zu ihm zu gehen nicht getranetc,vorgebend, er wäre ein Narr. Als sie an die Thür klopfetc, riegelte er inwendig ans,sie trat in's Kammerche, sagte sie: „lieber Mann, hier bring ich Dir Deine FrauSchwester, die will Dich sehen." Er versetzte mit Abhaltung seiner Kapp in der Hand,„es ist mir lieb, sie zu sehen, aber illa.cka.ms, was unterstehen Sic sich, zu mir zukommen, habe ich's Ihnen nicht gcsaget, als Sie das erste Mal kommen, daß Sienicht unterstehen sollten, zu mir zu kommen, Sic sind an allem schuld und gehen Siemir von meinen Augen weg, che Ihnen mehr sagen muß, das Ihnen nicht angenehmist." Sie versetzte: „Mein Gott, Eberstein, wie redet Ihr, Ihr seid mein lieberMann, Deine Kinder sind noch gesund zc." Er gab zur Antwort: „Was sagen Sie,Ihr Mann bin ich nicht, retirircn Sie Sich." Sie sagte: „Sind wir nicht chhaftgetrauet worden, haben wir nicht 2 Kinder." Er sagte: „Geh Sic nur, oder ich zeigees Ihr." Mit einem Wort, er kam so in Zorn, daß ob er gleich wohl als ein Täterverhungert und vor elender kümmerlicher, ausgezehrter Körper, der kein Blutstropfenin sich ansehend aussieht, erboste so über sie, daß er zitterte, und ob ich zwar winkte,

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