2»47 Stuhl-Gang Stürmen
Srürym Stunde
ten Nuß-Oel und Eyerklar. Oder nehmet einMaaß Honig, und so viel Gänse-Koth,siedet esdurch einander in einem neuen Tops, schmieretdas Pferd damit, bindet es ihm ein in einenLappen, thut das dreymal hintereinander, sowird es gesund. Oder nehmet altSchmeer,Spangrün, Schwefel, Baum-Oe! und Rus,zerstoßet alles zusammen, thut es in einenneuen Topf, und salbet die Strnpffen damit.Vor die Struxffen, Rappen und Mancken ins-gemein nehmet sechs Loth Schwefel, drey LothVitriol, flösset iedes besonders zu Pulver, neh-met alsdenn ein Pfund RheinborgerSchmeer,,erlasset« und giessets aus kalt Wasser,tl,ut dar-in drey Loth Lohr-Oel, sechs Loth zestossenenCanari -Zucker, und vier oder fünf Löffel vollHonig, Wachs so viel als einHuNer-Ey, ruh-rets unter einander, und schmieret es diwiit.
Stuhl-Gang,ist derAbgang des Menschen-KvrkS, dessen Ordnung, ünd wenn er wederverstopffet, noch zu unrechter Zeit zu überflüs-sig abgehet, ein Zeichen guter Gesundheit ist.Deswegen hat man sehr dahin zu trachten, sol-chen ordentlich zu halten.
Stuhl. Zäpflcin, ist ein äußerliches Mittel,die Oeffnuug des Stuhlganges zu befördern,und wird gemeiniglich von Seiffen eines klei-nen Fingers lang und dicke acmacht, in deinMastdarm, oder durch den Hintersten appliei-ret. Man braucht auch dergleichen Zapffenbey Pferden, wenn sie das ltibersressen oder dieDlckhe haben. . ,
Gruhl-Zwang, ist ein schmerklichcs Ein-dringen zum Stuhlgang? dabey doch offrersnichts als Schleim oder wohl gar Blut folget.Kommt von scharffen Feuchtigkeiten öder auchgar zu hartem Koth her. Das erste ist sonder-lich mit der rothen Ruhr verbunden. .
Stück-Gar», ist so viel, als sechs völlig ge-sponnene und abgeweiffteStrehnen Garn.
Stühle, sind erhabene von HM gedrehete«der geschulte Gesteile mir Hinter^-Lehnenversehen, woran diese Und die Sitze uber^undüber aUSgestopffet, und mit Sammet, Plüsch,Trip, Tuch, gewirckter oder Stuhl-und Tep-xicht-Nabt-Arbeit, ingleichen mit bunten oderschwattzen, gold- oder silbernen Leder überzo-gen nnd bekleidet. Man hat auch eine ZewisseArt von Stühlen, so gar mit nichts überzo-gen, sondern statt des Leders oder Polstersvon einer Art Holt!, oder vielmehr Rohr,durchflochten und sauber umschlungen sind.Uiber die feinsten und kostbaresten beschlage-ne Stühle pfleget man Stuhl-Rappen, dasist, nach der Form und Grösse der Stühle ver-fertigte Uiberzüge von Leder oder andernschlechteren Zeuge zu streisseln. Bisweilensind die Gestelle nur mit Leinwand beschlagenund ausgestopffet, hergegen werdeil die nachden Gestelle» eingerichtete StM-Kappensauber aenehet, und die schlechten lsinivan-benen Stühle damit bekleidet, Und bey demBesuch iedesmÄ erst überzogen. !
Stümpler, siehe Pfuscher«
Stürmen, heißet man, weNN auf denenÄirch'Thüriiien, Mit emMü hmm unanter
gethanen Schlägen an die Glocke ein Zeichengegeben wird, daß Noth und Gefahr an einemOrt vorhanden. In manchen Orten,wie etwahiesigen Orts, pfleget man in Feuers-Gefahrauch durch die Anzahl der Schlage shngefehranzudeuten, wo das Feuer befindlich, daher,wenn es in der Stadt, drey, wenn es aber in derVorstadt, zwey Schläge auf einander folaen.
Stüryen oder Stoppeln,ist die erste Acker-Arbeit zur Sommer-Saat, da nemlich nachvollendeter Erndte, und daraus ersolgtenWinter-Saat, im Oetober oder Novemberdiejenigen Aecker, so nechst-vergangenenSom-mer Rübseü, Weiken, Roggen oder Winter-Gerste getragen, auch gedünget gewesen, uiiddarein man auf künftigen Frühling Gerste oderHaber säen will, umreißet, iedsch nur seichte,daß die Stoppeln in die Erde kommen, Undscher Winters faulen mögen, heisset auchHalm-Drache. Etliche stürben etwas weit-läufftig, daß sie aus zwey Acker-Furchen nureine machen» Und den umgewvrffenen Rasengleich aus den andern stehenden auflegen, wel-cher denn also den Winter über auf einanderliegen bleibet, wodurch der Acker vöm Frostefein mürbe gemacht wird. Das Stücken oderStoppeln geschiehet aus folgenden Ursachen:Vors erste, daß die Qvecken zerrissen werden;vors anderes, daß der Rasen aus einander fau-le, damit er auf den Frühling Nicht so sehrzn Kläfften kommen möge; üttd denn auchvors dritte, daß der Acker durch das Gefrosteausgezogen und mürbe gemacht werde; wieer sich denn solchen Falls viel besser arbeitenund zurichten lässei, als wenn er allererst vonneuem müste umgerissen werden. DiesesStürzen oder Stoppeln und das Machen sindnur dem Nahmen und del'Zeit nach von ein-ander unterschieden, daß dieses nemlich dasBrachen im Sommer, bald näch Pfingsten,jenes, das Stürzen, aber kurst vor Winters-geschiehet; sonsten aber ist es einerley Acker-- Arbeit. Von einigen wird es auch Felgen> genannt; daß die Felge sich wohl erliegen,und die Stoppein. faulen mögen, wird zurSommer-Gerste öffters zeitlich vor dem Win-ter gefelget.
Stüryen, werden die runde» irdenen odervon EisemBlech etwas erhabene und oben miteinem Knöpffein versehene Deckel genennet,welche man über die Töpffe bey dem Kochen zusturtze» pfleget. Die,eiligen, so man gebrau-chet, über die Schüsseln oder Teller zu decken,welcher mit darauf angerichteten Speisen ver-schicket werden sollen, sind von verzinnten oderauch meßingenen Blech und durchlöchert, et-was sörmlichrr zubereitet, lauffen oben nicktspitzig zu, sondern es sind einige flach, damit aufselbige eine andere Schüssel gestellet wewenkönne, so man derer etliche aus einmal durcheine Person fortbringen lassen will.
Stürze/ siehe Sriye.
Stunde, ist eigentlich der vier und zwanlMste Theil eines natürlichen TageS, das ist derZeit, darinnen die Sonne ei»mal um die tLr^herum komme:. Eine solche Stunöcwird em-
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