Druckschrift 
2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
3315-3316
Einzelbild herunterladen
 

zzi; -Zackern Zäumen

ches,n>ennes ein wenig erkaltet/ dem kranckenHunde ein.

Aackem, Heisset an etlichen Orten dieFur-Z chen, Raine und Steine zwischen den Ae-e-ern einpflügen, Zberhäuffelnoder verdecke».Dem Nachbar seinen Acker Ab,ackern. keisset,von demselben etwas abPflügen'. Jackeru nen-net !.<«» auch einen sehr steifen »nb kurtzenTrapp bey den kleinen Pferden.

Zäckgen, werden die kleinen runden Can-ten und zugespitzten Ränder genennet / wo-mit das Frauenzimmer gemeiniglich Hals-Tücher, Schürften, Ermel, Manschetten unddergleichen weisse Sachen rings herum an denRändern zu besetzen pfleget. Wenn mandas Tuch, Taffet, Flohr u. l f. gerne Bo-genweise also nuszieren will, daß dergleicheneben das Ansehen gewinnet, als waren amRande herum eine gleiche Art von Jäckgenqeseket, so vfleqet man diese mit einem sau-ber auszezäckten scharffen Eisen dahinein zuschlagen uns selbiges auf diese Art auszuzä-eken, welches Instrument daher auch Zack-tLlsen Heisset.

Zamel, Zämer, ist das Schwang Stücke aneinem ausaeschlachteten Rinde, wo das Eis-Vein oder das Bug - Stücke daran ist. Manmuh das nicht verwechseln mit dem sogenann-ten braunen Zäniel, weil es nicht so kcumichtals wie dasselbe, den» selbiges ist aus VerdickenKeule das rechte krumichte Fleisch.

Zapfen, Zäpffgen stecke», Heisset dasje-nige äusserliche Mittel, welches man beyhartleibig seyn, oder der Verstopssung ge-brauchet, indem nemlich aus Seiffen und510mg oder andern? lind machenden Zeugeei» Iäpflein in der Grösse eines kleinen Fin-ders formiret, und in den Mast-Darm ge-stoben wird, welches alsdemi den Stuhl-ganz erreget und befördert.

Zarten, Heisset die junge Brüt der Zanteroder See - pärsche, welche einige zu mari-niren oder in Saltz-Wasser einzulegen pfle-gen.

Zäumen, Heisset eigentlich einem Pferde denZaum anlegen, verinittelst dessen es der Renterin Gehorsam erhalten, und, nach seinemWillenund Gefallen, regieren kan- Wenn ein jungesPferd hierzu angewöhnet werde» soll,muß manvorher» dessen Maul auswendig und inwendigbesichtigen, ob es tieff oder seicht, weit odereng sey? Wie der Canal, die Haaken, Ladenoder Buhlerund Zunge beschaffen seyn: Da-mit man sehe, ob esein grosses/ weitesoder en-ycs Mundstück, viel oder wenig Eisen, ganfte,halbe oder gar keine Freyheit bensrhiget; manhat ferner das Kinn, dieGanachen, den Hals,Nacken und die Brnst zu betrachten, um zu er-fahren ! Ob die Stangen lang oder kurk, gerad'der geschweisst, viel oder wenig vorgeschossen,hart, mittelmäßig ode? gelinde seyn müsse»?

s ist geschwind zu sehen,wenn man dem Pferd'.in paar Probier-Stangen aufleget, (die manz»iig und knrtz, gerad und krumm, auch nachBelieben ei» Mundstuck ans-und ein anderes

Zäumen zzi6

hinein schrauben kan), was ein Pferd vor eineZäumung erfordere, welches absonderlich de-nenjenigen eine» auten Behuff giebt, welchederFundamental-Zaumung nicht gar mächtigsind, die können denn jolche aufesn Papier le-gen, dieselbige darnach leicht abzeichnen,undden Sporer verfertigen lassen. Insgemeingewöhnet man diejunaen und erst aufgestelltenPferde an die aemeinen Hohl-Bisse oder ge-schlossene Mundstücke, welche gedachter Massennach des Mundes Eigenschafft und Beschaffen-heit eingerichtet, und vorher an andern Pfer-den gebraucht seyn müssen, damit sie sein ge-werbig und gänae sevn, und sich der Geschmackuud Geruch vom Verzinnen verlohren habe.Denen jungen Pferden muß die Freyheit derAunaen anfangs nichtgelassen werden, bis derKopffwohl steht, und dasPferd in eine gute Po-situr gerichtet ist. DieStaugen-Zugel müssenim Anfang nur ein wenig angezogen und sachtegeführet werden, damit man dem jungen Roßdas Maul nicht verderbe noch zerreisse. DasMundstück muß beyderseits gleich hangen, und,damit es die Haaken nicht berühre, einen qverenFinger über die Haake» gegürtet werden. DieArbeit an solchen Mundstücken muß sauber,glatt und gleich, und nicht ein Theil dicker,schärsser, unebener, grosser oder kleiner, als derandere seyn. Die Kinn-Kette, oder, wie sie vonandern genennet wird, der Kinn-Reif, muß we-der zu weit, »och zu eng eingelegt seyn, den» injenem Fall schlottert das Gebiß, und die Stan-gen ziehen sich dem Pferde nach der Brust, da essich denn, wenn es durchgehen will, übel haltenlässet; diesen Falles aber wird das Mundstückim Maüle starr, und das Maul über die Gebüh-re eingezogen, daß das Pferd solches nicht wohlregen kan. Der Kehl Riemen soll ziemlich weiteingethan, und das Nasen-Band oder der Rie-men über die Nase fest zngegürtet werden. Alsosoll man die junaen, und neu-aufgestelitenPser-de, alle Tage um die andereNachmittag-Siun-de auSzäumen, im Stande umkehren, rein ab-streichen, kämmen, und damit der Zaum amKorff frey sey, den Kappen-Zaum^oder diedarzu mit FleiK gemachte Halffter, über denZaum anlegend Den Kappen . Zaum, wennman sich dessen bedienet, muß man über denNasen-Knorpel gürten. Der muß nicht zuweit noch zu eng seyn, wenn man das Pferd so-wohl beqvem regieren, als vorseyn will, daß esnicht wund werde. Man muß auch den Kap-pen-Zaum nicht zu hoch gürten, weil er soustenkeine Dienstethut, noch zu niedrig, weil es so-denn dem Pferde am Athemholen verhinderlichist. Die Stangen-Zügel soll man obgedachterMassen ein wenig anziehen, oben aufdem Ru-cken, an dem Gurt, über die Decke anmachen,uud das Roß auf diese Art aufgezäumet undhalb gerüstet über eine Stunde stehen lassen;damit es auch das Mundstück gerne annehme,und daran kauen und arbeiten lerne, soll manihm offt Saltz mit Haber vermenget in dasMaul geben. Endlich ist beym Zäumen nochendes zu betrachten: Einem Pferd, so ei-laugen und dünnenHals hat, gebühren kur-ze,