Land- und Haus- Wirtschaffts-Calenders, December.
s-treueinwerffen, damit sie sich wohl dareinm'ihlen und warm liegen könne». Dem Rind-Mk kan man nun geschnittenes Haber, und« rsl-vder Roggen -Stroh geben, und etwas«ongeschnittenem Heu-Futter darunter mi-ssen; wenn man es bat, kan man noch etwasUn-gesianipffle Rüben und schlechtes Kraulmu thun. Was man vom Rind Vieh n-a-S n will, de>n wird noch überdieß ein wenig gu-k-zHeu, und wer es hat, auch Wein-Garr-Wipffel darnach gegeben, und zuwe-len eineAnd voll Salk aus die Fütterung aestreuet.
Zeaen Kälber Kühen pfleget man Grummet«der süsses Heu, denen Kalbern aber kurtzesarünes Heu zu geben. Sonireniffzu merckcn,daß nun das Vieh insgemein, sonderlich bey-r-sser Kalte fleißig >u warte», und mit Futterund Nahrung wohl zu versehen ist- Von die-sem -Monat an, bis Tag und Nacht im nächstenzrühling gleich werden, lässet man die Schwei-iiesich mit dem Eber belauffen, so werffen.lienachnials imSommer,vder auch schon im Früh-ling, welches die besten Würffe »nd. Denenßchaafen pfleget man in dieiem Monat weis-st Lrlen-Laub vorzulegen; welche nun nichtdavon essen wollen, sind vor ungesund zu haltenmd zu verkauffen, weilen sie schwerlich denWmtcr überleben werden. Man kan auch dasandere Laub, so man vor die Schaafeeinge-sammler, denselben nunmehr» vorlegen.
Bey der Pferde-Zucht insonderheit sollman nun den Pferden gut Futter geben, undiveim e« gefroren und glatt oder schlüpfferigworden, denen selben die Eisen fleißig schärffen,oder scharffe Nägel aufschlagen, damit sie,wenniie ftarckziehen, oder sonst gehen und lausten sol-len, nicht fallen und Schaden nehmen. Dieträchtigen Stuten soll man in einen Stall zu-sammen stellen, und zu Nachts ein Licht darin-nen in einer Laterne halte», auch einen Knechtdabey bleiben lassen-
Bey dem Feder-Vieh soll man ein- und an-dere Woche vor Ausgang des Jahres noch derSänse wohl warten ; aber mit dem Anfang desmuen Jahres muß man ihnen unvermereketabbrechen, damit sie zum Legen nicht zu fett«erden.
Beider Bienen -Zucht muß man, so lan-ge der Schnee liegt, die Stöcke »nd Körbe ohn-«vffnet lassen, denn die Bienen, so in denvchnee fallen, sind verlohren.
Seyderz'ischereymuß manmin alle Mvr-m, wenn es hart gefrieret, auf denen Teichen,
Mhältern und Einsätzen, unterschiedlicheEis hauen, oder, wie die Fischereden,Wuhnen mache», damit die Fische Lufftwmmen und unter dem Eis nicht ersticken.
Den gantzen Winter über soll man die Teiche
wenig gehen lassen; st^cker aber,
""d das Schnee-Was-nnm^5' sehr drücket Solisten ka» mannächsten Monaten unterübrigen laichen nun dietMPpui oder Aalraupen.
Nleydewerek vor sie ^u»)cn can »iW d«»^age,,auf die Rehe, wilde Schmi-j der-Brantewein brennen,
ne, Wölffe, Füchse und Hasen am besten weilihre Spur »u» im Schnee, sonderlich, wenner neu gefallen, am leichtesten zn finden, unddie Bälge iekt am besten sind. Ametzo ist auchdas zeitige Fittter in Thier-Gärten, wegen derabgebrunffien Hirsche, bey einfallendem hartenHrost, nicht zu vergessen, und /oas am Wildüber den gewöhnliche» Besatz überfiüßig, mitGelegenheit unvermerckt auszuschiessen. Nunsoll man die Wald-Herde auf dieKrammets-Vögel fleißig besuchen, sonderlich, wen» tie-fer Schnee gefallen, sie wohl kehre», und mitWachhelder- oder Vogelbeere» wohl anrich-ten. Diesen Monat sänget man noch dieMist-lcr aufdenen eichenen Misteln in denen Stich-Häuslein- Den Habichten, welche ictzt beyden Häusern und Höfen grossen Schade» thun,und die Tauben und Hüner sehr hinweg fan-gen, muß man nun mit allem Fleiß nachstellenund sie zu vertilge» trachten. Bey grossemSchnee kan man letzt und den gantzen Winterdurch die Reb-Hüner mit dem Schnee-Garnam besten fange». Im übrigen kan man in die-sem, wie auch folgende» Monaten auf die heim-liche» Hüner-Fänger und Hasen-Diebe »ochfleißige Acht haben.
Zu Hanse soll in diesem und denen folgen-den beyden Winter-Monate» ein ieder sorgfäl-tiger Haus-Wirt allerhand nöthiges Werck-zeug, Gefässe, Schiff und Geschirre, durchden Schirr-Meister und Handwercks-Leuteausbessern und von neuem machen lassen, auchdas benothigte Eisenwerck an Sensen, Si-cheln, Spaten, Schuppen, Beilen, Aexten,Radehacken, Spitz-Hacke», Hämmer» unddergleichen, in Vorrath anschaffen; Fisch-Netze und Vogel-Garne von neuem stricken,und die alten ausbessern; auch allerley Körbeund Fisch-Reussen von feinen Weiden Zähenmachen lassen. In den Scheunen muß manmit demDreschen fortfahren, insonderheit aberum Weihnachten die Erbsen ausdreschen las-sen, damit das Stroh denen Kühen und Läm-mern um solche Ieit gegeben werden koune.Getraide muß man auf den Böden fleißig wen-den; die Keller und Gewölbe vor der Kälteverwahre»; die Fässer, wenn der Most oderneue Wein verzehren, abwischen und reine ma-chen; die schwächen Weine im Abnehmen desMonds, und wenn der Wind von Mitternachtwehet, ablassen; mit dem Maltz Machen undBrauen fleißig fortfahren; das Obst alle vier-zehen Tage besehen uiid durchlesen, auf daß ei-nes von dem andern nicht angestecket werde.So hat man auch nun gute Achtung auf Feuerund Licht zu geben, sonderlich in den Ställen.Ein verständiger und kluger Haus-Vater oderHaushalter hat endlich nnnmehro bey Schlies-sung des ^ahrs den gehörigen Überschlag zumachen, was er im Verrath an Geld und Ge-traide übrig hat, auch zuzusehen, wo bey Er-eignung die Uibermasse oder der Mangel steckenmöchte-
Vor die Rüchen ka» man nun Wachhol-" auch Schlehen-
Bran-