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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
2971-2972
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-97l Truthünsr

Klan sie zzi Hans nicht ungefüttert stehen las-sen: Denn siesjnd.wieodgedacht, ziemlich ge-fräßig, ja fast unersättlich, wie denn geglaubstwird, daß ein Calecutisch so viel fresse, als dasKarckste Knu-Pferd, und kan man sie nichtsweniger als Hunger leiden lehren. In der Ma-st mig tractiret man sie aus eben diese Weise, wiedie Capaunen, steppet sie mit Nudeln, so ansGersten-Mehl gemacht, und etwas in Milchaeweichtsind, und giebt ante Achtunq aus dieVerdauung der vorher» aeuossenen Mahlzeit,nach welcher, und nicht eher, man ihnen wiederttufs neue geben soll, so werden sie bald gut wer-ken. Im Herbst sind sie be-.' Zeiten abzuschaf-fen : Denn sonst möchte das Winter-Futter ho-her kommen, als das gantze Vieh kaum werthwäre. Die Truthähne und Truthüner habenein schönes, weisseS und wohlgeschmacktesFleisch, und Naßiren dahero auf einer vorneh-me» Tafel, oder bey grossen Ausrichtungen vordas beste und vornehmste Gerichte; es will aberwohl gesaltzeu, gepfeffert und gespicket seyn.Sie werden entweder nur schlecht, odergespicktgebraten, oder in Pasteten geschlagen, oder2 iwids zugerichtet, oder auch absonderlichdie halb-aewachsenen, wie die Capauueu tra-ctiret. Die Vorbereitung hierzu bestehet infolqcnsen: Man nimmt dergleichen India-nisch Stücke, hauet ihm den Kopff ab, undruvsset es, sänaet eS überm Feuer, nimmt esauf die Art ans, wie be» andern? Feder-Viehder Gebrauch, schmeisset^hm das Brust-Beinein, schlage! ihm die Flügel creutzweis zusam-men/ leget es auf den Bauch, daß es erstar-re ; solte es aber gekocht werden, so wird das-selbe nicht gerupffet, sondern gebrühet. Man-che pflegen ihn auch auf nachgesetzte Art zuerwürqen, und meinen, daß dadurch demsel-ben Fleuch einen Geschmack, wie das Auer-hahn-Wi!dpret bekomme. Sie nehmen zu-vörderst ein Sechsthsil-Maaß Wein und Eßi-g,darein allerhand aestossene Würize, als Nel-ken, Zimmet,Ingber, Pfeffer, Muscaten-Plulhen ze. gerühret, schlagen das Thier miteinem Stock, iedoch meist auf den Bauch,ziemlich starck, daß es braun und blau werde,giessen hierauf den gedachten Tranck ihm nachund nach in den Heus, und wenn das alles ge-schehen, hanget man den noch lebenden Trut-h.chnaneinsnumdcnHsls aeschleifften Bind»faden a»f, daß er sich ziemlich würge und er-eschere, so kau man ihn hernach braten oder ineine Pastete schlagen, und wie einen Äuerhahnvollend zurichten. Ordentlich wird mit demBraten als» verfahren. Wenn der TürckischeHahn gehörig vorbereitet und gesalnen, stecktman ihn an Spieß, leget ihn zum Feuer, undwenn er ansänget trocken zu werden, so bestrei-chet man ihn mit kalter Butt??, lasse: ihn gargemähiich braten, und wiederholet iolchesBe-streichen zum öfftern. Hat er nun Fw'be aeinmz,beschmieret man ein Blat Vaxiermit Butter,verbindet ihn damit, und lässet iim also bey Lis-ten?! Bestreichen darunter vollends braten, sowird er schöne mürbe und gut werden; einige be-sic.ieü solche«/ wenn er halb j>a!»r gebraten, mit

Tnlthüiler-Stak Tuberose 1,72

Iimmet, Nelcken und dergleichen Gewüry, unsbraten ihn alsdenn vollends schön mürbe;ochandere p>?eqe!i ihn auch auf das netteste zu spi-cken, wobey rmchgchends noch in Acht zuneh-me!!: Es wird derselbe nach 5er Vorbereitungan ein Holtz gesteckt, hieraus lässet man ihnüberglüenden Kohlen ein wenig anlanffen, be-sireichet solchen in währender Zeit mir Butteroder Speck, drehet ihn öfters herum,bis es rechtausgelauffen, darnach wischet, man ihnmitei-nem reinen Tuch sein sauber ab, und wenn erkalt worden, so wird er endlich auf das zartestegespicket,und vollends gahr gebraten,wie bereitserwehnet worden. Bey dem Anrichten gicssetman von der )us, die in die Braten-Psanue ge-lausten, darüber her,streuet klar geriebeneSem-mel darauf, und garniret ihn im übrigen nacheigenem Gefallen. Man kan auch einen solchenHahn in Eßig einlegen, und ihn emegeraumeZeit aut behalten, es muß aber derselbe immer-zu srischen Eßig bekvmn:en, der ledesmal'dar-über weggehen soll. Hierzu wird derselbe aufeine und die andere Art vorbereitet, aisdeuu ha-cket man ihm die Beine und Flügel hmmter,schlaget ihm die Beine cnczwey, stecket eineSpei!er durch ihn, saltzet ihn em weuia, leaetihn aus den Rost über ein Kohlftucr, und lässetihn also in etwas anlaussen, wenn er erkaltet,leget man ihn gehörig in Eßig.

Truthüner-Gtall, ist bey einer Mayereyoder Land Gut ein besonderes Gemach, das de-nen Hüner-Äöbeln gleich, oderzuweileneiwasniederer, als dieselben. Die Sitz-Stangen sindnur etwan gegen zween SÄuh hoch von der Er-den auf beyden Seiten an der Wand befestiget;dahin wird eine kleine Steige gerichtet, etwasbreiter,als der gemeinen Hnner,d ?ß sie gemäch-lich hinauf steigen mögen, weil sie wegen ihresschweren Leibes nicht wohl fliegen können. DieSitz-Stangen müssen mehr als zweymal so dickseyn, als der aeme,'imi Nuner, weil sie grosseFüsse und Cörper haben. Der Boden mußnicht gevssastert senn, sondern wird mir etwaszartem Sand üb-rstretttt,u:?d mit guter Streueübcrbcttet: Weil sie die meisten Eyer untenam Boden leaen. Dieser Stall oder Kammerwill warn,, trocken, iüsstig, kell, reinlich undrecht wohl verwahret sern, weil dieses grossesGeflügel nickt weniaer Feinde und Nachstcllerhak, als das übriae Federwcrck, und seines kost-baren Fleisches halber eines guten QvarticreSwohl werth ist; zumahlen es auch eme «eichezärtliche Natur hat, indem es Nässe und Kälte,stürmende Winde und andere Unaemächlich-leiten fast weniger erd. lten kan, als die gemei-nen Hüner.

Tuberose, Herbst - oder Indianische»:Hyacinth, ist ein Blumen-Gewächse, welches--.neu sehr hoch aufschosseudcn, und mit läng-licht-U! schmalen Schwertel-Blättern besetztenStenae!, oben an dessen Gipste- aber eine Qvan-tttäl dicht beysammen wachsender und in suimTheile zerspaltener aankweisser Blumen hat,die sowohl als dse Kuöpsse oben, wo sie NWzchliej^en, etwas röthlich spielen, und eines

burchmngenben lieblichen Gauches sind, dci-