Z45? Land-und Hans- Wirtsch
Mäuse helssen soll, und rein Stroh in die Pan-sen streue». So es auch vonnöthen ist, sollman dü selben noch zu rechter Jett decken undNeiden lassen. Das alte Stroh/ Heu und Fut-ter soll man nicht verliedern, sondern an einentrockenen Ort bringen/ damit man das neuejänzer dabey sparen/ und auf künfftigen Man-gel aufheben, oder endlich, was man nicht be-darff, verkauften könne. Jede Sorte vom Ge-Arökde soll man besonders thun, und wo manauch bey einer Haushaltung oder Gute keinrechtes Behältniß hatte, kau mans in Feimensetzen, oder aus grosse Hohe Schöber schlagen,und feste zusammen Haussen lassen. Man mußauch bey Zeiten einen Überschlag mache»/ wieviel Heu man das >hr über zur Fütterung nö-thig y»be/ auch die Anstheüuilg machen,wo einjede-'Heu hin zu bringen. Jnzleichen, dafernees nicht vorher geschehen, und bis aufdiese Zeitverschoben worden, noch Stroh-Bander zurErndte nach Nothdurfft verfertigen lassen. Sosoll man sichauchausdieErndte mitnöthigemSchlacht-Bieh oder Fleisch und ander» Eß-Wasren verseben, nachdem man nemlich viel»der wenia Mäuler dabey zu speisen hat. Dasliegende Korn niuß man noch die Wochen übe?zum wenigsten zweymal umschlagen, und dieFenster der Getraid-Böden, welche mit eiser-nen Dat-G>tte?n verwahret sevn sollen, gegennächtliche Weiie, wenn es kühle Winde giebt,ausmachen: hingegen die Keller-Thüren undLöcher vor der Hitze noch immer wohl verwaisren und zuhalten; iedoch bey schönem trocke-nen Wetter k-in man bey Nachts die LufftLö-cher, sonderlich gegen Norden, und da die küh-len Lüffte gehen, zuweilen eröffnen, aber nichtlanae. Wenn der Aeili am Stocke blühet, soblühet er auch, nach 5em gemeinen Sprich-wort, im F:ß im Keller, und gahret aus einNeues, so, daß er sich an Farbe und Geschmackmercklich verändert, und das thun vornemlichdie besten und köstlichsten Weine. Man mußsich daher um diese Zeit hüten, daß d ie Windenicht können zukommen, oder die Lusst in dieFässer eindringe, uns also durch die allzußarckeDuimmachung ein Aus! innen oder Uiberlau-sen verursache; iedoch, wenn die Weine ver-blühet haben, so hsrek auch dieses Gahren wie-der aus. Bey begvemem Werter soll man, wennes noch nicht geschehen, das gehauene Holtz ansden Wäldern und Büschen Heimführen lassen;auch noch die Brunnen räumen, so sie es be-dvrffen. Geschiehet sonsten gemeiniglich alledrey Jahr einmal. Wer bauen will ober muß,der befleißige sich, daß er die Gebäude vor derErndte möge in dieHöhe bringen. DieHans-Multsr hat nun ihre Leinewand von der'Blei-che abzunehmen; auch Butter undKäse zu rech-ter Zeit und im Vsrrath machen zu lassen, dennin diesem Monat, und ehe die grosse Hitze köntt,ist die beste Milch-Zeit- Um diese Zeit hat mansich mit dem Backen in Acht zu nehmen, daßdas Brot nicht verschimmeln möge, worwidereine Hand voll Saiy beym Kneten m den Teiggewissen,und wohl cingcknetet, nicht undien-lich ist. Nun kan man noch die nöthigen KM-
-ffts-Calenders, InniuS.
