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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
2823-2824
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sit-z Kl ier S tim

wie auch die kleinen grünen Lause vder Würm-lein, so man im Sommer an Pflaumen und an-dern Bäumen aus den Blattern findet, mitwelchen sie senderlich die Junge ätzen. Indem Vogel-Haus nehmen sie mit puren Hanffverlieb; lesoch ist besser, weil man es leichtthun kan,daß man ihnen alles dasjenige auchgebe, was sie in ihrer Freyheit gensssen. Wennmau sie, da sie neun vder zeheii Tage alt sind,aus dem Neste nimmt, und mit eingeweichtenRiebsen vder Rübsaät-Saamen, aus den, manOel zu schlagen pflegt, noch besser aber, mir inMilch geweichter Semmel, oder auch mit>frischen Ameis-Eyern ausätzet, thun sie es an!Zahmigkeit fast allen Vögeln zuvor. Weil esaber am besten, daß man nur einen nehme, alswelcher viel zahmer wird, wenn er keine Came-raden hat, als ist zu wissen, daß auch im Nest dieMannlein dadurch von denen Weiblein unter-schieden werden, daß diese am Kopfs nud Rü-cken viel schwärzlicher, dieMäimlein hingegenviel licht-brauner anzusehen sind; Die Altenlieben ihre Jmtge dergestalt, Saß, wenn manemen Nestlüig bekommen, denselben in einenVogelbauer thnt, und täglich sortrückt, dieAlten ihm bis an das Haus folgen, Und ihn solange ätzen, bis er selbst fressen gelernet- Siewerden mitKloben, Lcim-Rurhcn.undSchlag-Wänden, auch mit Gprenckeltt gefangen.Wenn ein Stieglitz-Männlein zu einem Ca-narien- Weiblcin gelassen wird, begatten siesich, Und zeugen eine Bastart-oder Zwitter-Art? Canari-Stiäglitz genannt, die um denKopff einem Stieglitz, am Leibe aber mehr ei-nem Canarien-Vogel gleichet, und ein ver-mengtes, doch liebliches Gesang hat.

Srier, heiffet ein ungeschnittener OchsiSiehe Brumincv.

Stillen, wird »endenMüttern gesägt, wennsie die kleinen Kind er an dieBrust legen, undselbige so lange mit ihrer Milch sättigen, bis sieendlich derbere Speisen zu vertragen gewöhnetwerden, als. wodurch sie ihren Hunger und ihrWeinen, se der Kinder Sprache ist, stillen.

Stiller Roller, suche Roller.

Stinckende Melre, oder Scham-Rraul,wachst an Zäunen in den Gärten. SeinGeruch dienet wider den Grind und sanleSchäden^

Srmr oder Sliny,ist ein kleiner Fisch/ et-wa» vier Zoll lang, und einen halben Zollbreit»welcher einen spikigel! Köpft, einen dunckel-braun ins blaue spielenden Rücken, und weis-sen Bauch hat. Floß-Federn führet er zweyan den Kiefen, zwey mitten am Bäuch, eineunten am Bauche, eine aus dem Rücken, derSchwank aber ist gespalten. Er hält sich nurin Seen und Teichen aus, und liegt das gantzeJahr ans dem Grund im Schlamme, wenn eraber im Merken laichet, so ttirt er in dieHöhe, und schwimmet in solcher Men-ge mit einander, daß mäN ihn Hainen -weisesangen und heraus langen kan. Solches ge-schiehet auch in, Herbst gegen Martini zu.SeinFlsisch ist weich, mager und iingeschnmckt,hat einen widerlichen Geruch/ und giebt wenig

Stirn Stock - Enten

Nahrung, und kan dahero nicht mit unter dugesunden Fische gezehlet werden.

Srirn, wird der vorderste hohe Theil desKopffcs genennet, der der nächste über den Au-gen ist, und zu beyden Seiten die Schlaffehat. Das Stirn - Bein, welches ein Stückder Hirn-Schale, ist in der Mitte nicht oardick i und gegen die Schläft zu immer dün-ner.

Stirn-Binde, wird der schmale, entwederschlechte oder genehete, und auf beyde» Sei-ten auch wohl mitCanten oder Zackgen besetz-te Streiffen genennet, weichen das gemeineFrauen-Vvlck zu denen weissen Schleppen umdie Stirne zu binden pfleget. Zuweilen ist die! untere Seite in der Mitte mit einer Schnep-fe versehen; auch bedienen sie sich auf derReise einer andern Art, so meist von schwar-zen Tastet vder Sammet, mit Baum-WoUeunterleget, damit der Kopss dadurch warm er-halten werde.

Stirn-Rad, Stern-Rad, ist ein Rad inden Mühl-Wercken, bey welchem die ZähneaufdemRande des äusserstenUmfanzes herum,und mit den Di-nnelris des Rads in gerader Li-nie stehen, und stellen dieselben gleichsam dieüber den Rand hervorragende Enden von de«

ljett Diameeris VVl'.

Stiye oder Steiffe, wird dasjenige siarckeStücke Bau-Holk genennet, welches man aneinem Ort unterzustellen pfleget, wo man inSorgen' stehen muß, daß die daselbst befindli-che Last herab sturgen, und grossen Schadenverursachen mochte. Seine Stärcke wirdnach der Lanze oder Höhe, wie auch nach derSchwere der"Last, so es tragen soll,propvrtiö-niret. Wenn die Bäume allzu viele Fruchtebrinaen, und man dahero zu besorgen hac, daßdieAeste dadurchabgedrücketwerden möchten,muß man solche ebenfalls, und zwar zu rechterZeit, ehe die Fruchte schwer werden, mit eini-gen Stangen stüken, und selbige also, nach-dem vorher» dergleichen- die aver untergele-get, verwahren, daß sie durch Bewegung derWinde an der Schaäle nicht schadhaft! werdenmoaen.

Stock/ Arenen-Stöck, Heisset der Blockoder Korb, darinnen ein Bienen- Schwärmbauet.

Stock, wird im Garten-Ban ein einzelnerStrauch genennet, als da ist einRosen-L ?tock,Johannis-oder Stachelbeer-Stock, Wein-Stock, u. s. w.

Stock, heiffet auch ein Stümmel, so vonabgehauenem Holtz in der Erden überbleibet.Wenn solche ausgereutet werden, das Land ur-bar vder zu Baufelde zu machen, Heisset es, einFeld aiiSstockcnsund dieRien-Stöckewer-den mit Fleiß ausgegraben, weil sie guten Kiengeben, und das Ausrotten derselben den Anfingbefördert, indem kein Stock im Tangel-Holtzewieder ausschlägt.

Stock-Adler, siehe Adler.Stock-Värsch/ snche pärsch.Stock-Enten, werden von einigen die ge-meinen grossen wilden Enten genennet^