S??I Verlaxven Verlvbniß
Verlohren Vermehrung
Weihen und andern Getraide, wenn es völligausgebiuhet und Körner gewonnen hat.
Verläppen, Heisset bey derIägerey allerleyzrosies lind kleines Wildpret'auf eine weitleichtere und geschwindere Art, alSsonsten mitTuchern oderNeke» zu geschehen pfleget, mit ^Wappen einstelle». Wenn in einem Revierseine Behältnisse, Gelegenheiten und Dickmevor Wildvret zu finde»/ dennoch aber selten 5sich einiges BZild aufhalten oder Stand neh- >men will, nia» auch inderEildieNeke so ge-^schwinde nicht stellen kan, oder ehe man ansan- >«en wvlte, das Wild vom Kloppen, Hefftel ^schlagen, Fahren und dergleichen scheu gein-i-chet, und ehe ei» paar Neke gesteliet, zeitlich!ausreiste würde/so verlappet man dasselbe ent-1weder mit Tücher^Lappcn oder Feder-Lappen'in aller Eil, iedoch gantz stille und umher, der-^gestalt, daß die Lappen denen Thieren,, so siejdaran kommen, plöxlich v ?r die Augen scheinen,,abschrecken und zurücke kehre». Die TüSer- iLappen werden Bundweise aufHaacken genom- ^nie», und damit das Grellen desto geschwinder ^fort gehe, ein Zeug-Knechr und vier Mann dar- ^zu beordert, als zwey zum Löcher machen, zwey !zum Furckel - Stosse», und einer zum Nächste!- ^ienr sonderlich sollen an dieWechlel die Lappen Iwohl ausgehänget werden, daß sie dem Wilde!vor dem Kovffscheinen könne». Dgferne dasStellen im Walde geschiehet, und man gernesiille aufstellen wolte, oe.r wenn in der Eile ge- -stellet werde» soll, und nicht allezeit Furckeln jvder'Lapp-Reiser vorhanden sind, oder beydem ^Frost nicht in die Erde zu kommen ist, muß man /die Leinen um die Sträucher oder Bäume ^schlagen und anziehen, uns rvo sie schlaff han-!gen blieben, an nöthigen Orte» L^pp-Reiserunterstützen. Es werden e.u6) so wohl die Tu-!cher als Feder Lappen dedörffen^en Falls zum !Utern doppelt über einander gestellet, da denndie furckeln oder Lapv Reiser länger, als sonst jgewöhnlich und überdies' noch in der Mitte miteiner Kerbe, eine Reihe Lappen darein zu hänaen, versehen seyn muffen. Man vfleaet auchmit den Feder Lappen bev Nacht-Zeit dieHölker zu verlappen, damit die H-sen oderFüchse, so sich des Nachts auf die Felder ge-wacht, bey anbrechendem Taae nicht wieder zuHoltze «ehe», sondern man den folgenden Mor-gen darauf etwas auf dem Felde zu heken au-treffen möge. Manche, die gerne verlappenwollen und doch keine Federn oder deren mchtzur Gnüge habe», brauchen an stat der Fe-dern starckes Stroh, nach Läii'e der Ze-tern abgehauen, wovor sich das Wild eben-falls scheuer.
Vcrlöl'niß, Heisset derjenige freywüligeEontraet, welchen zwey Personen beyderleyGeschlechtes miteinander machen, künftig bey-sammen als Ehe-Leute zu leben. Vielmal ge-schiehet dergleichen Versprechen in einer sswttlichen Abhandlung, da derBräntiaamvonder Braut Eltern das Jawort, wegen künftigerVollziehung der Hevrarh, nach vorhergegan-gener Werbung durch sich selbß, oder einenhierzu Gevvlimgchlizmi deutlich erhält, und
im Beyseyn einiger hierzu erbetene» Zeugenden Mahl - Schale oder Ring mit der Brauthieraus wechselt. Die öffentlichen Verlöb-nisse sind allein Melassen. Die heimlichenund Winckel-Verlöbnisse verboten, verpöntund ungültig, es müste denn die fleischlicheVermischung dazu kommen, weswegen aberin Chur-Sachsen ein Vater sein Kmdenterben kan, wenn gleich die Ehe gültigbleibet.
Verlohren Hun, ist em Gerichte, so ausgeräuchertem Schweine Fleisch, mit Mohren,grünen Erbsen und Bohnen, auch gedörretenBirnen bestehet. Das geräucherte Schweine-Fleisch zerstücket man sauber, wassert es überNacht ein, setzet es alsdenn zum Feuer, und läs-set es weich kochen. Hernach nimmt mangrüne Erbsen, paßiret sie ein wenig in Butter,und ft!?et sie beyseite, sch.ibet ferner Möhren,oder gelbeRüben, schneidet sie wieNudein, undblmchiret sie ein wenig in Wasier ab; hierzunimmt man auch Bohnen von der grvssenAtt,siedet solche in Wasser, und schälet die Schaleoder dicke Haut herunter. Endlich nimmtmau die dürren Dirnen, kochet solche erst einwsnia ab, tyut nachgehends alle? zusammen ineine Casserole oder Tiegel, streuet geriebeneSemmel drein, würget es mit Ingber, PfefferundMuscaken-Biüten, giesset defekte Brühe,worinnen das geräucherte Fleisch gekecher hat,daran, setzet es -mfKrhi-Feuer, und lasset esmit einander, eine Weile, gantz gemächlich ko-chen. Richtet sodenn das Fleisch auf eine 'Scküssel an, und die Möhren, Erbsen, Boh-nen und Birnen ordentlich drüber, so ist dasvorlohrne Hun sert-a.
VerZechren Treiben, Heisset bey der Jäge-rei), wenn man eine Anzahl Treibe-Leute umein Holtz herum steiler, und solches ordentlichdurchtreiben lasset, um zu versuchen, ob mannoch von dar etwas heraus und ins Jagen trei-ben ^önne.
Verlutiren, Heistein Gefässe, das man miteiner gewissen Materie ins Heuer seyen will, da-mit es darinne in sich selbst koche, und nichtaus-dampffe, oben mit einen! wshischliessenden De-ckel verwahren, und denselben mit seinen, kla-ren Leimen, darmne einige Ingredientzen ge-mischet, so recht gut binden, und einemdarnder straff angezogene» leinenen Tuchdergestalt verkleiden , daß auch nicht derallergeringste Dampff davon heraus gehenkenne.
Vermehrung, z, E. des Getreides: solchesgeschiehet aufmancherley Weise, einmal durchAnbauung mehrern Landes; hernach durchBesserung des Ackers, ferner durch allerhandwirtschaftliche Vortheile in der VeränderungdesAckers undSaamens: Jngleichen durch tie-fes Pflügen und Einbringen des Getraides indie Erde nach Hrn. IVolffens Vorschlägen, jadurch die Einweichung des Saamens in zube-reitete, und mit Salpeter geschwängerte Gau-che, von welchen allen hin undivicder in diesemMexico gehandelt werden, conf. das IV Stückder Leipziger Sammlung ». >.