zc>?7 Vogelbauer
Nestern zu ilen, dergleichen auch an andernVögeln, die ihre Nester auf Bäumen vdcrin Löchern haben, zu bemercken; wenn derGrü» Specht viel knarret und schreyet! wennderReiaer seine Wasser und Teiche milSchrey-en verlässet, und sich traurig auf das FeldMet, oder sehr Joch flieget; wenn^die Krä-gen und Roben über die hohen Nebäude oderFelsen Hauyen-weise in einem Kreise herumfliegen, uns sich hernach am User des Was-sers versammle», daselbst an dem Sande hinund her laufen, sehr schreyen, und sich insWisser tauchen; wenn die Dohlen einsamauf denen Hausern sitzen, und mit den Flugeln flattern, auch mit ihren Schnäbeln hinund her auf der Haut hemm fahren ; wennras Zann-Königlein in seinem Flug und Ge-sang lustig istwen» sich dse Kräden ins Was-ser auf die Steine setzen, und sich efft tau-chen und schreien; wenn die Pfauen desNachts offt und laut schreyen; wenn dieWasser-Vögel ihr gewöhnliches Wasser ver-lassen, und neben demselben «»f dem Landesitzen, und die Federn schütteln; und hinwie-derum, wen» dieVßael, die ihren Aufent-halt aewöhnlich aus trockenem Lande haben,sich zum Wasser versammle», und schreyendsich besprengen oder ins Wasser ti-n Heu ; wenndie Sperlinge und andere Vogel übermäßigschienen, faul und tranrig sind; wenn sichdas Rothbrüstlein in hohleBäume, oder in ö^eHauler und Gemäuer verstecke!; ingleichen, dadie Fincken frühe vor der Sonnen sinaen, sol enket dieses alles ans Regen und Ungewitler.Herentgeaen, wenn die Raben osst schreyen,»der das Maul gegen die Sonne aufsperren, desMorgens anfden Bänmen sitzen, und ihre Flü->. l und FederN ausbreiten! Wenn die Helk-Tauben ungewöhnlich rufen; wenn die Wey-hen hoch in der Lufft fliegen, und niit einan-der spielen; wenn die Nachtigall ohne Nach-lassen , zu ieder Zeit und Stunde wider ihreGewohnheit sinaet, so geben diese zu erkennen, daß die Lufft schön und trocken werde»wolle. Wenn aber die Wasser-Vögel, diesich aewöhnlich in Pfützen, Seen und kleinenNüssen aufzuhalten pflegen, sich von dannen inarosseWasser, die nicht leichte zufrier "N, bege-ben , verkündigen sie eine grosse, hefflige undlange anhaltende Kalte.
Vogelbauer, Ocbauer, Raflch, Vogel-Haus, ist ein kleines von Drat oderHoltz ver-fertigtes Behältniß, so denen so wohl aufdenHerd benöthigten Lock-Vögeln und Vorläu-fern, als auch denen in den Zimmern mrErgölznng zu halten gewöhnlichen Sana-Vögeln zur Wohnung dienet. Die Vogelbaueroder Vogel-Hauslein werden auf mancher-ley Weise aemacht- Etliche rund, wie eineKugel von lauter Drat, welche oben eineneisernen Ring haben, wie zu den Papageyeu,Grüniyen oder Krumm schnäbeln, Zeißlein undHirn-Grillen; etliche halb-rund, Bogen-weise, etliche länglich; von drey oder vierSrninac?!, als zu den Nachtigallen; etliche
Vogelbauer zo-z
weit und hoch, n"d in der Mitte ein rundHpltzlein, oder kleines Tellerlem, in derGrosse eines Doppel -Thale-c, mit d-ppeltenTuch überzogen, zu Lerchen, das' sich derVogel darauf schwingen und setzen lau; etli-che sind gar eine, wie die vor die Zeißleinund andere kleine Vogel; etliche etwas wei-ter, vor die Kernbeisser, Krnmmschnäbel :e.Die Häuslem der grossen Herd-Vögel ma-chet man insgemein von Hol» : Denn dieMistler, Drosseln und Amseln sind viel zuwild, und würden in denen von Drgt ge-machten Kefichen ihre Köpsse gar bald zer-flossen, und ihr Leben, ehe sie noch das Ge-fräste gewöhnet, frühzeitig enden! deswegenpfleget man ihre Sprüssei von Hsltz zu ma-chen, oben aber Decken und Leinwand drü-ber zu ziehen, damit sie vor Schaden gesichertseyn moaen. Und dieses iß auch bey Verfer-tigung der Wachtel- und Lerchen-Bauer» zubeobachten, weil diese Voael gar gerne mitihre» Köpffen oben anzustoßen, uno hm undwieder zn rucken gewohnt sind. Die Herd-Vögei, die man mit Milch nnd Hirse-Kleyenspeiset, brauchen keines Trinckgei.»irres; da-her» ihre Kefiche nur mit den Fee i-Trögle!»versehen werden, die man gemeiniglich,'da-mit sie die Hckusleitt nicht zu schwer machen,aus Linden Hol« bereitet. Ein ieder grosserVogel, so gar auch der Vorläufer, muß sei-ne» besonder» Bauer huben, in?ein sich diearossen Vögel zusammen nicht wohl vertragenkönne»; da hingegen die kleinere Vorläufersich in einem eintzigen,etwas weit eemichtsnKäfig einsperren) und also den« Herd zutra-gen lassen. Diejenigen, so fleißig aus demBusch stellen, und nicht gerne viel Voael-Hänslein mit sich schleppen wollen, lassen sichein Vogel-Haus .ms enie runde Scheibe ma-chen, dergestalt: Sie theilen diese Scheibein sechs, acht oder zwölss Therle, darnach siedieselben groß haben, oder viel Lock-Vögeldarein setze» wollen, doch sind die von sechsbis acht Fachen die besten. So manches Fachnun, so manche Säulen sind, und inderMit-ten eine grosse Säule, um diese werde» klei-ne Bretlein um und um geleimet oder gena-gelt, und dieses giebt in alle Fache die Eß-Tröglein. Oben hat die Säule ein Loch, undist gekerbt, wie eine Stolle am Himmel-Bet-te, das Esse» dadurch hiuab zn schütten, aus-sen aber wird einem ieden sein Trinck-Geschirranaehenckt. Bey Einsetzung eines Vogelswird eiwa ein oder zwey Spröi-lein gezogen,und wieder vorgemacht, falls sich dieThürleinnicht schicken wolle». Die Vogel Steller ha-ben sonsten die Vogel-Bauer und Käfiche,welche oben rund sind, lieber in denen Her-den, .ls die viereckigten, weilen die Netzennd Garne nicht so leicht darinnen hängenbleiben. Ausser denen Vogel-Bauern, die beyden Herd-Vögeln zu gebrauchen, hat man aucheinige zu denen Sang-Vögeln, theils zur Lust,theils zur Zierde, in denen Stuben, entwederoben an d er Decke, oder an denen Fenstern han-gen. Zu denen erstern gehören die HäuSleii»
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