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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
3423-3424
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Z42; Land - und HauS- Wirtsch

qer mit dem Brauen des LagersBiers fortfah-ren, und was im Februario am Maltzen undBrauen versäumet worden, solches nun vol-lends i» diesem Monat verrichten und zu Stan-de dringen. So soll auch ein sorgfältiger Haus-Vater sein meistes Haus-Bier / damit er denSommer durch auszulangen gedencket, in die-sem Monat brauen, und ihm einen guten Ho-psen geben lassen, damit es nicht so leicht auf-stößig, noch in den Hunds-Tagen sauer werde.Wo Weinwachs ist, kan man um diese Feit dieWeinsauskosten, und die, welche die schlechte-sten Faß haben, oder «n Geschmack und FarbeVerdächtig, und nicht dauerhafft scheinen, an-zgpffen oder verkauften ; wenn man auch^imMerken die Weine aufrühret, und ein Stück-iein Wachhslder-Hvlk hinein wirft, so bleibensie lauter, und werden nicht zähe noch trübe.Die starcken Weine soll man jetzt in andereFässer bey trockenem und leidlichen Wetter,im abnehmenden Monden, wenn kein Süd-Wind wehet, oder, wie andere wollen, bey we-hendem West-Winde, ablassend die benöthig-ten Bier-Wein-und andere Fässer in Vorrathanschaffen. Die Zäune, Plancken, Gatter,Wege, Fuß-Steige, Gehege und dergleichen,so viel daran noch abaehek, vollends ausbessern,unodieZugehör dazu an Zaun-Pfählen, Plan-ken-Genien, Scheit-und Reiß-Holtz noch im-mer machen und heimführen lassen, damit dieHärten, Hege-Wiesen und Felder damit beyZett?n vermacht werden könne». Man sollauch noch Dach-Schöbe und Stroh-Bänveroder Stroh-Seile in Vorrath machen: Item,den Dünger oder Mist nach einem Regen, da-mit er desto besser verwese und verfaule, feinwohl zusammen werssen; hiernächst aber auchdie Brunnen säubern und das Eiß davon ab-räumen lassen. Insonderheit hat man nunnuf die angestellten Arbeits-Leute und Tage-löhner Achtung zu geben, ob sie zu rechter Zeitan die Arbeit gehen, und nicht zu früh davonabmarschiren. Die Hans-Mutter soll sich nundas nöthige Milch-Gefasse an Kannen, Gel-ten,Milch-Aeschen und dergleichen in die Haus-haltung anschaffen: inaleichen das Zugemüsean geba Jenem Obste, Sauer-Kraut und Erb-sen :c. fleißig zu rathe halten, daß sie damitaus dem Winter und Frühling kommen möge.Jeyo muß man die Betten,Kleider undRauch-werck an die Sonne hangen und lüfften, unddas Garn, so geäschert ist, zum Leinweber thmr,und also die Leinwand zu dem Haus-Geräthebey Zeiten wircken lassen, damit'solche hernachkommenden Monat auf die Bleiche gebrachtwerben könne.

2)ey der Rüche kan man nun die jungenausschlagenden Hollunder-Sprossen, wenn sievorher» abgebrühet und wiederum getrocknetworden, mit Eßig und Baum-Oel anmachen,und an statt eines Salats essen. Sie purgi-ren nicht allein zeliiw, sondern sind auch eine„Ute Geblüts-Reinigung. So kan man auchdas Pöperle-Kraut, oder wie es besser heissenmöchte, den Ruben-Kerbel nebst der Wurtzelzum Salat gebrauchen, denn m diesem und

-Calenders, Martius.

dem nächst folgenden Monat sind sieam be-sten.

Die Aryeney und Ledens-Vrdnung be-treffend, soll man nnnmehro, wegen Verän-derung der Zeit, und herannahender Wärme,die ausdunstende Feuchtigkeiten der Erden, soviel sich thun läst, vermeiden, den Leib in mäs-siger Uibung halten, und wohlgewürkteSpei-sen gemessen, für sehr kaltem Getrancke sichhüten, und hinaegen zu Zeiten von gutem star-ken Wermut-Wein tnncken, auch anderedienlicheMagen-Stärkunaen gebra.'chen, unddas Haupt reinigen, des Aderlassens aber undpurgirender Artzeneyen nach Möglichkeit sichenthalten. Nun mag man auch, sonderlich»m den Anfang dieses Monats, Froschlaichsammlen und destilliren; als welches einevor-trefliche Kühlung zu hitzigen Schäden ab-gebet. Man pfleget auch ein nützliches Pfla-ster daraus zu bereiten. Um diese Zeit wcrffenauch die Hirsche ihre Geweyhe ab, von derenbesondern, Nutzen behörigen Orts Meldunggeschehen. Wenn man zu Anfang dieses Mo-nats einen Hasen schiesset, und in den warmenSchweiß (Blut) ein Stucklein Tuch oder Lein-wand eintauchet und trocknen lässet, ist solchesnachmals ein bewährtes Mittel vor die Roseoder das Rothlauf.Nun kan man auch denVeil-chen-Safft, aus denen blauen Mertzen-Veil-chen, als eine köstliche Haus-Artzney zuberei-ten. Wenn im Vollmond dieses MonateS dieBenedicten-Wurzel auszearaben wird, sogiebt sieeinenGeruch von sich, wie Nägelein,so man sie aber zu andern Zeiten ausgräbet, istsie ohne Geruch- Das Pulver von dieser Wur-zel actruncken, stillt neben andern Bauch-Flüssen, auch die xothe Ruhr, und heilet daSBlutspeyen; die gesottene Brühe aber von demKraut verbessert die Unverdaulichkcit des Ma-gens, vertreibt das Grimmen, eröffnet dieVerstopffungen der Leber, zertheilet die Win-de und das geronnene Geblüte. Der Wurtzelöfterer Geruch starcket das Hertz und ergvicketdie Lebens - Geister. Dieselbe in Wein oderBier gethan, giebt solchen nicht nur einen lieb-licheN 'Geruch uud Geschmack, sondern verhü-tet auch die Saure. In die Gewand-Kästenoder Kleider-Schräncke geleget, machet siedie Kleider wohlriechend, und vertreibet dieMotten-

wegen der Witterung ist zu mercken:Wenn in? Martio der Guckguck viel! schreyet,die Storche viel klappern, und die wilde» Al-ten sich starck sehen lassen, so pflegen sie einenwarmen Frühling anzukündiaen. Man pfle-get sonst von diesem Monat zu sagen: DerMertz ist der Lammer Schertz, aber der Apriltreibet sie wieder in die Stall, Item: DerMertz halt den Pflug be» der Stertz; darnachkommt der April, der halt ihn wieder still. Dasist: Wenn der Mertz so lieblich und warm ist,daß die Lämmer darinnen schertzen, und derBauers-Mann ackert so pfleget darauf im Aprilwiederum eine unfreundliche Abwechselung desWetters zu folgen. So ist auch eine alte Bau-ren -Regel: So viel es Nebel im Mertzen giebt,