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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
2131-2132
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-IZI Parade-Bette Paradis-Hvltz

eeii Äü'etteii unv zu:? Staut. als zum Ge-brauch dienen sollen, und nur zum AufpMund Zierde aufgeScllet werden, dergleichenist ein auf diese Art eingerichtet Zimmer, Kut-sche/ Bette u. s. s- welches letzte z. E. nichtnur an der Art des Gestelles, und durch seineKostbarkeit sich von den gemeinen garmercklich unterscheidet/ sondern auch an seinenübrine» Theilen aus die prächtigste Weisein schöner Ordnung ansstaffiree; ja ein Zim-mer selbst/ weiches mit dergleichen und an-dern auserlesenen schöne» Mvöilien inchr aus-genutzet worden. führet eben darum diesenschonen Nahmen/und Heisset ei» Parade-Zimmer.

Parade-Bette, heist dasjenige Bette/ wel-ches mit gantzen oder halben Himmel oderBa dachin, ingleichen mit kostbaren Deckenbedecket, mit schönen Vorhängen und einemzierlichen Kran» umgeben, über diß mit al-lerhand ausstaffieren Betten versehen, und inZimmern oder Kammern mehr zum Staat alszum Gebrauch ausgestellet wird. Etwas an-ders sind dergleichen be? Hohen Begräbnissenemge- ichtet

paradis-Aepssel-ZZaum, ist eine besondereArt von niederstämmigen Aepffel-Bäumen,welche wenig Holtz treibet, und hingegen sehrvoll traget. Er ist von zweyerley Gattung,rother und weißer. Der rothe wird sowohl am Siamme als an der Frucht grosser,und nuiß an einen Sonnen - reichen Orr ge-psta-nnet werden, worbey die Krucht auchschöner, röther und besser wird. Der weisscist kleiner am Stamme, und bringet kleinereFrüchte, welche frühzeitig reiss werden; erbekommet auf dem Boden viel Venschoß,welche man ihm fleißig benehme» muß, weilidas, Wachsthum so wohl des Stammes alsder Frucht dadurch befördert wird. BeydeArte» werden von den Kernen gezogen, undhätten wegen der natürliche» Güte ihrerFrucht, des Bsropffens nicht nöthig, woman solches nicht um der Zwerg-oder Busch-Bäume willen thäte, welche vo» denen Vara-dis-Aepffei-Stämmen besser als von Qvitten-Siamme» gezogen werden, denn die ParadiesAepffel-Baume, wen» sie nur ei» wenig dickfind, bekommen durch das Pftopffen imSpalt treflich wohl, gerathen s,ber bey demjÄeuglenoderOeulirengar selten; dahingegendas Oculiren bey denen O.vitte»-Stämmenweit besser anschlägt/ als das Pfrvpffen im!Spalt.

paradis - Holy, ist dasjenige köstlicheHolst/ so nur in einzelen Stücken zu uns aus^ava, Sumatra und China gebracht, und demPsuiid »ach verkausset wird. Es ist dasselbedunckel - Purpur mit Aschenfarbenen Ader»durchzogen; hat einen bittern Geschmack, undwenn es angezündet wird / wiewohl es nichtgerne brennet/einen gar liebliche» Geruch giebt/daher man es auch mit unter das kostbareUauch - Werck zu nehmen vfleget; ja manschreibet ihm, M sonderlich d?r daraus be-

Baradis-Korner Parat

leime» Esienl? eine Haupt- und Hertz- stär-kende Kraffl ?u.

paradis- Aörner, ftuisie» auchmum msximum, oder dle gröste Art Cardamo-men genannt/ sind dreyeckigte kleine Körner,in der Grösse eines Pfeffer-Korns, auswendigrorhlich-brau», inwendig aai>m weiß, einesscharffen und beißende» Gejchmacks, doch et-was gelinder und nicht sohi«iq,al«derUeffer;weil sie auch nicht so theuer sind, als derselbe,so pflegen sie von betrüaliche» Würtz-Krämer»unter i en gestossenen Pfeffer gemischt zu wer-den; weswegen man wohl thut, wenn mandas Gewörtze gank und ungestssse» einkaufet.'^ paradis - Vogel, ist eigentlich ein Ost-Indianischer Vogel, der zu uns, nachdemihm die Indianer ehemals die Beine ab'schnil-ten. ohne Beine kam, weiler sich ohne Beinebesser zurichten und halten, oder auf dieMutzen Hessren ließ. Sie haben schöne undmannigfalrige Feder» Ehemals glaubteman,die Turcken brächten ihn zu uns, mid fangenihn da, wo das Baradis gestanden hätte:Jnqleichen, er habe von Natur keine Füsse.Die Ursache iä gemeldet. Und iesto bringenihn die Hol-änder mit Füssen aus Banram.

Parapherual-Gnt, Heisset machten das-jenige Gut, jö die Weiber ihre» Maniiern nichtals Ehe-Geld, sondern sonst in währendem El c-Stande noch über die Mit-Kiffl zubringe».Uiber dergleichen Gut Hai der Mann nach Kay-serlichen und gemeinem Recht keine Merecbt-ftmkeit, es wolte denn das Weib ihm selbigesgutwillig zustehen; nach Sachsen-Riecht aberhat der Mann von denen Paraphernal-Güternebenso, wie von der Mit-Gifft die Fruchf-Ge-NiessUNg. l O. z6 Oef. Z6 6c 1^.6

I'ir. 6 I?els>. ;i n. 14.

parasol,heisset eigentlich ei» Schirm-Dach,womit man sich wider die Sonnen-Strahle»z» bedecke» gewohnt- Es bestehet dieses ausemem runden Knvpff, der sich an einem etwaslangen doch zierlichen Stängelaen, o^en festgemacht befindet- Aus dieses Knovffe>' Um-kreis gehen verschiedene schwache Stablein her-aus, die siH an demselben um ihreeiaene Äxebewegen, über welche ein nach dem Circkel ac-schnittenes Tuch dergestalt befestiget, daß es^sich, wenn gedachte Stäblein niederaeschlagcnwerden, zusammen leget, und wenn sie erhabenwerden,mit ihnen sieh zugleich ausspannet. Esbedienet sich dergleichen Schirmes vornenilichdas Fraueniimmer, und zwar hiesiaer Landenam meisten bey Regen-Wetter, zu welchem En-de das Tuch mehrentheils aus einer feinen ge-wächsten Leinwand bestehet, da sonst, wenn esvor die Sonne gebraucht wird, Taffend, Bastund dergleichen seidene Aenge auch darzu die-ne» können, und ieko wircklich dienen, nachdemdas Frauenzimmer auch die lelzten nunmehrim Gebrauch hat.

Parar, ist ein einfälbi> er schwartzer Zeug,wie solchen das Frauen-Volck in Hamburg zuihre» Regen-Kleidern gebraucht. Man hatdessen zweyerley, einen seidne» und wollenen,der letzte sbsr ist g«r verschiedener Gattuna.