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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
3511-3512
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Land - und HauS - Wirtschaffts - Calenders / November.

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besonders gestellet und gejaget. Bey Lieferungder Rehe aber wird von einem HauswirtlichenJäger allezeit nurderBockgeschossen, weil dieRicke iedesmal sich einen andern Bock holet.Das Fuchs-Fangen mit dem Eisen durch dieWitterung wird in vorigem und diesem Mo-nat, weil es noch nicht sonderlich in die Erdegefroren, und der Balg bereits gut ist, mit Nu-tzen vorgenommen. Man kan lie auch ausdenGrentzen, gleich den Haft» mitNuke» wegsan-gen: Denn, nun ist die beste Zeit, den Hasen zujagen, weil er weiter nicht mehr setzet, aber vondemSommer-Getraide, uud anderer vielfälti-gen Nahrung feiste worden und gut ist. Diewilden Kaken, Marter, Iltisse, Otter und Bi-ber, werden nun auch mit Fall-Eisen, wie dieFüchse, gefangen; Sie müssen aber mit grosserVorsichtigkeit gebraucht und gelegt werden,damit kein Mensch oder zahmes Thier dareinkommen und sich verderben möge- Die Wöiffewerden ieyt mit starcken eisernen Fallen oder»»Wolffs-Gruben gefangen. Nach vollbrach-ten Zagen wird das Jagd-Zeug, Tücher, Gar-ne,Netze und Lappen iedes an behörigem Orteund seiner Stelle aufgehoben, wenn es vorHersgetrocknet und ausgebessert worden. DiesenMonat werden die Rebhüuer mit demTreibe-Zeug gefangen. Bisweilen fangt man sieauch noch mit dem Nacht - Garn, so aber seltengeschiehet. Man kan nun den Fasanen schüt-ten und räuchern. Jngleichcn kan man auchnoch in diesem Monat die Schnepffen an mvo-sigten Orten bekommen, sobalden es aber an-sänget zu schneye», so verliere» sie sich alsobaldund streichen davon. Bis auf Martini fingetman noch die Lerchen mit dem Nacht-Garn,denn mit den Klebe - Neken ist es nicht mehrder Mühe werth. Die Zipp-Drosseln und Am-seln find fast verstrichen; hingegen sänget manießt mit den Lauff- Böaen Krammets - Vvaei,Mistler und Wein-Drossel«. Man machet auchviereckigte, dick - in einander geflochtene He-cken oder hohle Büsche von Wachholder-Stau-den, und lässet nur einen oder den ander» Zu-gang darinn alleine offen, die überziehet manmit einem starcken Bind-Faden, und hängetetliche Maschen daran, hinein aber in die Mittestreuet man häufig Wachholder-Beere; wenndiese der Vogel ansiehet, und darauf los gehet,wird er im Hineinpaßiren gesanien, Jetzv istauch eine grosse Lust mit dem Mistler Stich zuhaben, und kan man leicht eines Tages überzwankig Stucke fangen.

Zu Hause muß man nun mit dem Dreschenrecht fortfahren lassen, und aus die Dreschergute Achtung gebe», daß sie sei» fleißig undreine ausdresche». Das beste und längsteGtroh soll man zuDach-Schöben und Strvh-Seilen aussondern, und alleine lege», auch dieUiberkehr und Spreu fleißig abtragen und auf-heben lassen. Den neuen Wein, wenn er gnug«ergohren und sich geläutert, soll man abfassenund in die Keller bringen. So kan man auchsonsten um Martini die andern jungen Weineabziehen und aufrühren, so werden sie nichtleichtzahe; ingieichen noch Kraut in die Stän-der zu einem Verrath einlegen; die Kraut-

Blatter und das Rüben - Kräutig auch nochferner vor das Vieh auf den Böden abtrockne».Die Haus-Mutter kan nunmehro den Vor-rath an Butter und Käsen betrachten, uuds»viel, als man de» Winter über selber in dieHaushaltung zu brauchen gedcncket, davonaufheben,daß kein Mangel erscheine, dieUiber-maasse aber verkauffe» und zu Gelde machen;den Flachs und Hanf gar brechen und hecheln,auch die Mägde den Anfang wieder mit denSpinnen machen, oder mit dem Federschliesse»fortfahren lasse»; nicht weniger allerhandHausaerath, und sonderlich Säcke aus dergroben Haus-Leinwand verfertigen, und dasHaus - Gefa'iie, da es noch nicht geschehe»,l'inden; item, noch die Ochte» und Kuh-Häute gerben und zubereiten, oder, wie eseigentlich Heisset, gahr machen lassen, und das -Arbeits-Geräthe, als Korn-und Grase-Si-, cheln, Se»sen, Schuppen. Spaten, Hacken,> Reich-Gabeln, Rechen und andere dergleichenBedürffnisse fleißig aufheben; auch also dieSchaaf- Hürden und Pfähle zu Haussen füh-ren lassen, damit lolche nicht muthwillig zer-rissen und zu nichte gemachet werden- Die! Eamme uns Feuer - Mauern, lSchlöte undSckorsteine) soll man, so wohl ieltt, als nach-' mals den Winter durch fleißig kehren lassen,- und iebesma! nachsehen, wie es gethan, und! ob auch der Rus wohl abgescharrer und abge-nommen werde. Man soll auch nun dieRöhr-Brunnen und Wasser-Künste vor der' Winter - Kälte mir langem Stroh und Pferde-Mist verbinden und vermachen, und sie solcherGestalt vordem annähendenGefröste verwah-ren, In diesem und folgenden drey Mona-ten fähret man fort, noch allerhand Vieh zuschlachten, einzusaltzen und zu räuchern. Auchmuß man zu Anfang dieses Monats, Mehl zuVerrath,daß man den Winter über daran habe,mahlen, und wohl verwahren lassen, denn eshält sich solches Mehl nicht nur lauge, sonder»es ist auch mißlich, später hinaus zu warten,weil bey heran rückender Winter - Kälte dieMühlen leichte eingesrieren können. Nicht we-niger mag man iilin Lein- Nuß Mandel undandereOele pressen lassen. Und endlich »ochzu den cingesammletc» Artzney - Kräutern se-hen, daß selbige keimm Schaden nehme» oderverderben mögen.

Bey der Rüche ist in diesem Monat einewohlgeniästete g.bratene Gans ein trefflichesGerichte,»»!, welcher nun das . ch,na!!> »sul-hebe». Man pfleget aber aucy letzt Gän>e aus-räuchern zulassen, ingleichen Rinds-Zungen.So kan man auch Hagen- vderHahne-Bultenzu Salse» oder Tuncken einmachen, sonderlich,da nun nicht vielmehr aus denen Gärten zu ho-len, ausser dem Blat-Kohl, Winkel - Kresse,Winter-Rapuntzel,Spinat und Körbel Är,mt;Derentwegen muß man nun bereits die in dieKeller gebrachte» Früchte und Gewächse all-gemach angreiffen, um die Küche damit zu ver-sehen-

Die Aryney und Lebens-Grdnunfl be-treffend, loU nian nnn, weilen das Geblucc in

den menschlichen Cvrpern wiederum abnimmt,

nicht