»?55 Treiben
eine Halte gemacht, iüid cm jeder, was crgesehen, befraget, die Lavpsn hinter denTreibern qver vor zugestellet, und wo sienicht reiche-!/ die Treiber enger zusammengerücket, oder Feuer-Plätze angemachet, dochso, daß sie nicht Schaden verursachen. Hier-auf fanget sich das Treiben wiederum an,und gebet ferner in aller Stille fort, bis aufeinen Q»er-,vlügel, wo man vorhero sonder-lich abgeschnitten, und gewiß versichert ist,daß der hohe Zeua reichen würde; stdennkau von beyden Flügeln so viel Zeug auf-gehoben und das Jagen also hamil zugestel-let werde»: SS hat m.m das Wildpret ver-langter Massen alle beysammen, uns das Ja-gen ins gantze gebracht. Es geschiehet aberzuweilen / und sonderlich zum össtern mitden Gauen, daß sie durch die Treiber zurü-cke brechen, solchenfalls muß wieder vonneuem angefangen, auf dem Qver -Flüsei Hal-te gemacht, und wenn mit dem Flügel-Horndie Losung gegeben worden, daß etwas eonsi-derables von Wildpret zurücke gegangen, al-les Treib-Bolck und Jäger aus der Mitten«on einander und zu beyden Flügeln zusam-men gezogen, und in aller Stille st weil, bisman vermeinet, gcnuastm vorzilkommen, zu-rück marschiret, sodeun aber alles nach vsri-ger Ordnung gestellet, >md wieder«»! nachdem Jaaeu getrieben werden, bis man hin-ter den Treibern wiederum zusammen gestellethat, und baS Wildxret alle bsysainmen vermu-shet, also ist denn das Jagen fertig. In dem-selben muß man mit dem Wild den erstenTag ja nichts vornehmen, und ss wenig trei-ben, als noch enger mit dem Zeuge einstel-len, vielweniger darinnen platzen, oder einenHund mercken lassen. Wo Land-Strassen»der sonst gangbare Wege durch das Jagengehen, muß so wohl bey denen Ein- als Aus-gängen ausserhalb des Zeuges mit einem Zeug-Knecht und vier Jagd-Leuten aewachet/ unddie Reisende durchaelassen, dieselbe, wenns-e Hunde bey sich haben, solche an Strickenzu fuhren angewiesen, auch, wenn es ver-dacht ;e Leute, zu A'schraubunq der Steinetwn ihren Gewehren angehalten, und ihnenallenfalls ein Jagd-Bedienter., der sie durchdas Jag.n führe, zugegeben werden. So»im das Wild im Zwang - ^reiben noch en-qer, und also im AbjagiitX's-ASgel eingestel-let werden seil, wird »>«« Treibe - Volck aber-mals angeleget, die Rundung, welche Perzubereits brrhero berauniet se> u muß, in ullerStille eingestellet, und feste gemachet, damit,so balde angemnaen wird zu treiben, gleichhinter denen Treibern der Jena gehoben wer-den kenne. Wenn also der Abjsaunae-Flü-»>ei gehöriger Massen mit hcheni Zeug einge-üellet, und dieser sein glatt an >ezogen, auchdie ttnter' Leine, ivegen des kleinen Wildesnuten niit Hasken angessiscket ist, so wirdweiter keinen Menschen hinein zu gehen er-laubet , der vormahls' gebrauchte Zeug aberwiederum aufschoben, und auf den Zeug-Wagen an betzörige Orte gebracht; die zwey
Treibe n Treib-Ze uz -956
Fuder zum'Lauff aber, und zwar die neuesten ' ^und besten,werden b'.S zu nöthiaem Gebrauch inBereitschafft gehalten. Das letzte Treibenaeschiehet beyni Abjagen und Ausschlössen.
Siehe Abjagen.
Treiben, wird auch von denen Jagern einOrt aenennet, welcher in einem Gang ohneVorstellen, kan ausgetrieben werde».
Treibe Pferd, siehe Schieß Pferd.
Treib-Holy, Heisset in einem weitem Ver-stände alles Holü, st auf einem Fluß herabMet und aeßöffet wird, in einem enternabernur dasjeniae, welches an eintzelnen Schei-ten in das Wesser gcivorffen, von demselbenalso sottaefübret, und an bestimmtem Ortewieder auhefangen undausaeiogen wird; da-hingeaen dasjeni-ie, so in ^loüen oder Strän-gen gebunden gef'ihret wird, eigentlich Floß-Hol» Heisset.
Trcid-Ho!y 'Malcher.^Aoln, ist eine klei-ne um einen Stock herum länffende höltzerneWa>i-eoder?;olle, womit der Pasteten nndan-d-rer zarter Teig ausgedehnet, und in dünneBlätter gebracht wird-
Treib-Zeug, ist ein weydmännisches Gerä- " .the, dessen man sich heur zu Tage fast allerOrten zum Rebhüner-Fang bedienet. Es -best.-bet erstlich aus einem in die Runde ge-strickten, vornen weiten und hinken spinig zu-aussenden Garn, weiches einem Fisch - oderGarn-Sack, wie solche die Fischer aebrau-chen, allerdinas ähnlich, aber nkr nicht stweit ist, und von einiaen der Rebhimer-Bee-ren, von andern aber der Haanien geneinietwird. Dieses Garn ist mir runden Bügelnoder Reissen, welche einen Schuh oder etwasmehr »ou einander stehen, und aeaen denSack oder Zipffel zu, immer kleiner werden,aus einander gespannet-Vornen ist dieser Haa« "MSN auf beyden Seiten Niit Flügeln Verse- 'l^..hen, welche fast auf die Art der Steck- Gar-ne gestrickt sind. Hiernächst gehöret auch zumTreibe-Zeug die Kuh, oder das Schild, hin- -ter welches sich der RebhüNer-Fänger verbir-gst, daß ihn die Hüner nicht vor der Zeit zu l ?sehen kriegen, und davon fliesen mögen. "Wenn nun der Weydemann ein VolckHünsraw'etrsffen, und solche entweder des Morgensfrüh verhöret, oder durch Vorstehung des -Hundes gefunden, und den Ort, wo sieanzu-treffen, beinerckct, st gehet derselbe einen .ziemlichen Umschweiff nach dem Platze zu, wsihm duncket, daß die Hüner am liebsten hin-laussen mochten (und zwar lausten sie ge-meinialich dahin am liebsten, wo sie ihreSeiinäbe!hinwenden,,dase!bstlegeterdenHaa- . ^men Mit seinen Flüaeln geschwinde zurechte, 'kehret stdenn durch aleichmäßiaen Umschweiff, ^ .
er von den Hünern nicht gesehen werde,wieder znn-cke, ziehet die Kuh an, oder nimmt , idas gemahlteGchild vor sich,und gehet allmab-lichan den Ort, da der Hund gestanden, ste-het daielbß still, und siehet, ob die Huner nochvorhanden. Ist dieses, so stehet man hinterihnen i» der Ach, oder von dem Schilde be-
decket, ^