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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
3515-3516
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zzi; Land-und Haus-Wirtschi

fleißig aus baß Gewächs-Haus, und die darin-nen befindliche Räume und Gewächse sehen,damit/ wo etwan an einem oder dem andernSchaden entstehet, solchem ben Zeiten wiedergeholffen werden möge. Damit sie auch nichterfrieren, muß man bey kaltem Wetter einhei;en> und dahero eine Schüssel voll Wasser da-bey setzen, wenn solches stieret, so ist es Zeiteinzuheiken. Boy einfallendem WindenThau-Wetter aber kan man am Tage etwandrey oder vier Stunden die Fenster öffnen, da-mit frische Lufft hinein gehe. Wenn noch eini-ge Gewächse das Beai-ssen nöthig haben, kannian mit lauem Wasser die Erde nur ein we-nig, doch unberührt den Stamm und Zweige,benetzen oder kan Schnee darzu legen. WenndieNelcken-Stöcke oder andere Gewächse niitrauhem Schimmel überzogen, soll man densel-ben bald wegmachen, weil sie sonsten leichteverderben. Man kan auch noch die Blumen-Saamen vollends ans- und reine machen, und«n gehörigen Orten verwahren.

In den Rücken-Garten maa man nun gu-te Erde und den benöthigten Dünger anfüh-ren- Um den Advent kan man noch, wenn dasWetter dazu tauglich, Kresse und Petersiliesäen, damit man solche im nächsten Frühlingbey Zeiten haben könne. Gleicher Gestalt ver-pflantzet man noch, da es die Witterung zuläs-set, allerley Wurtzeln, um im nächsten JahreSaat und Saamen davon zu haben. Manmuß auch in dem Keller fleißig nach den einge-setzten Garten-Gewachsen sehen, was zu faulenansänget, ausnehmen, reinigen, und nach undnach in der Küche verbrauchen, oder auch zumTheil wieder anders lege«. Wenn zuwei-len gelindes Wetter ist, soll man dieLufft--cher im Keller öffnen, daß frische Lufft hineinZehe. So muß man auch denen Mäusen, daderen vorhanden, fleißig wehren. In diesemMonat blühet die Christ-Wurtzel oder schwartzeNieß-Wurtzel, und auch noch zu Zeiten dieRingel -Blumen und Vorragen. Im übrigenkan man nun allerley Garten-Zeug, was etwanmangelt, einkauffen, ausschleiffen und verbes-sern lassen.

Indem Obst Garten muß man dasjenige,was bey Aushau- und Ausrüstung der Bäumein dem vorigen Monat zurück geblieben, nunvollends vernchtm. Wenn die Hasen in denBaum -Garten kommen können, soll man diejungen Baume, wie bereits im vorhergehen-den Monat gedacht, so wohl vor denselben, alsvor der Kälte noch wohl verwahren. DenenBäumen, welche sonsten nicht feuchte stehen,kan man nun Schnee beyschlagen, wenn vor-her» der Rasen umher geöffnet, und ein we-nig guter Baum-Mist darauf gestreuet wor-den ; doch muß es im Februaris und Martiohinaus, wenn der Schnee zergangen ist, wie-«er geebnet werden. Jetzt pfleget man auch«och die Gruben in denen Gärten zu machen,worein man die Wildlinge im Frühling einse-hen will. Sie werden drey Schuh breit, unddrey Schuh tieff gemachet, und zwey Schuhtieffmit guter Gassen-Erve, Wien, Hvltz und

ffts-CiUenders, December. ^

ausgepreßten Obst-Träbern, so mans hatTm,- .!?ter einander gemenget, angefüllet. In diesem - 'und folgenden zwe» oder drey Monaten mußman sonderlich die Raupen-Nester, und das Äüberbliebene noch an denen Aesten hänaendeLaub von denen Bäumen abzunehmen geflissenseyn. Man soll aber auch solches Laub fleißigzusammen rechen, und, w-is von den Raupen > !beschm-'isset, entweder stracks verbrennen, oderins Wasser werffen, das andere kan man zum .ÄUnterstreuen gebrauchen; ja, welches recht )sauber und trocken zusammen kommen, dienet 'den Ziegen und Böcken auch des Winterszur Nahrung. Bäume, so rom Alterthum odersonsten mooflz sind, kan man auch noch beyfeuchtem und nicht allzu kaltem Wetter gehö- ^'ria abschaben und säubern. Im übrigen mußman noch immer derKern-Sammlung von al- > 'lcrle» gutem und edlen Winter-Obst ingedenck ,M!verbleiben, und solche an einem temperirten Wund lufftigen Ott wshl verwahren. W«>

In den Weinbergen und Wein-Gär-tei7 mag man, wo es noch nicht geschehen, bey ioffenem Welter misten vud sencken. Bey DrFrost - Wetter aber die Pfähle schärffen oher >Msviken, auch den Abgang mit neuen ersetze». «DSo können auch den Winter durch, ehe der MilSchnitt in den hohen oder ungedeckten Kebir- Mgen angehet, die Steine aelesen und ansaetra- Klüiigen werden: Weilen die Mäuse, Iltisse, Ham-ster, Wiesel und anderes Ungeziefer sich dar- Munter aufzuhalten, und den Weinbergen grossenSchaden zu thun pfleaen. .x

In den Wäldern und Holyungen wirdnun das Bau-How am besten in diesem Mo- K?nat gefället, sonderlich, wenn der Mond un- M.ter der Erden ist, zwcy oder drey Tage vor dem ^neuen Licht, denn es soll dasselbe von keinemWurm angeariffen werden, sondern allezeit be-ständig bleiben. So soll auch nun ein guterund vorsichtiger Hauswirt alle sein Brenn-Holtz, ds er das gantze Jahr hindurch anClaffter-Scheiten und Busch - Holtz für sein ..."Haus bedarff, zu recht hauen, und nach und ^nach an gelegenen Tagen, wenn der Erdboden 'fein hart gefroren, einführen, auch ein iedes, ^nachdem er es zum Einheitze», Braten, Fisch- 'sieden, Brauen Backen und Kochen bedarf, /spalten, und an seinen besondern Ort legen las-sen, damit man nach Nothdurfft dazu gehen,da- 'Mlvon nehmen und gebrauchen könne. Da» bc-nöthigte Schirr-Holtz kan man noch nachNothdurffc in Vorrath hauen und anführenlassen. Mist,

Acy der Viek-Zucht muß man, falls es M««noch nicht geschehen, nunvorallen dieStällevor derÄälte wohl verwahren, und sonderlichalle Löcher und Ritzen derselben mit Moos,

Stroh oder Heu verstvpffen und vermachen,damit das Vieh den Winter über fein warmstehe; so auch gleichfalls bey den Pferden wohlzu beobachten. So soll man auch nun ^emVieh insgemein zu rechter Zeit ausmisten, und 'H,,demselben reine Streue, wie sichs gehört und M/"gewöhnlich ist, machen; insonderheit muß man ^den Schweinen, wenn es sehr kalt ist, viel

Streu