des Projektes des Regienmgs- und Nauraths Wurffbain zur Ausführung.Moriz wurde in den Vorstand gewählt und Wurffbain nutzte seine eifrige Hin-gabe au die Sache und seine thätige Mithülfe voll aus; zu öfteren Malen über-trug der königliche Kommissar seine Vollmacht auf Moriz behufs Abhaltung vonTerminen zur Verhandlung mit verschiedenen Gemeinden. Der Name „Frhr.v. Eberstein" ist. in Erz gegossen, an den Gedenktafeln der großen Grnnd-Entlnstnngs-Schleuse am Ausflüsse des Fluth-Entlastnngs-Kanals ans derUnstrut unterhalb Bretleben zu lesen.
Während dieser Zeit verursachte Morizen viel Arbeit die Regelung derwüsten kommunalen Verhältnisse (s. oben S. 115), zu welcher ihn der Kreis-landrath mit den Worten antrieb: Sie müssen Sich aber darauf gefaßt machen,in ein Wespennest zu stechen!" Durch die thatkräftige, initiative Unterstützungdes weitsichtigen Regierungspräsidenten v. Wcdcll, sowie durch Bcirath seitensdes ihm befreundeten tüchtigsten preußischen Landraths des NachbarkreisesEckardsberga und Vorsitzenden der thüringischen Ritterschaft v. Münchhausenwurden indessen durchgreifende, die Abstellung der Übclständc bewirkende Maß-regeln getroffen.
Da der Neubau der uralten, lange vor 1309 erbauten Kirche zu Gehofcn(lW. GeHofen wird unter dem Namen Hot'rm schon in dem lRavisrium Si.ImUU unter den Schenkungen Pipin's an die Abtei Hcrsfcld aufgeführt) bereitsim vorigen Jahrhundert vcntilirt worden war, und da die geistlichen Behördendie Angelegenheit nicht länger mehr hinzögern lassen wollten, so reichte Moriz im I.1857 der k. Regierung in Merseburg einen Entwurf zu einer in rein gothischcmStyle massiv in Ncbracr Sandstein zu erbauenden Kirche ein. Diesen schönen^später in den Jahren 1866 bis 1868 zur wirklichen, dem ganzen Unstrutthalczur Zierde gereichenden Ausführung gekommenen Entwurf war er so glücklichdurch die innige Freundschaft zu erlangen, welche ihn mit dem Architekten Sr.Majestät des Königs Geh. Ober-Baurath Stülcr verband. Aber nicht etwaerbat er sich solchen von dem berühmtesten Kirchcnbaumeister des Jahrhunderts,sondern Stüler erbot sich aus freien Stücken und in zuvorkommendster Weisezur Anfertigung, nahm es sogar übel, daß Moriz bereits mit dem später durchseine mit Ende in Berlin ausgeführten Bauten bekannt gewordenen damaligenBauführer Böckmann in Unterhandlung getreten und denselben dazu gewonnenhatte. Stüler beauftragte zunächst dm damals für ihn die Restanration desPortals der Schnlpforta leitenden Bauführer Ende mit den Vorarbeiten derAufnahme der alten Kirche und des Sitnationsplanes. Da indessen Ende in-folge einer Mahnung der Akademie, um ein als Preis gewonnenes Ncisc-stipcndium nicht verfallen zn lassen, nach Italien reisen mußte, so beauftragtemit jenen Vorarbeiten Stülcr nunmehr den jetzigen Ober-Hofbaurath Persius(den Vollender der Burg Hohenzollern), der dann auch später im I. 1858 denAnschlag fertigte. Nach, dem am 1. Febr. 1859 begonnenen Abbruche der altenKirche, Aushebung der Überreste mehrerer Eberstcinischer Vorfahren (Philipp's,des ersten Erwerbers von GeHofen, des Feldmarschalls Ernst Albrccht undseiner Gemahlin, des Domherrn Anton Albrecht n. a.) aus den unter demMittelgange der Kirche bzw. in einem besonderen Angebäude gelegenen Grab-gewölben und nach Einebnung des die Kirche umgebenden alten Begräbnis-platzes erbaute Moriz zunächst eine Jnterimskirche und brachte in diesernicht nur das schöne von Anton Albrecht v. Eberstein und seiner Gemahlingeb. v. Rössing gestiftete, leider aber in Noccoccostyl reich ausgeführte große und55 Fuß hohe Altarstück und die alten Denkmäler unter, sondern versah dieselbeauch wieder mit einer aus der alten vandalcnhaft zerstückelt gewesenen großenOrgel durch einen geschickten Orgelbauer hergestellten kleineren, aber für den Zweckausreichenden Orgel. Vierzehn Tage vor Ostern konnte bereits in dieser Jnterims-kirche Gottesdienst abgehalten und zum Palmsonntag die Konfirmationvorgenommen werden, nachdem erst am 2. März mit dem Abbruche der Kirchebegonnen worden war.