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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
2995-2996
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-9?; VersammendeHabe Verschlossene

oi ne Bruch, welche durch äusserlich« Gewaligemeiniglich, ob wol auch offt durch nnvor,sichtige, selbst eigene Bewegung geschiehetWenn ein verrencktes Glied nur gleich unkgeschickt wieder eingerichtet wird, als wozuman auch in der Chirurgie Werckzeuge erfun-den hat, so k>ui msn die etwan folgende Ge-schwulst und die Schmertzen leicht durch zer-theilende Sachen heben. Diese Operationwird an denen meisten Orten, wo auch dieSckarfrickt'r sonst keine Menschen Äusserlicheuriren dürfen, dennoch denenselben noch ver-stattet, weil sie wegen der a» den Impiütenzu appl-cirenden Tortur hierinne einige Wi>-ftnschasst haben können und sotten. Sonstaber wird ben einem guten Hirten, Schmidt,und Vieh-Ärtzt erfodert, daß er aus derAnatomie der Niere, sonderlich die Znsam-inensügung der Gelencke derer Tbiere verste-he, und solche wieder einrichten könne- Al-lein diese Vortheile verstehe» die welligsten.Und daher ist man off! bey solchen Fällen inder Wirtschafft sehr verlegen, weil wegen derVieh-Artznw-Kunst so wenig Anstalt anSeiten der Police«) zu geschickten Leuten ge-machet/ und vielmehr allen unwissenden Stvr-chern verstattet wird, sich in das Curiren derMenschen zu mischen, dazu doch Chirurg!und Medici allein befuzt sind, und zuberei-tet werden.

Versammende Haade, heist nach alterdeutscher Mund-Art an manchen Orten nochpl!e Hgzbe und Gut, so zwey Ehe - Lc'ite, dieLe-b an Leib, und Gut an Gut geheyrathet! pbe», in der Zeit ihrer ehelichen Beyweh->''!l,g zusammen bringen, und währender ehe-licher Beywohnung überkommen. Die Rech-te dieses Guts aber und n>ch Unterschied derOerter und Falle unterschieden.

Versayung Heisset beydem Iimmerwerckdie Art der Verbindung, wo nemlich in ei-nem Hanqwerck ein Ständer ^b. xv>u :^ auf einem Balcken K, gefttzet, undven eben diesem von unten ans gegen jenenliegende Bänder r>, x zu beyden Seiten alsStreben geseket werden, wie denn diese leb-ten auch Strebe-Bänder qenennet werden.Dergleichen Versaünng dienet darzu, daß ein«vlcher Balcken, wenn er an dem Ständermit Eisenwerck wokl angehefftet, ob er gleich»och so lang, dennoch ohne einzige weitereUnterlage oder einen Trager sich nicht biegenkan.

Verscheinen, wird von dem Korngesagetwelches in trockenen, dürren fahren auf ssn-dig-und steinigen Aeckern schwindet, und dün-ne Körner bekömmt, welche noch darzu einsehr grau und sales Mehl geben.

Verschlagen, siehe Rahe.

Verschlossene, Zeit, heist die Nage-Zeitder Wiesen, Felder und GeHaue, da sie m-tdem Vieh nicht betrieben werden mögen, stdcr«uch oie Häge-Zeit des Wildes und der Fisch-Wasser,, da da« Jagen und Fischen verbe-rei!

Verschneiden Versetzen -996

Verschneiden, Heisset bey dem Rind -Zie-gen-und andern dergleichen Vieh so viel,- als Castriren, Schnüren, Klopffen und der-gleichen. Demnach bedeutet ein verschnitte-ner Bock so viel, als ein Bock, der seinerMannkeit beraubet ist, und ist dieser das Ge-gentheil von einem Stäncker-Bock.> Verschwellter Dach-Stuhl, sieheDach-Stuhl.

Verschwendung, ist daS arosse und schäd-liche Laster in der Wirtschafft, da man ent-weder mehr ausgiebt, als man einnimmt,o^er aber sein Vermögen nicht nur zur Ver-gnügung seiner unmäßigen und unordentli-chen Begierden anwendet, sondern auch end-lich dasselbe in acht zu nehmen, und durchArbeit zu erhalten, aus Faulheit oder einemandern Laster vernachläßiget, solchergestaltaber nickt allein seine Einkünffte, sondernauch mich und und nach die O.vel'e und denGrund derselben, das gange Vermögen verlie-ret, dürfftig und endlich arm, am Leibeaber offr noch dazu kranck und elend wird,als wozu die Verschwendungs-Wege, alsFressen, Sauffen, Spielen, Huren, Müßig-gang :e- einen insgemein bringen, in Anse-hung des gutem Nahmens aber, in Verach-tung, und endlich in grosse Gefahr stürtzen,vie-, le andere Laster und Sünden, z. E. Betrü-gerey, Diebere», Rauberey, Gelbst Mord?e.zu begehen. Vor dieser erschrecklichen Brütder Höüen muß nun ein Wirt sich ungemeinHuten, er mag ein Reicher, ein Mittel-Mann,oder ein Dürfftizer seyn, und also allezeit ei-ne gewisse Ordnung und einen gewissen, ge-rechten Zweck, ja eine sehr genaue Unter-scheidung unter denen nothwendigen und un-entbehrlichen Ausgaben beobachten, in sei-nem Berns fleißig und ordentlich, nicht abereinFaullentzer seyn. Siehe den Art. Aus-gabe, it. Sparsamkeit.

Versehen, braucht man von schwängernWeibern, die sich durch plötzliches oder star-kes Anschauen einer Sache eine starcke Ein-bildung machen, welche in dem Triebe desWachsthums zur Frucht und ihrer Bildunghintreibet, und sonderlich bey der Schwän-gerung oder doch im Anfang der Fvrmirungund Bildung einer Frucht, derselben etwasunähnliches mit der Mutter, und hingegenetwas ähnliches mit dem imprimirten Dingeanhänget. Daher entstehen Hasen-Scharten,Feuer-Mähler und andere Hinge, wovonschon hin und wieder gehandelt worden, undvie Mittel dagegen angezeiget sind. SieheArt. Misgeburt, Mutter-Mahle.

Vers-izen, Verpflanyen, Heisset im Gar-ten-Bau, Bäume, Standen und Pflantzenaus einem Erdreich in das andere verpflantzen.Das Versetzen ist im Garten bey vielenGewächsen, (denn vielen ist es auch zuwider)eine so nöthige als nützliche Arbeit, und vonsonderbarer Wirckung, aber wegen der Man-nigfaltigkeit der Gewächse, dabey es ge-braucht wird, sehr unterschieden. Man hat

dabey