z;<-7 Land-und Haus-'Wirtschaf
Zäune und Garten - Hecken stutzen. Solistenblühet nnnmehro nicht leichtlich einiges Kräu-ter - Blumwerck mehr, es waren denn etwandie Wiesen - Zeitlosen, und das sogenannteSchweins - Brot, Lyclzmen »urumnzle; wie-wohl man nun auch zuweilen späte Blumen andenTopff-Nagelein. Ringel-Blumen, Vorra-gen Soabioseinc. findet-
In dem Obst-Garten ist es um Martininoch Zeit, allerley Obst-Keme, sonderlich aberPfersich-Kerne, zustecken und einzulegen:Ungleichen die fruchtbaren Bäume, sonderlichvon Aexffel-Birnen-und andern Garten-Obst-Bäumen, zwey oder drey Tage nach dem vol-len Licht zu verseke». Man muß ihnen aber imAusnehmen die Hertz-Wurtzeln nicht beschädi-gen, und falls es ja ohngefehr geschehen wäre,solche beschneiden, auf daß sie nicht nachmalsin der Erden faulen. Wie man denn auch beymEinsetzen keine Baum-Blätter bey die Wur-zeln kommen lassen soll, weil sie leicht eine Fäu-lung verursachen können. So ist auch nun-niehro gut, diejenigen Stämme zu versehen,daraufman im nächst k ünsstigen Frühling, oderüber ein Jahr darnach psropffen will. Manmuß aber vorhero in Zeiten die Gruben oderLöcher dazu m-chen, ievoch solche nicht zu langeoffen steven lassen, weil scnsten Sonne uud Lustdie Feuchtigkeit d;r Erden verzehren, und die-selbe iimnichtbar machen würde. Wenn manweaen Frostes in die Erde kommen kan, soll mannoch allerhand Wildlinge aus dem Holtze, in-Ileichen andere Stämme anschaffen, und solchein die Baum - Schule festen, über zwey oderdrey Jahr darauf zu pfropssen, oderzucculiren.Auch kan man allerhand Bäume, «!S Linden,Buchen,Nüstern, Ahorn, Eschen-Bäume:e.ingletchen allerhand Heckenwerck, als Hage-dorn, Rhein-Weiden und deraleichen in dieAlleen und Lust - Wälder pssanken. So kanman auch noch die junaen Obst-Bäume lüfften,oder unten um die Wurtzeln umHacken oderumgraben, um die alten aber die Rasen weg-nehmen, und sie düngen, wie im vorigen Mo-nat bereits gemeldet worden- Man stutzetum diese Zeit die Mopff-Reiser, welche garzu viele »der gar zu hohe Aeste haben, und ver-streichet sie mit Pfropff-WachS; säubert auchnoch die Bäume insgemein von allen unnützenund überflußigen Zweigen, und bestreichet denOrt ebenfalls, mit erstgedachtem Wachs, oderaber mit unter einander gemischten Leimenund Küh-Koth. Ferner kan man noch in die?sein Aonat bey feuchtem Wetter, da es am be-sten angehe!, von den Obst-Bäumen daS Movsmit einem besonders dazu verfertigten Eisen«der mit einem stumpffen Messer abkratzen undqbschaben; zu den jungen Baumlein brauchtman nur ein grobes härenes Tuch. Inglei-chen kan man.nach Allerheiligen die Bäumeraupen, dis dürren Aeste absägen, und allesGeschmeiß an Blättern abbrechen. Die jun-gen Bäume werden nun mir Stroh, und aus-sen herum mit Dornen verbunden, damit we-der der Hase sie beschälen, noch die Kälte ihnenSchaden zufügen könne. Endlich pfleget man
ts - CalenderS, November. ^ z,-oz
auch ietzt alles untüchtige und schädliche Ge-wächse in den Gärten mit den Wursteln auszu-rotten, und endlich noch Gärten, Wiesen undObst-Bäume, mit Laug-oder anderer Asche,morschem Weiden-oder anderm faulen Holtz,auch Hüner - und Tauben-Mist zu düngen.
In den Wein-Bergen und Gärten istnach verrichteter Wein-Lese wenig mehrzu be-stellen und zu arbeiten, als daß man die Wein-Pfähle ausziehet, und sein ordentlich an ge-hörigem Ort zusammen bringet. Nach demHerbsten oder Wein-Lesen soll man auch dieWein - Gärten, als die von den Trauben-Le-sern sehr zertreten sind, wieder hacken, damit dieRegen dieser Zeit fein zu den Wurtzeln hineindringen mögen; so verdirbst auch das Unkrautdesto eher, wenn desselben Wursteln zeitlichausgehauen und von den Reissenfolgends ver-derbet werden. Ferner dünget man die Stö-cke in den Gruben, und sencket wieder, wenndas Holst reissist und sichs lonsten thun lässet.Zu mercken ist auch, daß diejenigen Reben, sonach dem Herbsten oder derWein-Lese geschnit-ten werden, trestich edle Schoß und Wurtzelngeben: hergegen giebet dasjenige, was man indem Frühlinge schneidet, mehr Früchte. Anvielen Orten, wo es nemlich gebräuchlich ist,pfleget man auch noch in diesem Monat, wennsonderlich feine warme und trockene Tage ein-fallen, die Wein-Reben zu decken.
In den "Wäldern und Gehölycn kan manvom Mittel dieses Monats, bis zu Ende desnächst folgenden Ianuarii, bey gutem trocke-nen Wetter, und, wie einige wollen , allezeit imAbnehmen des Monden, das benöthigte Bau-Holst fällen, weil es solcher Gestalt am bestenund dauerhasstigsten bleibet. Sonderlich läs-set man in diesem Monat das zu Ausbesserungder Mühlen Gebäude benöthiate Holst, Bött-cher-und Schirr-Holtz fällen und einführen.Die Latten, Leiter- Bäume undHopff Stangenmuß man allein an den Orten, wo das Holtzdicke wächset, ausbauen, damit nemlich demandern Lufft gemacht, und doch auch nichtsausgeödet werde. Wenn man sonsten derWitterung halber nichts anders thun kan unddie Wege anbey gut, soll man Brenn Holst imVorrath anschassen und einbringen. Manmuß aber dabey wohl Achtung geben, daß unkerdem Brenn-Holtz kein tüchtiges Bau-undZimmer-Holtz,vder das zu einer oder der an-dern Kunst-Arbeit tauglich ist, aefället und zer-hacket werde; In denen Gehölsten, wo manWild hat, etwas dickes acqen die'Skrassen ste-hen lassen, damit das Wildxret seinen Standhaben myge. So soll man auch mit den Wind-brüchigen und Wwffei dürren Stämmen baldaus dem Walde eilen, und die liegenden Klotzeausrättmen. Das Laub-Rechen in denenWaldern muß man ausser denen Wegen undFußsteigen nicht leicht, mit scharffen oder eiser«nen Rechen aber gar nicht verstatten, weil derjunge Nachwuchs dadurch ausgerissen und ver-derbet wird.
Bey der Vich-Zucht man nun vor«nemlich mit der Fütterung versichtig und
spas-