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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
3327-3328
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ZZ-7 Zapffe Zapsseu-Kraut

jungen Tan»-Iapffen, wem, sie noch gankfrisch sind/ werden in Jucker eingemacht, gesot-ten, unn nebst andern Confitüre» auf reicherLeute Tafeln mit aufgesetzt- Man schickt sie

Schach«!-weise aus dem Ery-GedirqischenKnife vieher nach Leipzig. Man pfleget sieavch in den Thee zu ;hun,deme sie einen rechtenbalsamische» Geschmack zu wege bringen, derniwt allein der Zunge angenehm, sonder»auä) dem menschliche» Corper überaus^ae-sund ist. >

Zapffs oderSchlegei, wird auch das um-geketLre Stücklein eüies abgekürkten run-den oder viereckigten Kegels genennet, wei-ches liian vor das Lock der Ablaß-Rinne ineinem Teiche stecket, damit das Wasser nichtdurchgehen könne. Er ist oben Mit einemCreui-e versehen, dabey man ihn, wenn manden Teick fischen, uns das Wasser durch dieRinne ablassen will, anfassen und heraus zie-hen kan. Die Zapssen-Löcher oder Spundesoüen aufdie Ablaß -Rinne», fo woh! als dieZ.ipssen selbst, lieber rund, als viereckig! ge-macht werden, (obgleichdiese letztere sehr ge-bräuchlich sind) , weil die eckiaten nach undnach an i-ene» Ecken sehr ausfallen, und vonkeiner Währuna sind. Die Ablaß-Rinnenftlien wenigstens zehen Schuhe in den Teichoder Weiher reichen, damit durch niuthwilli-oen Fürwik oder Bosbeit der Zspsse» oderSchlegel nicht so baide gelogen werde»kan.

Zapffen-Bier, wird das im Zapffen-Faßsich sam-nlcude Bier geneiinet. ,

Zapffen-Faß, ist ein kleines flaches Ge-fäffe, von Bötticher-Arbeit, welches unterden Wein- und Bier-Hahn in den Keller ge-sellet wird, und die herab träusselnde» Tro-pfen auffangt-

Zapffen-Hauslem, ist ein verschlossenesGebäude in eurem Teich, welches just überdem Zapffen stehet, und denselben verwahret,daß ervonmuthwilligen oder boshafftige» Leu-te» nicht gezogen werden kan.

Zapffen - Rrant, Rehl- oder Zäpffel-Araur, ?iufendlat, Hals-Rraut, Haucken-oder<^ocker-Bl«t, Wald-Glöcklem, ist einGewächse, so bey uns in den Gärten gezieletwird, in warmen Ländern aber auf den Ge-birgen wild wächset. Es ist -weyerley, dasgrosse und das kleine, die yon einander sonstnicht, als in der Grösse unterschieden- Diedritte Art wirb bey uns Zungen-Blar oderZungen - Rraut genennet, weil auf demgroisen Blat ein kleines, wie ein Züngleinaufliegt, und trägt eine rothe Frucht an ei-nem Stiel, gleich de» Kirschen. Alle Gat-tungen sind ein gut Wund - Kraut, werdenaber vornemlich in Wem oder Wasser gesot-ten, zu Miind-Wasseru wider das abgefalleneZäpssein, Mund-Fäule und Geschwüre imMunde gebraucht-Zavffcii-Gtander, siehe Ständer.

Japssen-Wei» Zaun zz-z

Zapffm-Wein, wird der im Zapffen-Faßsich sammlenve Wein genennet.

Zaserrchte Gewächse, siehe Gewächse.

Zaum, ist eine Jusammenfüaung unter- Aschiebener lederner Riemen, so das Hq»pt«Gestelle geneimet werden, woran das eiserne ^Gebiß, so dem Pferd in das Maul oelegrwird, feste gemacht ist. Er dienet das Pferd " 'in Zucht »nd Gehorsam zu erhalten, unsnach des Reuters Willen dasselbe zu le-ten K'"und zu lencken. Der Zäume giebt es vor- P-'nenilich dreyer!«» ^.rren: Als Kapp-Zäume, - 'Stangen-Zäume und Treusen oder Eantar-ren. Von der ersten und letzten Art ist be-reits an behorigen Orten gehandelt. DieStanzen-Zäume haben ihren Nahmen vondenen zu beyden Seiten des Mund-Stückesbefestigten Stangen, an denen die Zügel ^angemacht sind; wovon an feinem Ort einmehrers. Der Zaum darff dem Pferde nicht '»zu lang gelassen, auch nicht zu kury angezogen -K'werden. Wenn ein Pferd verhandelt wird, 'pfleget insgemein der Zaum, den es bey dem ^Verkauffe aufgeh -bt, dabey zu verbleiben, undmuß dafür ein besonderes Zaum-Geld, so ^ Zder Stall-Knecht geniesset, entrichtet wer- "den- -rii

Zaum-Geld, siehe Zaum.

Zaun, ist eine von Holtz verfertigte Einfas-sung eines Stücke Feldes oder Wiese, vor-nehmlich aber e-nes Gartens oder Wein-bergs, wodurch biesewige so wohl vvt den -Anlauff der wilden und zahmen Thiere, alsmuthwilliger und böser Leute versichert wer-: den. Der Zäune giebt es verschiedene Ac-te» : Wo daSHvlS imUibcrsiuß vorhanden,wer, -den die Pfahl Zäune starck gebraucht, da !!ia» >s^nemlich lange gespaltene Hölser, oder eichene M-Stackere (welche man ceboch in den jungen M»»noch wachsende» Holtz-Stäten »ich: ichlagen,sondern vielmehr nur aus denen alte» groise» -'M»Wäldern,und zwar »vmehmlich an selchenPlä- ^tzcn, wo dieses Hoitz ohnedem veraelnich ersti- Mzjcken und verderben würde, hernehmen soll) ne- -den einander in die Erde einsetzt, nachdem siezuvor unten, so weir sie in die Erde zu stehenkommen, ein wenig angebrannt, ooeu aber spi- ,l-ig geiuacht worden, Hernachmals werden svl-che an dem obern Theile gegen denen Spitzenzu mit zähen Weiden so fest zusammen gesioch-ten, daß man sie nichi. wieder ausziehen kam Z,-Ein solcherZaun dauret wohl über vieZtzig^ahr,undwenn gleich untcn das Angebrannte »IdeeErd- verfaulet, so kan doch das Verfaulte dar- ^'an alsdenn abgehauen, und das andere »acheinander, wie vorhin wieder eingesetzer wer«de», so, daß »ian sicy n?it einem solchen Zaune ^gar lange behelsse» kan. Ein gefischte».«

Zaun ist, da eine Reihe Zaun-Psahie in aiaßi-ger Weite von einander »> den Erdboden ein-geflossen, und mir Weiden, Haseln und der- Mgleichen Reisern zu der erforderte» Hohe ein- -

geflochten werden. Ödere? werden zwey oderdrey Stange» in gewisser Hohe über einander Hky»ach der Lanze an Pfähie» veießiM, und ^r-

zwiichen ^