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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
3067-3068
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zo6? Wachtel

lich nnd unangenehm vor, andere aber hören esgerne, r«'d haben ein sonderbares Vergnügendaran. Die Wachtel, wenn sie noch sv zahm,ja, wenn sie ihr Lebtag nicht in dem Feld gewe-senist, nimmt doch von Stund an da sie insGras kömmt, ihre natürliche Wildigkeit an.Kein Vsael brütet später imIahr als dieWach-lel. Diele verrichten erst im September ihredritte Brüt- Sie legen zshen bis vierzehenEver, und ist dieses besonder an ihnen, daßMännlein und Weiblein nicht beysammenbleiben, sondern so bald das WeibleM Euerlegt, so bald sucht auch der Hahn ein anderWeiblein, und kommt nicht mehr zu den- vo-rigen. Sie sind überaus leicht aufzubehal-ten; iedoch, wenn sie recht frisch bleiben, undetliche ^ahr nach einander schlagen seilen,brauchen sie gute Wariung. .Die >un«e, wennsie nur acht Tage alt sind, bedörffen langnicht so viel Mühe als junge Rebhüner, dieohne Ameis-Eyer nicht aufzubringen sind,sondern sie nehmen mir gehackten Eyern undHirsen verlieb, wenn sie nur von ihrer Mut-ter, oder von einem andern Weiblein (dennfast ein iedeS nimmt sich fremder Jungen an)aeführet und bedecket werde»: Aber den er-sten Tag, da sie auskriecheu, und bis elwanauf den vierzehenden oder funfzehenden Tagsollen sie billig frische Ameis-Eyer bekommen,wenn man diegantze Schaar aufbringen will.Es ist ein geiler Vogel, sogar, daß er aus blin-der Begierde öffters eine vorkommende Krötemi stat des Huhns tritt, und wenn er sich in ei-nem Sriegel erblickt, aus gleichem Triebe zu-läufst, und in denen ihiue gelegten Schlingensich verstricket. Sie kommen erst im May zuuns, und sind von solcher Zeit an, l'is in den Au-gust am besten mit dem Russund Steck - Ga'rn-!ein, oder noch mit mehrLust, vermittelst verste-hender Hunde, in denen Wiesen mit dem Tiraßzu sangen- Der Wachtel - Fang mit dem Ruffwird aus vielerleyWeise in Feldern und Wirsenvorgenommen; wenn er aber recht vollkommenseyn soll, muß er in einer Ebene folgender Ge-stalt angestellet werden : Der Iäaer oderWach-tel-Mnger leget sich mit dem Wachtel Russindas hohe Gras, oder haib-Zewachsene Getraideaufdie Erde: Ohngefehr zchenSchritt von ihmaufbeyden Seiten hanget man an Slöcke oderPfähle, etwan anderlhalb Ellen hoch von derErde, zw/y Lock - Weible-n in Vogel-Häusern,die wie Hand-Körblein aestaltet sind; zweySchritte ausser denselben stehen auf vier SeitenFlug-Gärnlein an Stocken oder Fnrckeln han-gend, nur zwey Schritt von dem im Grase lie-genden Jager stecken rings um ihn her Wach-tel-Steck- Garnlein, und er selbst ist mit einemTiraß überzogen. Aus diese Weise könnengar leicht in einer Stailung, deren sich dochin einem Abend wohl zwo »rächen lassen, sunss-zehenbis zwantzig Wachteln gefangen werden,weiches den Sommer über ein grosses auskragt.Sonsten wird der Wachte! Fang auch auf fol-gende Weise angestellet: Man seket acht bisneun, auch wohl mehr Wachtel-Hahne oderMiüliei» schon im Marne i-i kieineKörblein,

Wachtel zo6z

in die man sonsten die Weiblein thut, wenn

man die Mannlein im Sommer damit fanden - - -will, und lässet also diese zur Lock eingestellte -Männlein ihre Körblein den Merüen undApril hindurch wob! gewöhnen; herm-ch, ''wenn sie i» dein May anfangen wollen zu schia- /«en, dasKörblsin aber so gewöhnet sind, daß -sie in. Finstern ihr Freß. und Trinck-Geschirr-lein sinden ksnnen, beruxfft man sie am Flü-geln, und sonsten hin und wieder, und seittsie in einem kühlen Keller, darinnen man siebis Bartholcmai stehen lasset. Inzwischen ,etwan vierzehen Tage vorher säet man aneinem zum Wachtel Strich bequemen Ort, ein >paar in der Lange hin lieaender Acker oderTagwerck, mit Haber oder anderem Getrai-de; solchen Fleck umstellet man auf einerschmalen Seite, und zu beyden langen Sei-te« die Helsste, oder doch den dritten Theil,der Länae herunter, mit einem auf die Wach-teln gerichteten Hoch-Gani, welches abersonstwie ein Hoch-Garn, das man aufdieReb--hüner branchet, gestaltet seyn soll. Doch istnicht nöthig, daß das Garn so hoch stehe, als dieHoch Neize,welcheaufHülier und Schnepffen >gerichtet werden, «nd braucht es vor die Wach-tel kaum halb so viel Garn, ais vor diese, ausserdaß, weil die Maschen viel enger seyn müssen, 'bey dem Stricken dennoch viel Zwirn aufgehet.

Die in dem finstern Keiler stehende Wachtelnnun setzt man um Bartholomäi wieder ansLicht, doch nicht an die Sonne, und hänget sie,wenn der Wachrei-Strich ansänget, vierzehenTage nach Vartholomäi, oder daferneeö baldreistet,auch wohl ehe, an hohenStangen zu bey-den Seiten des angesäeten Felde? herum, da siedenn so balden anfangen, die a,>nste Nacht hin-durch begierig zu schlagen, mit welchem ihremSchlagen sie sonderlich des Morgens vor anbre-chendem Tage verursachen, daß die Strich-Wachteln in das nunmehr heran wachsendeGetraide häufig einfallen, und man fast alleTage, wenn man nach der Sonnen Auftanzhinaus gehet, in mehr bemeldtem Acker überhundert Wachteln antrifft. Diese zu san-aen, gehen ihrer etliche unten, wo kein Garnstehet, mit Spik-Ruthen hinein, und trei-ben die Wachteln alle gegen dem obensteben-den Garn zu, sv, daß der Fang kaum eineViertel - Stunde währet, aber dock manche» 'Tag, so erträglich, als lustig ist. Es mache» >sich zwar einige Weyd - Leute Bedencken, dieWachtel-Hahnen im Frühling wegzusangen, > 'in Meinung, sie thun dadurch Schaden ander Brüt, aber sie haben dergleichen nicht zu - >besorgen: Denn die Hahnen, welche Hennetthaben, iausstN nicht, die aber keine Hennenhaben, bleiben nicht in der Revier, sondernverstreichen. Die Nahruna der Wachtelnbe-stehet in Weiyen, Hirsen, Salat-und Kraut-Samen, womit sie sich so fett mästen, daßsie zur Zeit ivres Strichs oft vor Fettigkeitnicht zu fliegen vermöae-n sie streiche» aberimHerbst in aller Stille fort, und zwar meh- , Äreittheil« im September, also daß deren wem- ^ge den Octvber erwar»en. Wenn man sie in

einen?

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