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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
2959-2960
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-95? TrensHir-Messer Trense

um den gantzen Hefft des Messers die vierFinger, daß der Daum unter das Messer ge-halten werde, und die flache Hand unten ge-kehret, wendet auch wohl des Messers Spi-tze gerade z» nach seinem iLeibe, oder manhält ras Messer ganft niedrig und zwar in-wendig an das Hun oder dergleichen, undwendet dieses also um; oder man leget aus-wendig das Messer an, daß die Spitze nie-drig ist, und wendet das Stück also zu sich.Die Ablegung derer Theile hingegen geschie-het folgender Gestalt: Theils nimmt- inandas Messer gantz in die Hmid, daß dessenSpike nach dem Leibe zu ist, so kan mangar leichte ein Stück, welches bereits abgelö-set, gemädlich ablegen; Theils legt man denZeige-Finger aus des Messers Klinge, daßdie Schneide desselben von einem gekehretist; Theils spicsset man das bereits zelöseteStücke mit der Spitze des Messers an, dre-het es ein wenig herum, bis es los gehet;Theils flösset man mit der Spitze des Mes-sers ausdas gelösete Stücke, doch so, daß dieSpitze niedrig gehalten wird, aufwelcheArtinsaemein die Beine an Enten, Gänsen unddergleichen Geflügel «bgelöset werden; Theilsleger imn das Messer in das abgelösete Stück,und beuget es also zu sich. In welcher Ord-mun im übrigen die Zergliederung, derer somancherley gekochten oder gebratenen Spei-sen vorzunehmen, darzu dienen die abson-derlich im Druck gegebene Trenschir - Bü-cher, nebst ihren beygefügten Abrissen, wieauch die höitzerne Modelle, oder die mitDrat zusammen gehefftete Ger.ppe, als wor-an man so wohl dieses, als auch die Tref-sung der Gelencke sich am besten, nebst ei-ner deutlichen Anweisung derer nöthigenHandgriffe bekannt mache!, kan- DieTrewschir-Meister, weiche hierzu um ein ge-ringes Geld Anweisung geben, pflegen auchgemeiniglich d-uneben mit zu zeigen, wieaus - Uerhand Früchten und Obst vielerleiFiguren zu schneiden, ingleichen die Ser-vietten zu brechen:e. welches letzte sie anvielfältiger Zusammenlegung eines! Papiersvoraus machen.

Trenschir-Messer sind grosse breite undscharffe Messer, welche in einem Gesteckebeysammen gehalten, und insgemein auf ei-veni absonderlichen Teiler über die Tafel,nebst dem Potage-vder Verleg- Löffel gegebenwe-deii. ^

Trense ist ein leichtes und subtiles Mund-Stück ohne Stangen, damit Man sonderlichdie Ungarische, Pohlnische und TürckischePferde, zu zäumen pfleget. Die Trensensollen eines Finges dick, und mit grossenRingen aus beyden Seiten verscben seyn,»licht allein wegen der nöthigen Stärcke undWerschonung des Mauls sondern auch, daßselbige sich nicht durch das Maul ziehen, undallerhand Unvronuna verursachen. Sie sindin aewisser Maaß, bey theils Pferden, undt» gewisser Zeit, nöthig, nützlich und wohl-«nßandig zu gebrauchen, und imr weil»

Treppe 296»

man ein Pferd einen starcken Lauf verrich-ten lasset, und keines AufHaltens nölhi»hat: -) welchem Pferd von Stangen da»Maul verwuiidt: z) vor junge Fohlen zumaufstellen und arbeiten; 4) vor Pferde dievon Aufliegen des Mund-Stucks gewohntsind, die Zunge heraus zu strecken; ;) wel-che im Maul kützlich; 6) die ein durchbroche-nes und gantz vernichtetes Kinn haben, undvor arvsser Unempflndlichkeit keine Kinn-Ket-te fühlen; 7) welche so sicherer Schenckelseyn, daß sie gantz keiner Versicheruni de«Zaums bedörssen, und aller ihrer Schulenmächtig sind; «) bey denen Paß-Gängern,ie sreyer deren Kopss ist, ie weniger >hr ge-schwindes Avancire» verhindert wird; >))bey einem Reis Pferd, das geschwinde Fort-kommen zu befördern, auch bey denen Hand-Pftrden, zum Beyherführen und Wasser-Reuten; und endlich io) bey den Post undSoldaten-Pferden, hurtige und geschwindeRitte zu thun.

Treppe, ist dasjenige Stucke in einem Ge-bäude, vermittelst dessen man in demselbenvon dem untersten bis zum allerobersten Bo-den gelangen kalt. Und da nun eben en derCommunication der über einander liegendenZimmer viel ».elegen, also machet auch dieTreppe einen Haupt-Theil des Gebäudes aus,darauf ein Bau-verständiger allerdings zu-erst seinen meisten Fleiß wenden soll, damitsie recht beqvem angeleget sey. Hierzu nunwird nebst andern überhaupt erfordert, daßdieselben vollkommen Licht haben, daß ihr«Stuffen von einerley und eben nicht allzuarosser Höhe seyn, genügsame Breite bekom-men, und daß derer ja nicht viele auf einan-der folgen, sondern jedesmal zwischen eini-gen wenigen ein Rube Play sich befinde, s»werden sie beqvem genug und zum Steigennicht beschwerlich fallen. Machet man überö'eses ihre Abtheilungen geschickt nach derund Lur/rkmis, darneben ihre Ver-zierungen in prächtigen AuS-und Eintritt«!,in geraumen Ruke-Pläken, in schönen De-cken und ansehnlichen Geländern bestehen kön-nen ; so wird ihnen an den Regeln der Schön-heit wenig mehr fehlen. Die Arten dererTreppensind theils nach ihremBebrauch, theilsaber nach ihrer Lage und andern Beschaffen-heit untmchieden; danneichcrv hat manFrey-Treppen, Haupt-Treppen und kleineGeyei'n - Treppen, Wendel Treppen ge-brochene Treppen, denen »och beyzufügendie doppelt oder vielfach über einander ge-bende Treppen, so, daß sie dergestalt umeinander Heruni gehe«, daß, wenn ihrerzwey zu gleicher Zeit daraus anrieten, siedoch nicht allemal zusammen kommen undeinander sehen können. Dergleichen ist eineschone in der Herzoglichen Resioenn zu Wey-mar; eine herrliche in der erocuraria zu 5r.KUrco in Venedig; und eine grosse zu Oiism->-r>r, ehemaligen Residentz desKönigs!irznis!->i,IN dem ^»uversiemenrt)r!eZl>5 gelegen. Wiesolche anzugeben und auszurechnen, zeiget

Sturm