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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
3079-3080
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zy/9 Wagen-Bürste Wagen-Meister

schwerern. Welcher Wagen zuerst aus dieBrücken kömmt, der soll zum ersten überfah-ren, er sey leer oder geladen.

Wagen-Bürste, ist eine Art derer Pursten,w^che in ailen den:n Glas-Bürsten gleichkömmt, doch nur mit diesem einigen Un-terscheid, daß sie ungleich grosser, und einenlänqern, böltzernen Stiel htt. DergleichenBürsten dienen die Rader und das Gestelle,ja den gantzen Wagen vom Kvth zu rei-nigen, und vermittelst des Wassers davongank reine abbürsten.

Wanen-Flechtc oder Wagen-Aorb, ist einvon Weiden- Zehen geflochtener, langer, obenweiter und unten engzusammenlauffenderKorb, welcher an Vereinen schmalen Seite völ-lig offen ist, und auf den Rüst-Wagen zwischendie Leitern geworffen wird, damit nichts durchdie Schwingen fallen, oder vom Spritzen derRäder unrein werden möge

wanen-Leiste, ist ei» ohnaesebr zwey und«ine halbe Ellen langes, gemeiniglich aus ememBaum-Ast. oder anderer beqvem gewachsenenStana? gearbeitetes, Stücke Holy, welchesoben spitzig mit einein kleinen Ablast, untenaber viereckige mit einem eisernen Ring, wel-cher d-e Scheere genennet wird, und derglei-chen Zwinae, über derselben aber mit einemÄvrh Blech, so das Einspritzen des KorheSin die W'aen-Schmiere verhindert, verfthenist uid mit der Scheere an die Achse gestos-sen ob/n aber mi? einem eisernen Haspen anden Sber-Leiter-Baum befestiget wird. Or-dentlicher Weise hat ein Wagen vier derglei-chen Leisten, wiewohl eS auch welche giebt,die solche nur an dem Hinter - Waaen führen,o» stat der vördern aber nur die Decklehnenhaben.

Watten Leitern, sind aleichsam die Wändedes Rüst-oder Bauer-Wagens, welche ver-hindern/ daß von der dazwischen geladenenLast im Fahren nichts davon herab salle. Sieha!,ui ihren Nahmen daher, weil sie ihrerBäume und dazwischen stehender Sprossenoder so genannten Schwingen halber, denenordentlichen zum Steigen vci fertigten Leiternziemlich gleich sind. Die Unter-Bäume müs-sen schnurgerade seyn, und taugen hierzu dietäiwenen Stanaen .am besten. Die Ober-Zeiter Bäume sind in der Mitte, wie man esannehmen will entweder unter oder übersich gebvqen. Diese heißt maiiTvüst-Leitern,und geKören auf den Rüst-Wagen, mit wel-chen ausser der Erndte gefahren wird, jeneaber werden Erndte Leitern genennet, weilman sie zur Zeit derHeu und Getraids-Ernd-te auf den Wagen zu legen vfleget; wiewohlauch an manchen Orten die gemeinen kleinenRüst-Leitern, so viel die Ober-Bäume betrifft,die Fiaur der Erndte - Leitern haben. Zu denOber-Leiter-Bäumen ist das Bircken-Holtzdas beste.

Wagen-Meister, keisset bey derJägereyderjeniae Bediente, dem die Jagd - Wagen unddas andere Iagd-Gezeug anvertrauet ist.

Wagen-Scheppen Waid zc>8o

Seine Schuldigkeit bestehet darinnen, daß ereine aetreue Aussicht auf den idm anvertrau-ten hohen und niederen )agd-Zeug habe, undhierüber ein richtiges Verzelchmß oder >nv°n-rarium Halle; aufdie Zagv vandwercks'Leuteals Jagd-Seiler, Jagd-Schneider, Iaad-Gattier, ^agd - Riemer, -laad» Schmieds,Iagd-Waanei:e- und deren Arbeit gute Ach-tung gebe, den schadhassten Jagd-Zeug fleis-sig ausbessern lasse, und was er dabey sowohlals zu neuem Zeuge, an Leiuewaud, Seiler-Werck, Eisen -Zeua, anHaacken nüd Ringeln,Bindfaden, Knebeln und dergleichen von demvorhandenen Vorrath heraus nebet, ficißizaufzeichne, und darüber richtige Rechnunghalte; so ein Jagen angestellet wird, dendar;» gehörigen Zeug, was und wie viel vomOber-Zager-Meister verlanget wird, richtigaufladen lasse und mercke; die benöthigteVorspannung an Pferden und andern m>tallem Fleiß besorge, und den Jagd - Zeug zurechterZeitanOrt und Steii-Flugel ordentlichvertheile, die benothigten Stell-Leute oderso genannte Blauhüte gehörig anordne; denabgetriebenen Zeug, so nicht mehr nöthig ist,wiederum abwerssen, heben und ferner dahin,wo er verlanget wird, zum Fortstellen hinrü-cken lasse; bey grosser Sommer-Hitze und zubefürchtenden schweren Gewittern, wegen be-sorglicher Feuers Gefahr, die Zeug-Knechte,Wagen und Bereitschafft alles fertig habe,um bey creigenetem Unglück gleich zur Stel-le zu seyn, nnd alle mögliche Rettung znthu».

wagen - Schmiere, wagen - Pech, sucheTheer.

Wagen-Schoppen, ist ein nothwendiaesGebäude bey einem Gute, darinnen die be-nöthigtenRüst-Wagen, auch Pflüge, Egen,Mist-Breter, Wagen - Leitern und anders der-gleichen Fahr-und Acker-Geräthe vor Schneeund Regen trocken stehen, liegen und hängenkan. Der Schopffcn oder Schoppen soll ei-nen trockenen Stand und Boden haben, undvvrnen offen und ohne Tohr-Flügel, auchso geräumig seyn, daß ein jeder Wagen oh-ne Hinderniß und Verrückung des andernheraus und hinein geschoben werden kön-ne Uiber dem Wagen - Schoppen kanman ein paar Getraide - Boden über einanderanlegen, die neben dem Schöpften ihre Trep-pen bekommen können.

Waid, weid, ist ein Kraut, welches sehrstarck in Thüringen gezeuget, und zum Färbe»gebrauchet wird. Es hat lange, unten breite,oben zugespitzte Blatter, gelbe Blüthe, undplaate Schötlein, worinnen ein gelbes Saam-Körnlein lieget. Der Waid erfordert einenvon^Natur fetten, schwarizcn oder recht wohlgedüngten Boden, der tieffund wohl durchge-ackert worden, und über Winter liegen geblie-ben. Im Frühling wird solcher zur Saat ge-ackert, und der Saame bey gelindem Wetterausgesäet, iedoch mit der Vorsichtigkeit, daß

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