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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
3323-3324
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die sich indiezartenHäntlein, so da die Wur-zln der Zähne inwendig bekleiden, dahineinbeaeben, und die schmer'tzhaffteste Empfindungverursachen. 2) Der Scorbut oder Schar-dock/' weicher aus einer arossen Schärfe desGeblüts entstehet, und dessen Vorboten mei-stens seyn, wenn das Zahn-Fleisch immerzublutet, und dieZähne wackelnd werden. Die-ses zu verwehren brauchet man folgende Tin-ktur ! Nehmet ein halb Loth Armenischen Vo-lks, ein halb Qvintlein gebrannten Alaun, undeben so viel Salpeter, zerstossets so viel möglichin Lssselkraut-Erd'oeer- und Wegrich-Wasier,thut ein wenig Kugel-Lack darunter, rutteltswohl durch einander,lassets durch ein Lvsch-Pa->-ie? lauffen, und waschet alsdenn die Zähneund das Zahn-Fleisch damit. z)Schwaryeund faule Zahne, daran der saure Schleim er-härtet, und gleichsam zu einem Weinstein wird,der die Zähne zerftist, daß sie mürbe werden undabbrechen. Ein autes Zahn-Pulver davor istfolgendes: Löschet schone Kiesel-Steine, nach-dem ihr sie recht glüend gemacht,in Wasser oderWein so offt ab, bis sie zu einem Pulver zerfal-len ? dieses Piilvers nehmet ein Loth, zu Pulveraestossei-en Bimstein ein halb Lotd, weissesFischbein ein halb Loth, gebrannt Hirschhornein Ovintlein, destillirteS Rosen-Oel sechsTropffen, mischet alles wohl durch einander,und verwahret es zum Gebrauch. 4) HohleZähne, welche entstehen, wenn entweder schar-fe, kalte Flüssesich darein seyen, oder auch dieZähne von Wurmen Schaden leiden. Der-gleichen ausgehöhlte Zähne wiederum zu fül-len, damit sich die Speisen nicht so dahinein le-gen und dem Mund einen üblen Geruch zuwege bringen, so ist unter allen wohl das besteMittel, wenn man Mastix-Körner mit ein we-nig Terpentin zerschleichen lässet, und alSdennden hohlen Zahn damit ausfüllet. Denn ob-schsn anders hierzu geschlagenes Silber - oderGsld-Blatlein gebrauchen, nutzet dieses den-noch nicht viel, weil nicht nur durch sie Schär-fe der Speisen das Silber leicht anläufst/ blauund grünlicht wird, sondern auch sodenu nachArt des Vitriols die Zähne selbst angreifft undznsrißt. Wer überhaupt gute und schöne Zäh-ne erhalten will, der muß sich vor folgendenStücken wohl in Acht nehmen: Daß er mitselbigen auf nicht allzu heisse, und sonderlich^tte Speisen komme; aufwarme Speisen nichtgleich kalt Geträncke in Mund bringe, oder deSMorgens früh, sonderlich im Winter, kaltesWasser in Mund nehme; daß er nicht viel Zu-cker, saure und scharsse Dinge damit kaue, odersonst etwas allzuhartes damit anfbeisse, in denZahnen nicht stochere, und denn endlich alleTaie des Morgens früh, Mittag und Abendsnach der Mahlzeit den Mund wohl ausspüle.Zahn-Rraut, Zahn-Würg, Schuppen-ist ein Kraut, welches in Wäldern undGcbiraen an schattiaten Orten wächset, und imFrühlinge bald hersür kommt, mit Eingang des^ilnii aber schon wieder verdorret und veraehet-bat dessen vielerley Gattungen: Die ersteÄin-zet siebe» Blatter an einem Stiel, und

Zahn-Pulver Zander zzz^ ^

wird dahero tt-przpi^liss beygenaknet. Diezweyte und dritte, weil sie nur sünff oder dr?» ^Blätter bringen, fuhren die Beynahmen p-n- -GlZpli)-!!»- und I'ripk'/Ilvs. Die vierte undleltte aber Heisset äpi,s»<>5, weil sie an M z.« -ÄBlätter dünne Häutlein, wie Oehriein hat ^Die Wurtzel ist durchgebends wie aus Sch'»«-pen, so den Zähnen gleichen, zusammenaeseket, 'weiß, weich und sasslig; die Stengel sind einerSpannen hoch, rund und saffrii, an welche,, tEaus der Mitte bis an die Spitze Purpurfarbene L'Blümlein kommen, die einen kleinen schwartze«runde» Saamen in kleinen Knöpffen bringen. ' >Es dienet sür Schlag, Lahme und Entzündun-gen, und wird aus dem Kraute samt der Wur-zel ein Wasser gezogen, welches wider die schwe- .reNoth der Kinder vortrefflich ist: wie denn 'auch der aus dem Safft der Wurtzel bereitete ^Syrup gleiche Wirckung thut. M

Zahn-Pulveu, ist ein Pulver, wclches d eZähne,wenn sie damit abgerieben werden,wen,rein und gut erhält, und vor der Mundfäule "präserviret. Etliche brauchen pure, iedvch ll>r ?gesiebte Tabacks-Asche oder zu Pulver gebranu- ^le Rinde von grobem Brote; andere, die es bes-ser haben wollen, brennen ein Pfund Roggen- ' uBrot, wie zu einer Kohle, nehme» es gar sau- 'berlich aus dem Feuer, daß keine Asche daran Ä,-bleibe, stossen es so klar, als nur möglich, thuneine Hand voll Salbev-Blättcr und eine Handvoll Löffel-Kraut, so beydes wohl getrocknetund geflossen, zwey Loth Weinstein, ein halb ! ,Loth rothe Corallen, und den vierten Theil von /einer geriebenen Muscaten-Nuß dazu, pulveri-siren und mischen es alles zusammen, und brau- 'chen es alle Tage. Oder sie nehmen zwey Loth ^praparirte Corallen, zwey Loth xräparirte Cry- ^stallen, ein Loth Canarien-Zucker, ein halb Loth ,rothen Sandel, ein Qvintlein Alaun, ein halbQvintlein Würtz - Nelcken, und eben so vielZimmet-Rinde, pulverisiren dieses alles, und D,.reiben mit solchem alle Morgen die Zähne sieis-sig und wohl. Es erhält sie nicht allein weiß, " ^präserviret sie vor dem Weinstein, und das 'Zahn-Fleisch vor dem Scharbock, sondern es ^verhütet auch die Zchn-Schmerlen, wenn ^man sich fleißig damit reibet, und ist sehr wohl-riechend und lieblich zu gebrauchen.

Zahnstocher, ist theils ein von Silber, theilsein von zarten Elffenbcin, theils aus einer Fe- /der»Kiel, theils aus Buchs-Baum oder Flie-der-Holtz zugespitztes Instrument, welches bis-weile» auf das zicrlicMe mit Gold- oder Sil-ber-Drat umwunden, womit dasjenige, waS ei-nem vhngefehr bey», Essen in den Zähnen hm-gen geblieben, wiederum heraus gelöset wird,und damit dergleichen allezeit reinlich und be- z,qvem bey sich zu traaen seyn möge, hat man >darzu ein stählern, silbern, oder von andernMetall verfertigt Futteral, darein man der« >>-.gleichen etliche zu stecken pfleget.

Zahn-N?ury, siehe Zahn-Rrauk-Zander, Nawnau!. Sch-li, See-Parsch,ist ein Raub -Fisch, so in der Oder und Spree, !, !auch in s rossen Sem in der Marck-Branden- ^-i

durg,