Druckschrift 
2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
2319-2320
Einzelbild herunterladen
 

2?i? Qvitten-Wein Rabatte

Rabe

-ZZ-7

machte Schach-cu: "lasset f?«' etliche Woche» Haupt-Rabarien müsse» etwa drittha'lbbis

drey Schul, breit, und bey den Haupt-Gän-gen inwendig und auswendig bordiret, undmit Buchs-Baum eingefasset werden. BeyAbsteckung der Gänge zu den Hecken müssendie Rabatten wenigstens z Schuh, breil vonder HeckT entfernet bleiben, und genügsamerRaum zum Weg und Durchgang gelassen wer-den, welchen man, wie den Haupt-Gang, mitgelben Sand bestreuen soll. Es kan auch indie Haupt Rabatte» allerhand niedrigesStem-oder Kern-Obst einaepflanpet werden.Doch wollen solwe Zwera-Bäumlein zu rech-ter Zeit beschnitten seyn, widrigenfalls sienicht nur in unsormliche Gestalt gerathen;sondern auch verursachen würden, daß man,was von schönen Blumen-Werck aus den Ra-batten anzutreffen, vor der Menge ihrer Aestenicht nach Vergnüaen besehen tönte. DieNeben-Rabatten sind kleiner, und werdennebe» den grossem gemeiniglich an der Seiteabgestochen, gleichfalls mit Buchs-Baumumstecket, auch zuweilen gar in die Mittender grossen Rabatte» nach Proportion ein-gerücket. Sie dienen nicht nur, die Zierdedes Lust-Gartens zu vergrössern, indem sieeinen ^überaus netten Abstich machen, sonder»vermögen auch denen in der Ferne stehendeneine» recht annehmlichen Prospekt zu verur-sachen.

Rabe, ist ein bekannter Raub-Vogel, wel-cher mittelmäßiger Grösse, durchaus glan-zend, schwartz an Federn, und mit einem star-ken Schnabel versehen ist. Er lebet vornem-lich von Aesern und Ludern, frißt aber dar-neben auch Würme, die er gleich den.Krä-he» hinter dem Pflug auf dem Acker auflie-ser, so ist er auch insonderheit dem Hasen-und Feder - Wild in der Sak - und Brut-Zeit ein sehr gefährlicher und schädlicherFeind. Er horstet in denen Wälder» aufdie höchsten Tannen und andere Bäume, undbringet, nachdem er. wie ein Adler, ;o Tagegebrütet, zwey bis drey Junge aus, welchemeistentheils auf Ostern aus denen Eyernsind. Er ziehet nicht wie andere Vögel, son-dern bleibet über Winter hie, und sucht sei-nen Aufenthalt a» feuchten Orte» und srucht-baren Aecker», da es ihme an Gewürme imdUngeziefer i» semer Nahrung nicht mamieli:kan. Er ist nicht nur den Ochsen und Esel»,sondern auch alle» Raub-Vögeln feind, »»dso kühn, daß er sich mir ihnen in Kampf ein-lassen darff, und stehet i» dergleichen Streiteiner dem ander» tapffer bey, daß auch derheryhassleste Raub-Vogel, wen» er von et-liche» Rabe» zugleich angefalle» wird, dieFlucht nehmen muß. Dieser Vogel hat ei-ne breite Zunge, und kan man ihm, sonder-

.. , ^ ,, >!ich wo er jung cingefange» worden, allcr-

«chmaler srrem Landes, ,o langhin an den ley Srimme» der Menschen und ThiereZäunen oder Gange» a»geleget, mil^Buchs- nachzumache» lernen; ingleichen lässet er sich

in :-er warme» Stube stche», bis sie ausge-trocknet, alsdenn verwahret sie. Manchepflegen auch zule/tt, ehe sie dergleichen in dieSchachtle»! schütten, zuv/rhero noch einmahlmit guten Rosen- und Lavendel-Wasser auf-reden zu lasse», davon es einen liebliche» Ge-schmack bekommt.

Gvitten - VOein, ist eine Gattung desallerbeste» Obst - Mostes, der solgenderge-stalt zubereitet wird : Man reibet die Qvit-ten, welches Birnen seyn könne», die nichtso steinig, und mehr Safft gebe» als dieAepssel, auf einem Reib-Eisen gank klar,presset diese auf das beste aus, und lasset denSasst mit etwas Zucker sieden. Hierauf giesset man selbige», sobald er kalt/in ein Glas,das oben einen engen Hals, unten aber gu-te» Raum hat, schüttet oben ein wenigBaum Oel darauf, und vermachet das Glasmit Wachs oder Pech, so lässet sich derglei-chen sehr lange aufheben. Von diesem Wei-ne kan man alsden» mit einem oder zweyKelch-Glaslein eine ganfie Doppel-FlascheWein anmachen, und diesem einen tresslichenGeschmack und Geruch zuwege bringen. Eslässet sich auch ein reines Qvell-Wasser, da-mit angemischt, in grosser Sonnen-Hitze, sehrangenehm rrincken.

Swittung, ist eine schrisstliche Bekannt-» über cme bezahlt-empfangene Forde-rung. Ein Verwalter oder anderer auf Rech-nung sitzender Beamter soll so gerne andernLeuten über das empfangene Ovittunge» geben, als nöthig es ist, daß er sich über dasvon Handen gegebene vo» denen Empfän-ger» dergleichen ausstellen lasse, nach folgen-der Regel:

Gieb nichts unqvittivt ans Hände»/nimm hingegen auch nichts ein,die Leute, "die dirs geben, nicht zu-gleich qvittieet seyn.

Wenn eine Rechnn»« behörig abgenommen,und der Rechnungs-Führer ordentlich darüberqvittiret worden, mag er darum nicht mehr«»gesprochen werden.

Cwiyen, suche >Lber-Eschen-Baum.

Gvogelo, ein Thier im Mohren-Lande,gleich einen, Crocodiil, / Fuß lana, mit Schup-pen versehen, die, wann sich dasselbe zusammenrollet, wie grosse Stacheln wegstarren, und esvor dem Anfall anderer Thiere, wie es unsereIgel machen, beschützen. Es lebt vo» Amei-sen, die es mit seiner lange» Zunge aus denHauffe» holet.

R

^aain, siehe Radm

Rabatte, heisser beym Garten-Bau ein