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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
2987-2988
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-987 Verbinden Verbögen

sche hierauf Drachen-Blut, Grünspan, iedeSzwey Loth/ ein Viei tels-Pfund Heui' ein halb!vth rothen Bolns, vor einen Groschen Brau»tewein und drey Eyer, unter einander, undlege es dem Pferde drey Tage lang auf dieSchien; dringet aber das Leben heraus, sobrauche man diese Salbe: k. Grünivsn einLoth, gebrannt K upfer drey Lotb, und von sechsEyern das Weisse, zu einer Salbe gemacht und«ufgeleet, treibet das Leben wieder zurücke Esmuß aber der Huf mit Horn-Salbe wohl ge-schmieret werden-

Verbinden, geschiehet an Wunden undBrüchen durck ordentlich aufgerollte/ nicktzu fest und nicht zu lecker anano'ene, wieauch zu rechter Ieit wieder aufgelösete Binde!'.Die geringe» Fleisch «Wanden kan man inder Wirtsch^ffr nur mit gebrannten und inBaum-Oe! abgelöschten warmen Zunder ver-binden. Man hat auch noch vielerlei, andersVerbinden in der Wirtschaist. Die Bäumewerden mit Stroh verbunden. Wenn sieSchaden nehmen, verbindet m?n sie Manverbindet den Kopff im Kopff-Wh und der-zleiche».

Verklären, Verhauen ist eine Weinbergs-Ardeit, so nach der Beer-Hacke vorgenommenwird, und bestehet eigenüich darinnen, daß mandas Laub und die Schosse tM denen Reben, wel-che iusebr überhangen, wegschneidet damit dieTrauben von der Gönnen-Wärme teste besseraekschet werden könne». Das abgeschnittenesoll man in Vündlein binden, und auf dieWein-Pfähle zu trocknen stecken, we^! imWinter den Lämmern,bey Mangel andern Fut-ters, zur Speise sehr dienlich ist. Es haben ei-nige den schlimme» Gebrauch, das« sie be:»nWerblate» oder Verhauen nicht allein denStock verschneiden, sondern auch wohl daskünfftig auegehende Auge, welches darübersiehet, mit aüsbrechen oder hinweg reissen, daßalso das Holst seinen rechten Reis nicht behält,sondern räudig wird. Aus diese» Misbrauchmuß der HauS-Vater Achtuna geben, und sol-chen ernstlich abzustellen trachten.

Verbiigen, ist nichts anders als eine Ver-renckunq des Buas, und geschiehet, wenn einPferd wider die Kripve oder eine Wand gcjagtwird; oder wenn zwey Rosse aeaen und hart aueinander lanssen; oder da ein Pfer» im Gtal!jählina ausstehet, wo das Lager glatt, und ab-sonderlich von Bretern gemacht ist, da es sichLeichtlich am Buge Schaden thun kan. EsZäuffr vffters geronuen Bl'lt mit unter, also,daß das Pferd qar leichtlich das Schwinden da-von bekommen kan, D^s Aeichen ist, daß esden krancken Fuß vorwerts stellet, und nur aufeinem Fusse gerade stehet, als we>rdurch es, weilesihm im Bug Sicht,mehr Ruhe empfindet,alswenn es aufbeyden Füssen gerad stände. Die-sen ?üsail zu enriren, schmiere etliche mal denBug wohl mit warme» Hunde-!xett, siede her-nach vierHäiide voll Attich und ein halb Nös-te!Wem-Hefezi m Milch/ und reibe daSPferd«oh! damit. Oder schlage dem MrddiezweyBug >!>em, und fsm« das Blut aus, hernachk-!^m Rogz«i«Mehl. Aschen, »edeS »«o Hände

Verderbe» -988

voll/ eilfEper, BranteweiN/ Eßig und Honig,iedes ein halb Rössel/ mische solches zusammenunter daS Blut, und streich es dein Roß an, laßes fünf Tage in diesem Anstrich stehen, waschees nachmals ab, und salbe das ^Pserd mit nach-folgender Salbe: Nimm Bären-Schmalg,Kamm - Fett und Dachsen - Schmaly / iedessechs Loth, Fuchs-Schmach, Caimilen Oel undTerpentin - Sei, iedes acht Loth, und Regen-Würmer-Oel vierLoth, nnter einander zu einerSalbe gemeuget. Oder nimm zur Saibe dasgrüne Frosch-Oel, Hunde-Fett, Dachsxn-SchmaiL/ Klauen-Fett, Hirsch-tt-ischUtt. ie-des gleich viel. Oder cauteriftre den Bug,und schmiere hernach eine ant« Brand-Salbedaraus. Vom Schwinden des Buges siehe

Z?»r> Schwinden.

vcrdaiüiiig, siehe Danung.

Verderben, wird von denen Sachen ge-braucht, welche au ihrer eigenen O.valitätge-ringe werden, und dahero entweder gany oderzum Theil unbrauchbar geworden sind. Die-ses Verderben enlstehet meistentheils, wennman in einer Haushaltung ans Nachläßiakeit,oder unverständiger Weise, nicht zu aller "Zeitgute Acht auf eine Sachs hat, und sie dahero/z E. brandig, eingeschrumpfen, spröde, verdor-ret, zähe, holtzigt, schimmlicht und unkräffligwerden lässet, weil dieselbe entweder zu warmoder zu trocken, oder zu kalt und feuchte/ unddergleichen mehr gelegen ; wiewohl nicht zuleugnen/ daß auch 'manchesmal dieses Verder-be» nichthat verhindert werden können, wennetwan die nbele Witterung darzu behülsslich.Da wir u»n schon hin und wieder bey der Be-schreibung einer Sache meistentheils mit ange-führet wie lanae dieselbe ordentlich in ihremliteu Wesen bleibe, und auf was Weise mansie indessen zu verwahren; als halten wir nichtuvkhig, an diesem Ort etwus weitläufftig davonzu gedencken, sondern wollen nur überhauptnoch so viel anführen, wie lange die in einerHaushaltung noihigemnd immerzu in Vorrath "zu habende Sachen ihrer Natur und Eigen-schaffr »ach,aut bleiben können, und wie sie un- !ter dieser Zeit vor ihrem Verderben zu verwah-ren. Alle destiliirteWasser, insonderheit, wen»sie phlegmatisch sind, müssen alle Jahr verneu-ret werden, welches also geschiehet, daß das !Wasser an frische Gewächse gegossen, und vonneuen destilliret werde; die Conserven halten 'sich ebenfalls nur etwa ei» Jahr; die Latwer- .gen hergege»/ zumal wenn sie weichlich und an- ?genehm, kaum so lange. Ingleiche« alle Oele,die etwa an der Sonne maeeriret iverden, blei-ben halb so lange; Gässte, die ffiessend sind, ^werden jährlich, die aber schon etwas harter be-reitet, etwa aller zwey, auch wohl drey Jahreumgesotten und verändert; die Zirkus dau- ,ren sehr lanae, zumalen, wenn sie in Gläser»mit engen Mund-Löchern wohl verwahret wer-den, und nicht an warmen Orten stehen, daßsie leicht verrauche. Die Hsli» verwahret man ^in Holtz und Glas nn trockenen Orten; mässe«rtgeSaäien iu Gläser» und Krägen; die Oelew Gläsern und irdenen Geschirren: die einge« iKachle Sscheu reellen mehr irdene als zinner-