Land-und Haus-Wittschaffts-Calenders, October.
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gantz frey hänget, wie die Klebe-Garne, und den Winter über aufheben. Den neuen Most
' . ... mMn denen Kuffen wohl zudecken, daß er
nicht verrauche oder etwas unrechtes hineinfalle, auch nicht zu lange darinnen stehen lassen,sondern bald einfüllen. Die damit gefülltenFässer muß man bey warmer Luffr nicht langeheraussen stehen lassen, sondern bald in die Kel-ler thun. An denen Orten, wo nur den Herbstund Winter über gebrauet wird, sänget manwiederum an zu maltzen, und frisches Bisr zubrauen. Das Kraut soll man einhacken, oderemschneiden und einsäuren lassen, die schlech-<>>5!I<'- Niisfter und das Rnben-Ärckutiii
die man über Nacht kan aufgerichtet stehenlassen; doch muß die Nacht still und finsterseyn. Vor dem Ende des Monats streichen dieSchnepffen auch gerne auf denen Wiesen, woeil viele Kuhfladen giebt, darinnen sie ihreNahrung /nchen, wie auch an sumpfigen Or-ten, wo rvthücher Schlamm ist, da streichenauch fremde Schnepffen «m Mitternacht hin,und kan man an solchen Orten die Panther»vberaus wohl anbringen, wenn man etlicheStucke neben einander, nachdem die Wiesebreit ist, auf viertehalbClaffter hohen starckenStangen richtet. Man kau die Schnepffenauch in Wäldern, wo Bircken-Gesträuch undsumpfiger Boden ist, mit Steck-Neken fan-gen, oder ihnen Maschen richten. Nach St.Galli-Tag haben die KrammetS-Voael, Mist-ler und Kernbeisser ihren Strich, und werdensonderlich mit sechs Clafftcr-langen Schlag-Wänden, darzu man Ruhr und Lock ge! raucht,oder mit Leim. Ruthen, oder auch in Maschenoder Dohne« aefangen. Inaieichen sängetman in diesem Monat die Amseln und Dros-seln am besten, denn wenn die Wälder uudGebüsche schon bloß sind, thnts nicht mehrgut. Hingegen macht man Lauf-Böaen durchdie Zäune, uud in Mehl-Beer-Wachdolder-Schiehen und Hunds-Beer-Gesträuche, anwelchen Orten iie üch so denn am liebsten auf-halten, wenn sie Weide finden, und nicht mehrin den Wäldern, da sie die Raub-Bsgel meh-rers fürchten müssen. In diesem Monatfängtman auch auf den kleinen Tenm'n oder HerbenStieglil-e, Grünlinge und Hänflinge, bis ge-lten des Monats Ende der Strich auch eui En-denimmt; und also hat es auch mit den Fin-ken und Emmerlinaen eine gleiche Bewand-niß- So wird auch der Lerchen-Fang diesenMonat durch fortgesetzet: Denn letzt werdensievon Tag zu Tag fetter und angenehmer,zuessen. Nun ist ein lustiaer Fang mit denenSperlingen anzustellen, welche jetzt im Strichgehen^und offt zu etlichen Tausenden in nahebey Städten gelegenen Feldern meistens anden Fuhr-Strassen einfallen. Wenn sie da-selbst aufgejagct werden, seyen sie sich auf dienächste Stauden, welche man denn nur mitzwey bis dreyhundert guten Leim-Spinde-nbelegen, und die Sperlinge auf dem Feld, gegensolche Staudezu auftreiben darff, so kan manderen etliche hundert nicht ohne Belustigungauf einmal erhäschen.
Zu Hause muß man nun, was noch rückstan-dig, an Zubereitung der Preß-NothdWfft.garzu rechte machen; Item, den Keller mit gu-tem Räuchwerck ausräuchern, und wenn alleFasser wohl zugedeckt, die Spinnen abkehrenund tilgen, auch die Wäude und Gelägermittrockenen Lappen abwischen ; nicht weniaer die
teil Kraut-Blätter und das Rüben-Kräutigaber auf gedielteBöden, vorsVieh zu trocknen,schütten, und im Winter unter derselben Siedeoder Gesöde menaen. Auch um diese Zeit dasübrige Obst dörren oder backen, so man nichtverkauffen will. Ingleichen den Hanff undFlachs gar brechen und hecheln lassen, ehedem,es kalt wird. Nicht weniaer die Kraut-But-ter und Herbst-Käse bejonders und allein«aufheben. Nach Galli mag man sicherlichschlachten, denn es wird jetzt kein Fleisch leichtmehr von der Wärme stinckend; und gehet alsodas Fleisch räuchern und einpöckelnan- Manmuß sich dahero zeitlich mitgutem Saltze ver-sehen, alles Fleisch aber, dasfn den Rauch so«kommen, in diesem Monat bey abnehmendemMonden cinsaltzen, das darzu gehörige S-UYvorher» wohl trockne», und alle Feuchtigkeitvon dem Fleische abwischen. Kertzen und Lich-ter bey schönein Wetter ziehen, wo es nicht invorigem Monate bereits geschehen. So kanman auch einen Anfang machen, Federn zuschließen; item, Schöbe binden zu lassen, dieDächer damit auszubessern- Ingleiche» nochvor Winters alles, was an Ställen und andernGebäuden baufällig, zuzukleiben und zu repa-riren. Nicht weniger muß man auch, so es invorigen Monaten noch nicht geschehen, dieBrunnen und Cisternen ausschöpffen und räu-men ; soll erheischender Nothdurfft nach allezwey öden drey Jahr geschehen. So kan manauck noch Brunnen graben lassen.
In der Ruche kan man nun allerley Wild-pret und Geflügel uud dergleichen verspeisen,auch vor dieselbe Senff machen.
Vvegin der Aryncy und Gebens-Grd«nunq ist zu mercken: Daß man nun aller-ley Kräuter-Weine: Als Alant, Roßmann,Salbey, Wermut, Zittwer, Löffel-Kraut,Qvitten Wein, und deraleichen mehr von demneuen Most zu machen pflege. Doch ist der neueMost und junge Wein an sich selbst dem Men-schen nicht acsilnd, daher man denselben nichtzu viel trincken solle. Man kan noch allerhandWurtzeln, als Bryvnien oder Zaun -Rüben,Entzian, Alant, Eibisch , Calmus, Galgaul,Hasel - Wury :e. zur Artzeney graben lassen.Auch in diesem Monat wiederum allerley Ar-
Fä »er, so noch im Keller, wohl säubern und rein» zeney und sonderlich aeliude Pnraantien ge-machen, wo es nicht eher geschehen. Von den; brauchen- Item, gutegewürtzte Speisen ge-Wem Trestern kan man Lauer vorS Gesinde! messen, um den Maaen zu stärcken, dvchMmachen- Dle Trester maq man so denn enl- j man nicht zu viel thun,weder zum Brantewein - Brennen gebrauchen,! wegen der Witterung In diesem Mo-odcr vor das Vieh, sonderlich die Schweine, nat sänget all vmach jdie Winrer- Witterung
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