t^ zur HauS-Artzney einsämmlen. lliid'ssn)dcrlich Hoilunder-Bluthe, Melissen uns der-gleichen Kräuter ausdörren, damit mau nach- Ä'inals die F.sse zur Wein-Lese ausbrennet, Äs -wovon die Weine beständig bleiben, und einenguten Geschmackaewinnen. Item, das Werg -zu Seilen und Stricken verarbeiten lass«,. -'SIngleichen soll man in diesem Monat noch denHausrath, Gerckthe und Kleider aUSlüffte«,und wohl durchwehen lassen. ->Kx
In der Rüche kan man nun die jungen Hü« -ner, weilen sie ohne dem nicht wohl dauern,«»»da man sie nicht zu Geld machen will, versxei- ^ -sen. Auch die kleinen Cucumern oder Gurckm .1,nunmehr» aussuchen, und in Eßig einmachen.Gleicher Gestalt kan man noch dieHvUunder-Knöpjlem, ehe sie noch ausbrechen oder aus-blühen, mit Aal» und Eßig, wie Capern ein- ' >machen. Sie sind gesund, und machen einelinde Eröffnung. So könen ingleichen die Erd- 5Beere mit süssem Obst-Safft, oder Zucker inWein genossen werden, denn sie geben eine ge- -fünde Abkühlung. In diesem Monat sind auch Hu-die Salat Kräuter sehr gesund, weil sie ver-mittelst des Eßigs sein kühlen,und also der ein- ' -fallenden Hitze etwas benehmen, daß sie desto ^weniger schaden mag. Nunmehr kan man auch - -schon frische Zugemüse und grün Kraut ha- - ii -den. Daher werden, über die im vorigen Mo- - L'nat denahmten Küchen-Gewächse, nun auch in M?der Küche genuyet Erbsen, Bohnen, Petersi- ?lien-Wurtzeln, Rapuntzeln, Spinat, Pottulac, !Dille, Pfeffer-Kraut, Pimpernelle, Melissen, . - !Endivien, Sauerampffer, und andere Salat- v.ldKräuter mehr. So ist auch nun gut, gesotteneZiegen Milch zu geniessen. zlM-
Zur Aryney und Lebens-Ordnung ge- liiöi-Höre r, daß man nun, da die Rosen blühen, viel w -Feld- und Garten-Rosen einsammle, um einen M-?-guten Vorrath Rosen-Wasser in die H,mS- ^Äpothecke zu brennen. So sind auch sonst die 1Z« l'Rosen -Blumen, Saamen und Blatter zu sehr MZ'.'viel und mancherley Artzneven dienlich und! kan man daraus Rossn -Safft, Rosen-Honig,Rosen -Zucker, Rosen -Syrup, Rosen-Latwer-! S«, Rosen-Eßig, Rosen-Oel,Rosen-Wein, Ro-! sen-Salbe, Rosen-Pommade, zc. bereiten, alswelches alles in einem Hause sehr nützlich, da- ' 7.'mümmin hitzigen Zustanden und dergleichenKranckheiten etwas zur dienlichen Kühlungbey der Hand habe. Man sammler auch zu die- ,'ser Zeit die Blüthe vom Hzllnnder- oder Hol- ^der-Strauch, als woraus man gleichfalls aller-ley gute Haus - Arkneyen Mit Nutzen berei-ten kan. Wie denn sonderlich im Herbstem gu- ^ter gesunder Wein vv» dieser Blüthe gemzchetwir». Also lässet man auch nnn die Linden-Blüthe zu rechter Zeitsammlsn oder breche»,und brennet daraus ein köstliches Wasser , so K.wider den Schlag, schwereGebreckeu undGichtsehr gut und nützlich zu gebrauchen ist. Man ^brennet Erdbeer-Wasser, und machet Brante- «»'-wen, davon an. Ina!eichen.ninv oder Hiud-Beere, sonsten auch Holbeere genannt. UmIvhann-s pfleget man die welschen Nüsse ein- -Whzumachen; ebenmäßig pfleget man auch um '
diese