z-91 Woll-Rad Wucher
gen verboten ist. Die weisse Wolle wird denandern vorgezogen/ weil sie allerley Farbenbesser annimmt, wiewohl die braune undschwartze auch ihren nützlichen Gebrauch ha-ben. Die Wolle dient zu uuzählichen Manu-facturen, in welchen d^aus allerhand Tü-cher, Stoffe, Boyen, Tapeten, Strümpffe,Hüte, Crepone, und sonst viel anders zurKleidung gehörige Sachen bereitet wer-den, welche sich nach der Güte der dar?«gebrauchten Wolle richten, und um so vieledier ausfallen, als besser die Wolle gewesenist-
V?okl-Rraut, siehe AöniNsRerye.N?oU Rad, heist ein Gpinn-Rad ohne Wo-chen, worauf die Wolle gesponnen wird, ist miteiner Souie, Flügel Stroh - Fily unv Spin-de! versehen, und wird wie ein anders Sptim-Rad aetretew
VvoU-Schnure, ist eln starcker von Hanffgedreheter Bindfaden, womit die abgeschoreneWolle in Ballen aebunden wird, da? insn siedesto besser wagen und fortbringen kan.
IVoll Schure, suche Schaaf-Schure.Wolstand, siehe Meister wury,"wolverley, ist ein Kraut, so in Hollsreinwild wachst, bey uns aber in Gärttn gezieletwird. Es hat Blatter fast wie der Wegerich,und einen dünnen haarigen Stengel, an dessenSpitze Koid-geibe Blumen im Junio «scheineu, hat einen bittern scharffen Würq > Ge-schmack, und zerteilt, in B er oder Wein ge-soticn und davon getrnncken, das geronneneGeblüt im Leibe. In Bier gekocht und davonaetrunckcn, ist es ein But-reinigendes undSchweiß-treibendes, auch wider das Fieberdienliches Mittel. Von der Wmtzel getrun-ken, zermalmer oen Leni'en Stein, und heiletdie Geschwüre der Gedärme. Kraut undWurtzel gepulvert, dienen dem Vieh ben anste-ckenden Seuchen; gekocht unv dem Vieh zusanffen gegeben, wehret dem Gisste von innenund aussen.
"Mroize, Heisset an einigen Ortender muth-wllüge Schade, so im F.ld,aü Aeckern, Wiesen,Gärten u. s. w. verübet wird.
Wucher. dieses Wort wird im guten undbösen Verstände genommen. Denn man ver-stehet offt allen Gewinn, den man nnt demSeinigen im Verkedr von dem andern an Gel-de oder Geldes werth, oder auch nur an Gelde, (in welchem Fa>> es Zins, Interesse heißt)als Nutzung und Vortheil nach denen Rech-ten der Billigkeit und Gleichheit erlanget,weil man eines andern Nutzen und Gewinnmit dem seinigen befördert, und also wiederum etwas Nutzen dagegen zu haben billigist. Und überhaupt ist also nicht wider Got-tes Gesetz, in diesem Verstände mit dem sei-nigen zu wuchern. Ein Kauffmann wendetauf die Waare i) Geld an ihren Preis, Imp:'st, Fracht und andere Kosten, das kan ernun -) eine Zeitlang nicht als ein Mittelftmes Wohlstandes brauchen, daher entgehet, aus so lange der Gewinn, z) Wendet er
Wucher -^z
daraufMühe und Arbeit. 4) Währende Zeitmuß er leben mit denen, die er daxu hält.;) Es wird endlich auch durch die Zeit?fftetwas verdorben. Da würde er nun um ei-nes andern willen, dem zu gefallen ers kom-me» lässet und an sich halt, an dem seini-gen einbüssen, wenn er nicht auch dieses Mfdie Waare schlagen dürffte. Er muß endlichauch Kosten 6) ans ihre Verwahrung, nach-dem sie lange dauert, wenden. Alles diesesschlägt er also bey dem Verkehr billig auf dieWaare, und es würoe unbillig seyn, daß, dader andere die Waare an einem Ort, zu gewis-ser Zeit, ohne Mühe, und beqvem zu seinemNutzen oder Gebranch durch den Dienst desKauffmanns haben kan , wenn dieser nichtsansetzen solle, «ls was ihm die Waare wirck-lich kostet. Alles übrige nun an Interesseund Mühe Heisset sein eigentlicher Gewinn,der solchergeiralt nach Unterschied in derAus-rheilung auf die Waare ba-dgroß bald gering,ja wohl gar öffters nach denen Umständennichts, oder gar Verlust se»n kan. Man sie-het also gar leicht, daß es sehr schwer, auch dieLeute dieser Wirtschafft so aleich ei es Wu-chers zu beschuldigen, wenn sie gleich theuerseyn. Man siehet hiernckchst auch, daß nachdenen Gesetzen der Liebe und Klugheit eiltKauffmann von seinen Waaren, sonderlichdie er wieder sereinyelt, nach Unterschiedder Zeiten, und der reichen und armen Käuf-fer, mittelst Bieten und Wiederbieten, undverschiedener Aceords, eine Parthie theurer,die andere wohlfeiler ?e. geben, ja gar an ei-ner Partie verlieren, an der andern aber ebendieses zu gewinnen suchen könne, und daSalles doch ein rechtmäßiges Wuchern oder Ge-winnen Heisse. Leute, die sich hi r so leichtmit Urtheilen übereilen, haben wenig Be-griffe von Wucher und von Handel und Wan-del Allein hiernächst wird auch das WortVvucher in bösem Verstände, und zwa? heutzu Tage meisteutheils genommen, niilhin voit^rechtmäßigem Gewinn, Interessen und Ver-' dienst unterschieden, folglich theils im weit-läufigen Verstände von allem unrcchtniäßi-gen Gewinn, oder aber im engern Verstände,von unrechtmäßigem Gewinn und Nutzunzgenommen- welche man im Verkehr mit sei-nem Gelde aus mancherley offenbare oder ver-kleisterte oder verdeckte Weift an Geld undGeldes-Werth von seinem Nächsten ziehet.Wucher und Wücher treiben heist aber, aller-hand rechtliche und wirtschafftlichs Geschaff-te, grob und listig und so verkehrt brauchen, da-mit man solchen desto leichter und sicherervon seinem Nächsten erlangen könne, wiedenn dazu allerhand Cvntraete mit einanderverbunden , und allerhand Verträge daraufgar fein eingerichtet werden können; welchedeswegen wucherliche Contraete genennet wer--den. Und man siehet leicht, daß ein Wirt?'icie aottloje Sache als eine Pest, und alsdie - röste Bosheit, die mir Gewalt und Be-trug ausgeübet wird, ja welche eine Entwen-dung und Line besondere AttderDtebersy ist,
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