Everwin I. von Deckenbrock,
Sohn Johann's III., Droste des Domcapitels,1326—1351.
Everwin war der jüngste von Johann's Söhnen. Dajedoch der älteste Bruder Bernhard, wie es scheint, inder Kindheit starb, die beiden Brüder Wessel und Hein-rich in den geistlichen Stand traten, so betrachtete lanEverwin schon früh als den Nachfolger seines Vaters inden Gütern und im Droslenamle. Daher erklärt es S 'cli,dass er in den Urkunden seinen Familiennamen „vonDeckenbrock" gar nicht mehr führt, sondern sich nurEverwinus dictus Drozethe schreibt, und warum geradeer mehr als seine ältern Brüder von seinem Vater zuallen wichtigem Verhandlungen zugezogen wird und mitihm die Urkunden untersiegelt. Ohne seinen Vater, während derselbe noch am Leben war, habe ich ihn, undzwar als Zeuge, nur in zwei Urkunden angetroffen, näm-lich 1334, als Hermann von Schonebeck dem JohannRode das Gut Weling im Kspl. Nienberge verkäuft, und1339, als der Knappe Hermann Wale dem Bürger Schon-clove das grosse Haus zu Rinckhofcn im K'Spl. Senden-horst überträgt.
Weil wahrscheinlich der Vater Johann bereits imFrühling 1349 von der damals schon herrschenden Pesthingerafft wurde, sein Sohn Everwin aber auch das Endeder Seuche nicht erlebte, da seine Frau Hadwig bereitsim Frühling 1331 als Wittwe auftritt, so ist der Zeitraum,in welchem er die Güter besessen, nur ein sehr kurzer.Glücklicher Weise sind von den Urkunden, welche erin diesem kurzen Zeiträume ausgestellt, zwei, für Genea-logie und Localgeschichte wichtige, bis auf uns gekom-men. 1349 verkauft er nämlich dem Domcantor Jobannv. Sykenbeeke eine Rente von 4 Schillingen aus seinen