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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
3047-3048
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zo47 Volck Voll-Hüfigkeit

Schemen und Ställe durchgehen soll, umallenthalben den Nutzen des Herrn zu bewrdern, und den Schaden abzuwenden. Zudiele»! Ende wird von einem solchen Mau»erfordert, daß er mit senien uiite^gebenenDi> nst-Leuten ernstlich »mache, keine Memein-schafft mit ihnen habe, noch weniger aber garPanhi-rere» mit ihnen vornehme, und untereiner Decke mit seidigen liege.

Volck, wird von den Rebhünern gesagt, unddarunter der alte Hahn und Henne, und ihreJunae verstanden/ Man findet zuweilenWolck Rebhüner, die aus sechzehn,, acht-tehen bis zwanzig und mehr Stücken be-stehen.

voll Mast siehe Mast.

Voll Hufigkeir der Pferde Heisset, wenn ei-nem Pferde der Kern ie langer ie grösser in demHufwächst, daß auch gantz keine Höhle mehr zusehen. Dieses Uibel bekommen dieP/erdevennassen Ställen, morastigen Weiden, überflüssi-ger Feuchtigkeit der Schenckel, übelm Beschlä-ge, gar zu fleißiger Einschlagung mit Kuh-Mist? oder wenn am Huf die Wände abge-schnitten, oder so schwach gemacht worden,daß sie selbst abbrechen; oder es wird auch vonBeschellern und Stutten ererbt. Solches zurunren, treibe das Leben mit Heissem Pech zu-rücke, aber man muß die Crone dabey seuchthalten, damit es oben nicht ausbricht, und laßihm an stat des Küh-Mists mir Husslattigeinschlagen. Oder, laß das Pferd im abneh-menden Mond beschlagen, und wohl ausschnei-den, und gieß alsdenn heisses Pech um dasHorn herum; oder mache folgenden Einschlag:Unuelöschren K-ilch zwey Hände voll, Vitrioldrey Loth, Hirsch - Unschütr ein Viertel-Pfund, alr Schmeer anderrhalb Pfund, mi-sche es unlcr einander, und schlaae es mitHanff Werg über schmier auch den Huss mitungesalyenen Speck. Oder, schmiere demPferde auswendig den Huss wohl mit einerHorn - Salbe, laß ihm den Huf fein dünneanswircken, geuß alsdenn guten starckenBratewein in den Huf, lege ein wenig Hee-de oder Hanff Werg darauf, zünd es an, undlaß es mit dem Brantewein verbrennen:Nimm hernach Grünspan, Vitriol und ge-brannten Alaun,/ines so viel als des andern,mische diese Stücke durch einander, und ma-che einen Einschlag mit Brantewein draus,laß ihm das Eisen wieder aufschlagen, undschlage ihm täalicd mit solchem Einschlagein, laß ihm in zwölss oder vierzehen Tagenwieder dünne auswircken, allerdings wie zu-vor, das thue drey-oder viermahl, so gewin-net das Pferd hohle Füsse, und damit es ihmdas Leben oben zum Saume nicht heraus tret-be, so schmiere ihm solchen alle Tage einmahlmit Horn-Salbe. Oder, laß dem Roß wohlauswircken, nimm ungebrauchte Wagen-Gchmier, halb so viel Horn, halb so vielWachs, ein wenig mehr Schwefel, wenigerHar«, Kupffer Wasser, so viel als Hary, Ter-pentin, Gallitzen-Stein so viel als Schwefel,laß es durch einander heiß »ergehen, schlage

Vor-E»de Vorlage

dem Roß damit aufs wärmeste ein, und ver-binde es wohl mit Hanff-Werg. Oder,nimmvor einen Groschen rothen Hucker, Drachcn-Blut, Quecksilber eines ieden vicr Loth, Grün-span zwey Lolh, »nd dasWeisse von drey Eneni,macke alles zu einer Salbe, laß dem Roß, wennder Mond im Abnehmen ist, rein auswircken,und ebenfalls «malten Mond die Strahl-Aderschlagen, und das verbrannte Blut hcrgujlauffen, bestreiche ihm so denn, m>t erst ge-dachter Salbe, allzeit über den andernTag den Huff, und continuire acht Tagedamit, so bekommt das Roß wieder gutenHuff.

Vomitiv, siehe Brechen.

Vorder-Achse, suche Achse.

Vor-Ende, wird bey dem Acker-Bau das-jenige Stücke Gras-Fleck genennet, welchesvor der einen Seite des Ackers gemeiniglichlieget, und wenn eS nicht von gar zu gerin-gem Innhalt ist, das Wiesen - Recht hat, daßes nemlich nur zu gewisser Zeit wie diese be-hütet werden darff.

Vor-Essen, Heisset dasjenige Gerichte, s»noch vor dem Fisch und Braten aus die Ta-fel gesetzet wird, und insgemein aus Fleisch,Hünern und dergleichen bestehet.

Vorgang oderVorlauff, siehe Brante-wein-Brennerey.

Vorgrelffen, heißt bey denen Jägern miteinem Leit-Hunde, um oder in einem Holyeherum ziehen, zu vernehmen, ob das Wildpret,welches an einem Orte hinein gespüret werden,darinnen geblieben.

Vorhang, heisset der vom Nessel-Tuch,weissen oder bunten Coton, vom Schieyer, .Schwebisch, Stangen-und anderer auch bunt-farbigen Leinwand, bereitete Vorzug vor eineOeffnung, derentwedet schlecht, odernachdie- -ser und jener veränderten Art mit Falbeln be-setzet,oder sonst, wie insviidkrheitdieCotoncliund dergleichen, mit Schnüren und Börtleinausgezieret ist, und durch die an Sei-ten und in der Mitte herabhangende Qva-sten auf-und zugezogen werden kan-

Vor-Holy, siehe Holy,

Vor-Iagen, suche Jagen.

Vork«uffer, siehe Hocke.

Vorkauff, ist eine Art eines Neben-Coit- ^traeteS, da nemlich unter den Contrahenten 'im ordentlichen Kauff Contract ausgemachtist, daß wenn der Käuffer künfftighin die ge-genwärtig aekauffie Sache etwa wiederum an >einen andern verkauffen weite, der Verkäuffer ,alsdenn allen andern solte vorgezogen werden,wenn er nemlich eben so viel als ein fremder > >zahlen würde. . '

Vorläuffer, siehe L äusser.

Vorlage, nennt man dasjenige Geschirr, -welches bey dem Destilliren unten vor dasRohr gestellet wird, daß die abziehende Feuch- x"tlgkeit dahin tröpsse. Es wird gern zu der-gleichen ein durchsichtiges Glas mit einem en-gen