Druckschrift 
2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
3431-3432
Einzelbild herunterladen
 

Z4Zi

Land »und Hauswittschassts-CkIeliderS, Aprilis.

Z4Z-

fgna des Monats mit dem Versehen der Reb-Stöcke fortfahren.

In den Vvaldern undHolzunzen kan manbis Pfingsten »och serner' Reiß und Schsit-Holk zum Verbrennen hauen. Item, Besem-Reiß von Bircken sammlen, ehe sie ansschla-yen, Ungleichen das Laub, Gemös und faulHoltz zusammen rechen, und in die Mist Stä-te führen, das trockene und sauberste davon«ber zum Unterstleuen gebrauchen.

Vey der Viek-Zucht pfleget man in diesemMonat den Rind-oder Heerd-Ochsen unterdas Vieh zu lassen, so kalben die Kühe so dennim zehenden Monat. Und weilen sich ietzodas Rind-Vieh häret, soll man es desto besserund fleißiaer warte». Weilen es «uch nunmehrwarm wird, nnd man aus dem Garten und vomFelde jung Gras bekommen kan, mag man dasRind Vieh des frischen Futters gleich vomAnfang dieses Monats^geniessen lassen, oder esgar aus die Weide treiben, iedoch lasset mansolches, wie die Schafe nicht langer, als bisGeorg!« auf den Wiesen: Denn hernach hägetman dieselbe, daß Heu und Grummet darauswachse. Insonderheit bekommet von dieserfrischen Weide der geschräpsste Weihe» demRmv-Vied aar wohl; wie denn die Kühe da-von viel Milch, diese aber schone Butter undKäse zu geben pfleget. Denen Zug-oderSchieb-Ochjen dienet es iekt bey ihrer starckenFeld-Arbeit ebenfalls gut, damit sie nicht zumatt werden, oder aar hinfallen. Die Schafemuß man,weil die Woll^Schure herbey kömmt,zuvvrher waschen und sauber halten: sonder-lich sollen die Schafe, so eine zarte Wolle ha-ben, um diese Zeit mit Seiffen-Kraud Wur-zel gewaschen, und also zur Schur bereitetwerden. Weilen auch nun die Sch«fe um die-se Zeit aus denen Schäfereyen meistentdeils ge-lammet haben, muß man das Hammlen wie-der vornehmen, dabey aber Achtung geben,daß die Schäfer nicht mit der Eyter-Wolle diega»tze Bauch-Wolle mitnehmen. Um Geor-'gü, oder bald hernach muß man aufhören, dieSchafe auf die Wiesen zu treiben; so sagetman auch, von diesem Monat angerechnet, biszu Ende des Augusti, soll ein ieder Schäfer aufeinem Lager nicht langer liegen und pferchen,als «ine Nacht und einen Mittag. Nun kanman noch alles junge Vieh, es sind gleich Pfer-de oder Stiere, Schweine oder Schafe, bey ab-nehmendem Monde verschneiden. Insonder-heit aber muß man nun die jungen Schweinefleißig warten lassen, damit sie nicht verbutten.Endlich kan man nmimehro in den Vieh Stäl-len die Vermachung hinweg thu», und alleLäden wieder ausmachen.

Dey der Pferde-Zucht insonderdeit pfle-get man die Stuten recht belegen zu lassen,als worzu der Nen-Mond nach Georg» die besteZeit seyn soll. Dabey muß man, und sonderlichbey Nachts fleißige Obsicht haben, daß wederden trächtigen, noch denen, so ihre Füllen schonhaben, durch Stoffen, Drucken, oder auf andereWeise, einige Beschwerde oder Schaden zuge-füget werde. Denen Pferden soll man ietzo

Wermuts-Blüthen mit Hunds-Trab ode-Hunds-Gras, als eine Purgantz, ins Fut-ter geben, oder aber dieselbe um diese 5?eitmit dem Antimonio oder Spieß-Glaspurgi-rein auch denen Pferden, die es bedarffen,die Mäuler ausputzen, und sonderlich dieFeigwartzen nüt einer wshlzeschliffenen Schee-re abzwicken.

Bey dem Feder-Viel» soll man, so bald eswarm Wetter giebt, die Gänse zum erstenmalberupffen. So kan man auch noch fernerdenHünern, Enten nnd Gänsen Eyer unterle'e»,und sie zum Brüten ansetzen. Den Taubenmnß man daheime fleißig ihr Fressen verschaf-fen, weil sie ietzund Junge haben, und im Feldewenig finden. Auch um diese Zeit noch diejungen Hüner und Geflügel, insonderheit dieIndianWe oder Truthüner, wenn es schaffeWinde giebt, und rrübeS Wetter ist, zu Hmsbehalten; wenn aber die Lufft gelinde und er-träglich, kan man sie immer frey lausten lassen,denn das ist das beste Futter, das sie selbst su-chen.

Bey der Bienen Zucht soll man mit Rei-nigung der Stöcke fortfahren, und denen, soMangel an der Nahrung haben, Futter geben,welch- Fütterun, auch schon im Martio beyeinfallendem schöuenWetter kan vorgenommenwerden. Doch daß sie nicht bey TaaeS - son-dern zu Nachts-Zeilgeschehe, damAman nichtbeym starcken Geruch des Honias^aub Bie-nen zu denen Stöcken locke. Die Flug-Löchermüssen, wegen des stürmischen und unter einan-der gehenden Axrj!en-Wetters, diesen Monatnoch zugehalten werden. Soustcn pfleget man-auch die Erde vor denen Bienen-Häuser» auf-zugraben, und allerley liebliche Kräuter, son-derlich das Bienen-Kraut, so die Bienen sehrlieben, darein zu xflantzen.

Bey der Fjscherey ist nöthig die Teiche,die keinen Durchstuß oder Brunngvell haben,und alleine von den Wasser-Güssen müssen er-halten werden, in diesem Monat, wenn andersdie Dämme solches erleiden mögen, anlaujsenzu lassen, damit e? ihnen zur heijsen Sommers-zeit nicht an Wasser gebreche. Wo die Teicheim vorigen Monat nicht alle besetzt worden, kansolches in Vielem noch geschehen, denn nun fan-gen die Fische von allerhand Arten an zu wach-sen. Vornemlich mag man um di. >e Zeit, undzwar bis PhiUppi Iaeobi aufs längste, wenndas Wasser ein wenig warm worden ist, im zu-nehmenden Monden, den zwey - jährigen Saa-men mit dem dre» jährigen, wo dieser nicht be-reits im vorhergehenden Monat ist aus.'ese-tzet worden, gehörig fortsetzen. So pfleget manauch um Georgii, da kein sonderlicher Frostmehr zu besorgen, die Strich-oder Laich Kar-pfen zu versetzen; Es sollen aber dergleichenStreich-Teiche .zuvor mit dem Pfluize umgeris-sen, und, wo es seyn kan,den Winrer über, ohneWasser liegen gelassen werden- Weilen mannun derFisch-Brut sonderlich schoneinnuZ, alssoll man dahero mit dem Fisch-Fang einhalten,und von diesem Monat bis in den Auaustumkeine Kräuter-Bürden oder Fisch-Reussen le-