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Land - und Haus - Wirtschaffts - Calenders, ApriUs.
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Baum-Oel »nd Eßig zum Sa.at zurichten undgebr-ucken-
DcyderArynev und Lebens-Ordnung:Weil ie?t im April die ungestüme, stürmischeund veränderliche Witterung einzutreten pfle-get, wovon gemeiniglich allerhand Krankhei-ten bey dem Menschen entstehen, als soll mandenenselben mit guten dienlichen Mitteln beyZeiten begegnen und vorkomüien.und zwar vor-iiemlich denen Zustanden, die eines iedwedenNatur am inclileu anzufallen pflegen. Manwag demnach gute Kräuter-Weine und Bädergebrauchen. Auch wohl zur Ader lassen, wennman sich daran gewöhnet, und den Mayen nichtcmarren kan. Hiernachst weicher Speisen,a!<> Lamms-oder Hammel-Fleisch, junge Hün-lesn rleiüS'Ä-ich-Fischlcin ze. sich bedienen, des«,gleichen einengu?en Trunck,der dem Menschengute Nahrung gebe, oder auch den Magen er-wärme und ftärcke,als guten allen Wein, Wer-mut Rier oder Wermut-Wein zu sich neh-men; Hingegen die Häringe und gesallzeneFische, auch Rettig uns Sauerkraut, und alleandere xesalizene Speisen nunmehr» meiden;und vielmehr den Leib vor Essens mäßiglich,sonderlich mit nützlicher Arbeit üben und be-wegen.
wegen der Witterung ist bekannt, daß indieiein Monat gemeiniglich viele und starckeWinde, bald Schnee, bald Regen, bald Hagel,bald Sennenschein, und also insgemem einsv!ch unbeständig veränderlich Gewitter ist, alssich sonst im ganken Zahr kaum findet. Dake-rv auch das Äprilen-Wctter zu einem Sprich-wort worden. Wenn es in diesem Monat don-nert, hat man keine sonderliche Reiste mehr zubefahren, welche sonsten im April noch gar ge-mein sind, und zum vfftern grossen Schadenverursachen. So ist auch eine gemeine Bauer-RS'iel: So lange die Frosche vor St, Mar-iqvackm und schreyen, so lange schweigen siesuch hernach stille.
wegen des I.ilircs iinb derFrücliteGe-deyen! Wenn m diesen! Monat sem geschlachtetvarme Regen falten, hat man eine gute Ernd-ke und einen guten Herbst zu hoffen: Denn,weiiü die Erde anietzo durch milde gelinde Re-sen befeuchtet wird, so ziebt sie allen Gewäch-sen ein fruchtbares Zunehmen an Laub undGras, is, daß alle Gewächse ftölich und lustig
hervorkommen, nach dem alten Sprichwm:Der April soll dem May Kalb Laub und Grasgeben. Hingegen kan dieErde, bey einem tro-ckenen April an ihren nöthigen Kräfften undWachsthum destvweniger zunehmen, woch ih-ren Safft undÄrast den Gewächsen mittheilen;dahero denn dieselben gleicher Gestatt an ihrerFruchtbarkeit ausgehalten,und verhindert wer-den ; als wovon das alte Sprichwort entstun-den: Der dörre trockene April, ist nicht derBauren Will; sondern an seinem Regen ist ih-nen viel gelegen. Reiffe in diesem Monat sindgefährlich: Denn da Hagel, Wasser-Güsse undandere dergleichen Ungewitter nur Strichs-weise Schade» thun,Pflegen sich diese schädlicheReisse über ein gantzes Land zu erstrecken. Hie-her gehöret auch das bekannte Sprichwort:Sanct Georg und Marx drohen uns viel Args:Denn die Bauren wollen aus der Erfahrungwben, so manchen Reiffcs im vorigen Mr vorMichaelis gegeben, so viel gebe es auch mmietzund nach St. Georgen - mid Marcus - Tag.Wenn sich ein Rabe umGeorgii im Roggen ver-bergen kan, andere sagen von einer Krähe in derWeiizen-Saat, so ist es ein Anzeichen von einen«guten Getraid-Iahr. Wenn die Baume bin-den, und blühen in einem Mond-Schein ab,so hat man Hoffnung zu vielem Obst, Nerallzutrocken und allzunasses Wetter schadet der! Blüthe, und wird dieselbe dadurchsverderbet.' Wenn dieBlütk-Blätlcin wie disSchnee Flo-! cken abfallen, so haben die Bäume auch gut und! wohl verblühet. Eine alte Bauren-Regel ist,^ die auch noch ziemlich einzutreffen pfleget: Wiej es mit der Kirschen-Blüthe zugehe, und Wie dieverbracht werde, so gehe es auch mirdcrWem-un» Korn-Blüthe zu; denn blühen die süsscnund andern Kirschen wohl ab, so blühet gemei-niglich der Wein und Roggen auch wohl ab.Item, um St. Georgen-Tag soll mau an denReben allgemach sehen können, wie sie sich an-lassen werden, daher man denn von dem künff-ligen, und was sie vor Wein geben werden,bereits einigen Schluß machen kan. Wem«die Grasemücke singet, ehe der Weinstock htt-fur sprosset, so folget gemeiniglich ein gutJahr, und ist sonderlich reicher Wein-Wachszu hoffen: Denn dieses Vogelein singet nichtleichtlich, es sey denn eine beständige Warmevorhanden.
Haus - und Land-Wirtschaffts - Verrichtungenim Mayen.
Felde, muß man dasjenige, was im vorhergehenden Monat von der gewöhnlichenSommer-Saat nicht ha? verrichtet werdenkönnen, oder sonsten verabsäumet worden, nunbald vollends in diesem Monat zu Stande brin-gen, sonsten wäre es zu langsam, und sonderlichö it.nan mit der Gerste zu deschliessen, Hier-nachst muß man die Kraut Rüben-und Lein-Länder gleichfalls wohl zurichten,und den mitt-lern Lein zu Ende des Monats oder im lektenViertel in ein gutes Erdreich, und zwar, wo esieyn tan,in eine» solchen Acker säen, wo das vo-
rige Jahr Hanf gestände»,als welche Aecker fei»mürbe, und von allem Unkraut aereiuiget seyn.Zum Hirsen und Hauff nlbret man disAeckerum Philipp, Iacobi, und richtet sie zu,wie rechtist. Den Hirsen säe» die meisten nn Zuneh-men des Mondes. Den Hanff aber pflegetman etwa drey Tage nach dem Voll -Mond,oder insgemein nach Urbani, und zwar an vie-len Orten gerne in die Fisch - Teiche, die mmabsonderlich dazu liegen lässet, zu säen. Insandige Aecker aber wird er besser im vorherge-henden Monat gedauet, weilen noch Feuch-tigkeit