-967 Tropff-Stein Trotteln
Trüffeln Truthüner 25«»
^alavva, Lerchen-Schwamm, iedes ein Loth/Turbtth zwey Qvintlein, Inaber ein halbLoch/ Musealen-Blumen ein Qvintlein, al-les mit einander in sechs Maaß Fließ-Was-ser aesotten, und von dieser Brühe dem Pfer-de «Mich ein halb Maaß a»f eiu mal lau-lichreingegossen. Oder nimm blaue Schwer-te!-Wur» und Petersilien-Wurßel, iedesdrey Loth, Tiuwe zwey 2viiitlein/Odermen-nige und Qvendel / iedes eine halbe Hand voll,Senesdlärter, liks^onlicum, jedes zwey Loth,Lerchen - Schwamm ein Loth, Tmbith zweyQvintlein, Saffran ein Qvintlein, Nägeiein,Nimmst und Muse-iten-Blumen,, iedes einhalb Qvintlein, siede es in sechs Maaß Wem,und gieß dem Pferde taglich davon eine hal-be Kanne laulicht ein- Der Stall, darin-nen ein solches Pferd stehet, soll mittelmäßigwarm, trocken, und von allen Winden be-frevet, auch die Streue täglich wohl gemachtseyn. Das Fntter soll in rothen Kichern,Gersten, Feig- Bohnen in Wasser geweicht,oder Weitzen-Kleyen und Haber-Schrot be-stehen, worunter von nachfolgenden! Pulvertäglich drey Löffel voll gemischct werden sol-len. Nimm die Blätter von wilden Cucu-mern, Rettich-Wurtzei, iedes zehen Loth,Coloqviuten zwey Loth, Lerchen-Schivammund Weiden-Schwamm, iedes vier Loth, al-les klein und zu Pulver gemacht, und obge-dachter masseu gebraucht. An stat des Heuessoll man dem Pferde Weiden-Laub, Kohl-Blätter, Rettich, Austern- oder Ulmen-Baum-Blätter geben, oder das Heu mitSalpeter bestreuen, zum Tranck aber gesot-tenes und mit Salpeter und Weinstein ver-mischtes Gersten-Wasser, oder aber Wasser,worinnen Kümmel, Fenchel-Saamen,(Zraecum. BZachholder-Beere, Hollunder-Rin-den, Soldanella, Meister Wur», Tamarisken-Schalen gesotten, und darunter ein wenigRoggen-Mehl gerührst worden, geben, undzwar jederzeit laulich, auch so wenig, daßsich das Pferd nur dabey erhalten kan. Manmag ihm auch unter das Sauffen Laugen vonReben-Aschen, Wachholder-Aschen oder Boh-nen-Stroh-Asche giessen. Das Pferd soll manalle Tage an der Sonnen, oder an einem ber-gigten Ort, iedoch mit Decken wodl zuaedeckt,bewegen lassen, und hernach den Schweiß mitwarmen Tüchern fein gegen die Haare davonabreiben und abwischen.
Tropff-Rraut, suche Engelsüß.
Trovff-Stein, mgieichen Trauff Stein,wird derjenige Stein genennet, welche rangewissen Orten, wie z. L. in der Baumanns-Hvhls, aus dem Waffer entstehet und erwach-set, welches solcher Orten in den Höhlen undKlüssren der Berge Tropffen-weis herab fället,ist seiner Materie nach weiß, und von innenzläiitzend, davon iiirckeri ^iunclu« 8ubrerrz-n°us, ingleichen ^Vormü ^ussum ferner nach-zuschlagen.
Troschel, suche Drossel.
Trotteln heissen kleine Q»assen von Knöt-zen, Schmeltz,. Mrhand Eoraile» und derglei-
chen, welche man an die Kleider, und sonderlichan die Westen und Röcke zu brehmen, an dieKrausen zu knüpffen, in die Degen Gefäß zuhangen, und sonst aufvislerleyArt zu gebrau«chen in Gewohnheit hat.
Trott-Rnechte, siehe Treten.
Tritt'-Annen, suche Augen Gebrechen.
Trüffeln, sind eine Art Wurzeln oderSchwämme in Grosse einer Nuß, auch grösserund kleiner, einer unzestalten, iedoch fastrunden Figur, höckerig und ungleich, auswen-dig dunckel-braun oder Erdsarb, inwendiginsgemein fleischig, und entweder, wie mar-mvrirt, oder aderig und weißlich. Sie wach-sen gerne in dürrem sandigen Erdreich ohneZasern und Wurtzein. Im Anfang sind sienickt grösser als Erbsen, werden aber nachund nach dicker und grösser. Wenn sie baldzeitig werden wollen, finden sich auf ihrerHaut oder Schale acwiffe kleine dunckle underhabene Hügel, welche einige vor ihrenSaamen halten. Die Schweine, welche garbegierig darauf sind, machen, daß man sieleichte finden kan; wiewohl man heut zuTa-ge ordentlich darauf abgerichtete Hunde hat,welche die Orte, wo die unter der
Erde zu finden sind, ausspüren und anzeigen-Diejenigen, so dergleichen Hunde abrichten,und die Trüffeln suchen, werden von einige«Trüffel-Iager, von denen ächlen und rech-ten Jägern aber, so ihnen dieses ^rzsciiczcnicht geben wollen, Trüffel-Sucher genen-net. Die Trüffeln, die fein völlig und har-te find , auch einen starcken Geruch und einenlieblichen Geschmack haben, sind dem Magengut, ersetzen die verlohrnen Krckffte, undgeben gute Nahrung und werden daher»als eine sehr niedliche Speise auf die vor-nehmsten Tafeln gebracht, wenn sie vorher»in der Asche gebraten, oder mit Weine abge-sotten worden.
Trusche, suche Aalraupe.
Trurhuncr, sonst auch >Lalecutische Hü-ner, Indianische, Türckischeund VvelscheHüner genannt, sind eine Art fremde ^»uner,welche vor mehr als -00 Iahren, nemlich vorAn- i;zo in Deutschland nicht gesehen wor-den, nun aber aller Orten bekannt sind- TueNahme» Calecutische und Indianische Hu-uer tragen sie deswegen, weil sieaus dem inOst-Indien an der Malabarischen Küste lie-genden Königreich Calecut durch die Portu-giesen in dieser ihr Vaterland, und von darferner zu uns gebracht worden. Turcklscheund Welsche Hüner heiffen sie vielleicht des-wegen, weil unseren Vorfahren alles, wa«ihnen fremd und unbekannt, oder groß undköstlich gewesen, Türckisch oder 'Melsch Heis-se n müssen- Sie sind grösser und hochbei-Nigrer als die Gänse- Ihr Kopff und Ober-theil des Halses ist glatt und Federlos mit ei-ner runtzlichen roth und blau vermischtenHaut, sonderlich der Hahn, äberkleidet, wel-cher oben über den Schnabel einen rothenfleischernen Iaxffen hat, den er, nachdemtt gut »der erzürnt ist, einziehen »der emngern