zo6z Wachs-Blume
alle Wust und Unrath hinweg komme. Hier-auf wird es zum andern mal ant einem ge-linden Kohl-Fener in einem weiten Gesässezerschmeltzet, und zu Papier-ähnlichen Blät-lein formiret/ damit die Sonnei! - Warmedesto besser durchdringen, und die Farbe sichändern msas. Diß zu wege zu bringen, netztman eii'e holtzcrne, sauber - gedrechselte Kugel,oder einen Teiler, in reinem Wasser, undsährt geschwinde damit in das zerschmolzeneWachs, welches sich gantz nibtii anleget,und Blätlem-Weift sich abnehmen lässet, wo-bey zu merckcn, daß die Kuael, so esst mansie in das Wachs stossen will, vorher» alle-mal mit srischem W isser geneket werden müs-se. Wenn nun alles Wachs zu solchen subti-len Blätlein gemacht worden, so setzt mandiese wieder zum Feuer, schmelyet sie zusam-men, und macht auss neue dergleichen dün-ne Blätter daraus. !!nd dieser Proceß wirdso offt wiederholt, bis dos Wachs die ver-langte weisse Farbe an sich genommen; wiewohl sich auch viele nur an der zweymaiigenWiederholung vergnügen, so wohl die Arbeitzu ersparen, als auch das Wachs, dessen durchösstere Arbeit nur weniger wird, zu menagi-ren. Endlich nimmt man diese Blätlein ausdem Wasser, worinnen sie von »er letztenSchmeltzung her gelegen, breitet sie aus einoder etliche mit Leinwand überzogene Hurtenaus, und stellet sie an dic Sonne, damit siesowohl dieselbe, als den Morgen-i>nd Abend-Thau gemessen mögen. Die beste Zeit z» die-sem Wachs-Bleichen ist im Iunio. Manhat rechte besondere dazu gebanetc Häuscrcderwachs Bleichen.unterdenen in Deutschlandverändern ehemalen den Borzug gehabt, wel-che in Auaspurg sich befunden. Wie und answas Art, ingleichen wohin dergleichen Wache-Hans gehörig anzulegen, zeiget Sturm iuseiner vollständigen Anweisung zu Stadt-Thoren, Brücken, Zeug Däusern :c. m.Z7- Die Bienen stellen diesem Wachs sehrnach, und die Sonnen-Strahlen, wennman es nicht zum öfftern begiesset und be-spritzet, zerschmeltzen es leichtlich, dahero manbeydes sorgfältig zu verhüten hat. Andere, anstat, daß sie das Wachs zu Blätlein machen,vergnügen sich, daß sie es wie Schrot durchgrosse durchlöcherte Löffel allgemach in kaltesWasser giessen, und es aus vorige Weise blei-chen. Das gelbe Wachs wird auch durch dieDiaestion mit Spiiiru v'»,i gar leicht dergestaltweiß gemacht, daß sich auch im iipnnu vi->inichts gelbes mehr befindet. Dieses also durchKunst weiß gemachte Wachs dienet andersnicht, als zu Lichtern und Keryen, weil durchdie Bleiche an der Heister Sonne, und das vie-le Schmeltzen, mit der Farbe ihm auch dieKrafft ausgezogen worden.
Wachs-Blume, ist ein Blumen - Gewächse,so in Gärten unterhalten wird. Die Blättersind länglicht, vorne breiter als hinten, undmitweissen Flecken eingesprenget. Die Blu-men, welche gelb oderPurvur-braun, sekin.als ob sie aus Wachs peßiret waren. Der
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Wachs-Lappen Wachs-Stock Z064Saame ist glatt und schwartz, und siehet bald
wie kleine Klanen.
Wachs-Lappen, wird derjenige reine unddichte Lappen von Leinwand genennet, derdurch ein reines Wachs gezogen worden, undwomit man die Scbräncke, Stuhle und der-gleichen Geräthe glatt und helle zu reiben pfle-get. Siehe obxn Bohnen.
Wachs-Leinwand, ist die heutiges TageSaar wohl bekannte Art einer aewächsten Lein-wand, die aus folgende Art zubereitet wird:Man spannet nemlich seine, ungebleichte Lein-wand nach ihrer Länge in Rahme , legt dieseHorizontal, und bestreichet sie mit einem be-sondern gekochtem Kleister oder Mehl Pappe,lässet selbiges trocken werden, und kochet in-dessen von sechs Pfund Lei» - Oel und einemPfund Silber . Glätte einen Firniß, in wel-chem man geriebenen Kien - Ruß, weiß Bley-weiß und welche Farbe man verlangt, mithinein menget, und, wenn endlich alles tro-cken, wird zuletzt ihm der Glantz mit einemMastix. Firniß gegeben- Eine solche zugerich-tete Leinwind wird zum Uiberziehen derKutschen und Chaisen, zu Hut-Futtern,Mänteln, Tisch-Decken, Tapeten, Einbal-Uiung der Waaren und Kisten, sehr viel undnützlich gebraucht. Diejenigen, so über dieTische, und stat der Tapeten, zu Bekleidungder Wände kommen, werden heut zu Tagegar schön mit allerley Farben und Figuren ge-macht.
. Wacks-Stock, ist eine besondere Art vonlangen Wachs-Lichtern, weiche nicht mit Hän-den sormirek, noch gegossen, sondern gezogen,und in gewisse Fiauren gewunden werden.Hierzu braucht man ein gewiss-s Eiscn, daSmit verschiedene» Löcher» versehen, derenimmer eines grösser ist, als das andere,sast auf die Art, wie die Drat-Zicher ge-brauchen, und nechst diesem zwey Räder ode«Haspel, davon einer lincks, der andere rechtsstehen, und beyde wohl befestiget seyn müssen.Zu diesen wird ein Besässe, darunter man .koh-len anschüren, und das Wachs stetsgeschmol-zen halten kan, gestellet, und das auf Knau«le abgewundene, gebleichte, flächscne Garn,vier-sünff-oder sechsfach, nachdem der Wachs-Stock dünn oder dick werden soll, in dasGesässe mit dem geschmoltzenen Wachs ge-tnncket, durch das kleineste Loch des Ei-sens durchgestecket, und immerzu also aufdas rechter Hand stehende Rad viele Ellenlang aufgehaspelt. Wenn solches geschehe»,haspelt man den Tocht wieder ab, auf daslincker Hand gehende Rad, und richtet esalso ein, daß der nunmehr mir Wachs über- ^zogene, und durch das kleineste Loch gegan-gene Tocht, wieder durch das geschmeltzteWachs, und von dar durch das zweyte etwaSweitere Loch gezogen, und abermahl auf dasrechter Hand stehende Rad gehaspelt werde, ,und dieses also sort durch das dritte, acht« >'bis zwölffte Loch, nachdem man den Wachs- AvStock dick oder dünn haben will, und be-kommen sie davon ihre Nahmen, öas man sie
Fünfer, ^