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Land- und Haus - Wirtschaffts-
Calender/
Worinnen alles und jedes, was ein fleißiger und sorgfaltigerHaushalter das gantzeJahr über, durch alle Monate, sowohl auf seinen Feldern und Wiesen,in Gärsten, Weinbergen und Waldern, bey denen Pferden, Rind- Schwein- Schaaf.und Feder-Vieh, ingleichen bey denenBienen, Teichen und wilden Fischereyen,Jagd-und Weidwerck, als auch zu Hause und sonsten durchgehends zu verrich-ten und zu beobachten hat, in möglicher Ordnung und Kürtze vorgestellet wird.Es ist aber hrerbey folgendes zu erinnern, l) daß man in diesem Calender, umder Gewohnheit willen, die gemeinen und offt irrigen alten Calender-Grund-Satze beybehalten, die aber in dem Buch selbsten hier und da verbessert wor-den. 2) Daß man bey diesem Calender die Landeö-Arten unterscheiden müsse,und daher nickt alles allenthalben brauchen und anbringen könne. Denn esist hier allein, oder doch sonderlich auf das hiesigeOber-Sachsische Clima ge.sehen worden. ?) Daß ein Wirt sich in der Calender-Wissenschaft sonst einwenig umsehen müsse, da>,u er denn den immerwährenden Frauenzimmer-Ca-lender, der in drey Theilen zu Erfurt bey Funcken herausgekommen, garwohlbrauchen kan.
Was im Ianuario oder im Ienner zu thun und in Achtzu nehmen.
Felde, zuvörderst soll man diesen gan«H zen Monat über, so viel die Zeit und^ Wetter zulässet, den Dünger aufdieFelder und Wiesen führen, und auf Haussen schla-ge«, sonderlich wo es gebräuchlich auf dieGersten Aecker, auch Kraut- Rüben- und an-dere Lander. Der annoch unverwesete Mist,svnoch strohhafftig, ist ietzv am besten und nütz-lichsten auszuiühren: Denn dem bereits verwe-selen und wohl verftulten ist dieKälte schablich,o!s welche demjelben den besten Saft ausziehet.Man muß auch sowohl in diesem Monat, alsden gantzen Winter durch, auf die Felder wohlAcht haben, wo das Schnee. Wasser sich zusam-men setzet und nicht fort kau, aufdaß es von der
Sommer-warmen Wasser am Rande der Ge-schirre etwas die Erde befeuchten, doch ohneBerührung des Staines und der Zweige, son-derlich die Pomeraritzen - und Citronen-Bäu-me, wenn das Laub daran welck und weich an-zugreissen, so ist es Zeit, daß man sie begiesse,weil den Citronen das Laub im Winter gerneabfallet: das Wasser soll man mit Wein, odermit Wasser, darinnen frisch Fleisch gelegen hat,vermischen, und den Bäumen am Rande derGeschirre die Erde befeuchten, auch sonsten alleIndianische Bäume, so imWnlter zuweilen ihrLaub abfallen lassen, begiessen, und wenn etwanein gelinder Taa ist, einige Fenster und Thürenoffnen, damit frische L»sit zu denen GewSch-
Saar, die ionst dadurch erstickt wird, abgeleitet, ^ sen kommen könne. Min tan auch in diesemrdcrdurch vorher darzu gemachte Gräben oder Monat Anemonen und Ranunckein xflanken.geackerte Furchen ausgeführet werde. Wenn Ein Lust- oder Blumen Gärtner, weil er noches der Kalte halber seyn mag, kan man allge- nichts sonderliches vorzunehmen weiß, kan inmach die Gräben und Wasser-Leitungen in den der Stube allerhand kleine Pfähle undStad-Wieicn räumen und ausputzen. Item, die lein schnitzen.dte NelÄen und andere GewächseWege bessern; auch die Gehege und Zäune aus-, daran zu binden, auch die VIumen-Saamen,räumen, befestige» und ergänken. ! die noch nicht ausgemacht find, vollends aus-
Im Luft oderZZlumen-Garren, ist wegen machen und verwahrender kalten Winters-Zeitin diesem Monat noch > In denRüchei, -Garten hll man gleichfallsüichls sonderliches fürzunehmen, als daß man «guten fetten Düngerführen, und zusammennach denen Gewächien, so im Pomerantzen-' häussen,damit man sodenn denselben gegen denoder Gewächs-Hause stehen, fleißig siehet, ob! Frühling bey Zeilen ausbreiten und vertheilen
ein und andere Schaden bekommen, «der obd enselben das Begiessen nöthig, oder auch, obdie zarten Gewächse, als Nelckcn und derglei-chen Mit Schimmel überzogen, als welches ge-meiniglich geschiehet, wenn sie zu feucht in dasWinter - Haus gebracht werden z solche nunmuß man fleißig davon reinigen und säubern.Den Gewachsen, so es deiivthMt/ kan man nm
könne. Man tan einige Gefäffe mit Kresse, La-etucke, Radiesen :c. besäen, selbige bey gutemWetter an die Sonne stellen, und wenn es kalt,wieder in das Gewächs-Haus bringen. Wen»es gelinde Wetter ist, kan man ein oder mehrverlohrne Mist-Bete ,ünff Schuh tief in dieErde graben, und fünssSchuh bre-t machen, sol-che mit Mein frischem Pferde -Mist ausfüllen,
und