Z?II Wnrtzel Gewächse Wut
»ud unartige Erde/ darinnen weder guteNahrung noch Krasst befindlich, derohalben«'.ich solche dem Stamm keinen guten Safftund Wachsthum mittheilen kan, sondern dew-rd anbrüchig, und verursachet, daß derBanm keine gute Früchte Herfür bringe» kan,und endlich aar verderben muß. Ist aber derBoden auch in der Neffe gut, so schadet esauch nicht, wenn gleich denen Bäumen dieHertz-Wurkeln geladen werden. Der Wein-Stock hat dreyerlsn Wurkeln, nemlich eineflerad unter sich treibende, so die pscil-'Wur-zel gensnnet >rirö; Thau-oder Tage-Wur-zel», so zur Seite hinaus wachsen, und zwariv kieff, als ungefehr der Tdau eindringenkan, und die Wasser-Wurrzeisi, welche zwarauch aus den Seilen, absr ganiz vbcn an dsrFläche des Erdreichs auswachsen. Die Wur-cln der Krauter, welche zur Arkncy dienenvllen. müssen zu ihrer gewisse« Zeit aesamm-let werden; denn diejmiaen, welche, wennsie reiff, zugleich auch Holeis werden, müssenentweder im Frühling, oder ja, wenn sie inihrer besten Äi.Ft und Wachsthum stehen,andere aber, die ohne solche Veränderung zuihrer Vollkommenheit gelangen, möacn auch>Nl Herbst, wenn die Blatter schon abgefal-len, ausgehoben werden. Man -nutz sie inlrockner, und sonderlich die dünnen und klei-ne!! in gemäßigter Laffc behalten. Die Wur-zein, so in der Küche dienen, werden in ei-nem Keller in Sand verscharret, damit sielange frisch bleiben, und den Winter über ge-naset werden können.
Wurysl-Gewächse, die in der Küche zurSpeise gebrauchet werden, sind: Pzstinack,weisse Rüben, Möbren, oder gelbe Rübe»,retde Rüb?n, G'teck-Rüben, Zocker-Wurkeln,Rübn,-Kerbel, Rüben-Raxuuke!, Selen,Eichenen, Rettn, Monat-Rettig, Meer-Rcttig, Haberwurtz/Scorzonere, Petersilien-Wuitzeln, Zwiebeln, Schalotten, Lauch,Knoblauch, Erd-Aepffel, Erd-Birnen, Erd-Nüsse, Tartuffeinze-
"Mut, ist eine von denen schlimmstenKranckheite.i der Hunde, wov»n sie entwe-der i>: Sonnner bey allz» grosser Hike. oderdes Winters bey grimmiger Kalte überfallenwerden- Die gemeinen Kennzeichen sind:Daß sie ihren gewöhnlichen Fraß nicht ach-ten, sondern lieber hunaern, ihren Herrnnicht mehr kennen, wir denen Auaen starr,inich scheu und flüchtiq sich umsehen, dasM'iui vor Hike stets offen halten, schäumen,und aus denen Nasen-Lochern schnauben,den Schwant; zwischen die Beine krümmen,selten und heischer beSien, und alles aniauf-sen. Was sie beissen, wird auch toll- Sielauffen nicht über ueun Tage, und sterbenz'lieitt gar schwerlich. Es soll aber die Wutoder das Rasen der Hm-de siebenerlei) seyn:Ms die hiyige "wüt, die lauffende Wut,die fakr?ttse Wut, die fallende Wut,die schZaFenHeWi't die grimmende Wut/vns die stressende ^v>!t. Die erste, «em-
Wut ^ zzi2
lich die diyige Wut, ist unter allen dieaefährlichste und unheilbarste, der man mitkeiner Arknen vorzukommen vermag. DieZeicken derselben sind: Erstlich traget einsolcher Hund seinen Schwank gerade übersich und in die Höbe, welches bey denenübrigen Arten der Wut nicht geschiehet;hernach hat er ein sehr schwarzes ohneGescht gank trockenes Maul. Er läuffet al-les an, was'er vor sich findet, ohne Achtmizzu geben, ob er in W/sser oder Morast gera-the; alles lebendige, es sey W uschen oderVieh, ss er verlostet und blutend beisset, wirdauch wütend. Ein solcher Hund treibet cs,wegen allzu grosser Schmecken, .nicht lan-ge, und, wenn cs bald «us mit ihm ist, se-«>>l er sich, und schreiet unnatürlich. Dieandere, nemlich die laufende Wur ist zwarauch eine schlimme Kranckheit, unv aleich-falls unheilbar, jedoch ist der Biß nichts»vergifftet, noch so gefährlich, als der erstere:denn wenn ein Hund diese Wut hat, undeinen andern Hund beisset, so bekommt dererste Hund, der gebissen wird, alles Gisst,und wird wütend; aber die andern alle, soer selbigen Taqes hernach bcssen wird, wer-den nicht wütend. Solche Hunde grelffennichts anders an, als allein Hunde, und ge-ben Acht, wo sie Hunoe bey einander sehenund h^ren, daselbst lausten sie hin, und beis-sen sich mit ihnen herum ohne Ursach; sielauffen auch immer in Strassen fort, nehmenden Schwan» zwischen die Beine, und tra-ben wie eiu Fuchs. Wenn ei» Hund dieselauffende Wut bekommen soll, hat man fol-gende Zeichen: Erstüch fressen sie sehr wenig,beriechen die andern Hunde, und nachdemsie solche berochen, beissen sie dieselben mitgar freundlichen Geberden, und Schwany-Wcdeln, sie holen denn gar liessen Athem,und blasen mit den Nasen Lochern, sehennach der Qvere, als ob sie schieleten, sindsehr kleinlaut und traurig, lauffen auch nachdenen Flieaen und Hänern, und geben an-dere närrische Zeichen und Gebärden mehrvon sich. Wenn man dergleichen «n denenHunden sieh't, muß man sie bey Zeiten vo«andern Hunden hinweg schaffen,' denn ihrAthem machet die andern Hunde auch wü-tend. Ein Hund, dem in seiner Jugend,und zwar im abnehmenden Monden, derWurm genommen worden, soll von sich selbstnicht wütend wexden, und wenn er gleichvon einem wütendcn Hunde angelecket wor-den, so!! doch dessen Biß andern nicht schäd-lich fallen. Einige lassen auch ihre» Hun-den den Schwank verhauen, und die Nerv-Ader, welche durch die Gleiche des Ruck-Grades der Länge nach bis an den Schwankgehet, ausrauffen. Wenn ein Mensch voneinem auf obige Arten wütend gewordene«Hunde gebissen wird, soll man einem sol-chen Hunde Haare ausrauffen, und über denBiß legen; oder man soll, wenn die Sonneim Löwen ist, im vollen Monden, lebendigeKrebse in einem wobl vermachten Geschirre
verbren-