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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
2115-2116
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-115 Pacht-Geld Pack ^

Bachr-Iahreaus demGnte zu weichen genöthi-qet werde. Da mm ein Pachter bey also ge-stalten Sachen auf die Haupt-Mangel desGutes, so er im Pacht besitzet, nichts ausseinem Beutel wenden darff, auch die ohn-gesehren Unglücks-Fälle nicht zu entgeltenhat, hiernächst aber die tagliche Erfahrungihn darbey lehret, wie er sich bey Besitzungund Numiiessnng eines Gutes zu verhalten;so hat eine solche Person nicht nur den Vor-theil, daß, ss lange seine Mittel nicht zurei-chen, sich eiu eigenes Gut zu kauffen, er dochnicht indessen von dem seinen zehren dürsse,son-dern er erlanget auch durch dergleichen begve-nie Gelegenheit eine gute Einsicht in die Be-schaffenheit der Güter, um ihre Stärcke undSchwache u.a.m. durch die Erfahrung auzu-mercken. Dahero wenn ein solches Gut selbstoder ein anderes dergleichen ihm zuKauff vor-kommt, er mit desto sichererm Nuüe» darzu ge-langen könne. Es ist also lar dienlich, wanndiejenigen, welche einmahl bey Cammern inAnsehung der Domainen rechte Dienste thu»wollen, unter andern Arten der Uibung in die-sen Sachen, anfänglich ein und andern Pachtübernehmen, ober sich bey einein wichtige»Pacht-Innhaber eine Zeitlang aufhalten, undder Verwaltung unterziehen. Massen man da-bey Gelegenheit hat, in der Land-Wirtschafftunaemein viel zu erfahren.

Pacht-Gled, Bestand-Geld, ist diejenigeverglichene Summe,welche einPachter vor denNuste» mid Gebrauch einer in Pacht habende»Sache, dem der ihm solche verpachtet,zu bezah-le» schuldig ist. Ein mehrers siehe unter pachr.

pacr,pactum, ist die Uibereinstimmung desWillens von zwey oder mehreren Personen ineinerley Sache, weshalber sie Abrede genom-men,um entweder etwas zugeben oder zuthun.Es gehöret aber zu einen, Vact einesTheilS dasVersprechen, es sey nun dieses wegen der Er-füllung entweder unverzüglich schlechtweg undohne eiutzige Ausnahme, oder auf eine gewisseZeit, oder mitBedingung,es geschehe auch per-sonlichoder in Vollmacht, ingleichen mündlichoder schriftlich; andern Theils aber wird auchdarzu erfordert die Annehiming des Verspre-chens. Denn gleichwie niemand einen andern,dem er nichts zu befehlen hat,wider seinen Wil-len zwingen kan, baß er sich ihm zu etwas ver-bindlich mache; also wird im Gegentheil auchniemand einem andern seine Dienste oder ande-re gefällige Sachen wider dessen Willen auf-dringen. Worüber aber zwey oder mehrerePersonen einmahl ein gewisses Paetum aufge-richtet, dem müssen sie auch unverbrüchlichnachkommen. Dieses ist ei» Göttliches Gesetzder NatU?, der Geselligkeit uud Liebe. Hier-nachst gründet sich darauf Treue, Glauben,Vertrauen und Credit in der Wirtschaft, wel-ches widrigenfalls verlohren gehet, und end-lich mit der Zeit den grösten Schaden bringet.Solchemnach n'ttiß man sich solches sehr ernst-lich, nicht aber, wie viele Wirte thun, leichtsin-nig, ehe man ein PactuM machet, vorstellen,folglich wohl überlegen, was man verspricht,

Padden-Fisch Pärsch z 116

wie und'wenn mans verspricht, midob^nans

auch halten kan. Denn die vorgeschütte Un-möglichkeit, wenn sie nicht aus uiiverwcid-lichen Ursachen entstehet/ befreyet nicht von -'dieser Pflicht. Indessen wird von vielen Wir- K" !te», die viel verspreche», mid »ichts oder >ve- ^»ig halten, keine Pflicht schlechter beobach-tet als diese. Ja man halt es nicht nur vorkeine x^ünde, sonder» auch wohl gar vor eine M 'feine Klugheit, ander» das Maul auszuspcr-reu, und ihre Hoffnung, die sie auf das Ver- AM-sprechen geftket haben, entweder vorsetzlich, ft-s!--oder doch durch seine Schuld, Faulheit, U>-bereilung und Nachlä'ßigkeit zu betrügen oder ^zu hintergehe». Sonderlich jundigen die. D'HakdwerckS - Leute in diesem Stuck recht M. 'leichtsinuig. Und es ist ein Mangel der Po- ^Ucen, wo man nickt in dieseui Stuck einiger-massen durch Zucht-Gesetze entgegen gehet.Ailermassen davon offt grosser Schade» i» derWirtschafft denenjenige» entstehet, die sich aus Hdas gegebene Wort verlassen.

Padden-Fisch, dieser wird in Virginien ge- .'.i-sangen, und hat die Eigenschassr, daß er,so bald ^'7er aus dem Wasser kvmntt, dicke aufschwillek > 'sonst aber ist er eine gute Speise.

' pärsch, Barsch, Värßig, ZZerschlinZ,Derßiri,persch.parsich,persii!g/pe:öling,

pirsintt,ist ein Fisch,der sich in süssen Wassern,

Flüssen und Seen aufhält. Er ist Silber-sarbmit dunckeln von dem Rücke» »ach dem Bauchherabgehenden Streifen,hat kleine aber dichteund harte Schuppen, und rothe Floß-Federn.

Er wirb mit unter die Raub-Fiiche gerechnet,indem er alles frißt, was er bezwingen kan; hin-gegen muß er sich auch trefflich wehren, wennihm die Hechte oder andere grosse Raub-Fiicheaus die Haut gehen : Es bestehet aber seine Ge-genwehr darinnen, daß er seine Stacheln obenaus deai Rücken so künstlich in die Hohe streckt,daß sich seine Feinde, ok»e verleitt zu werden, /nicht an ihn machen dürffen. Wegen seinerRauberey wird er in keine Karpffeu-Teiche ge-than, weiler, wie derHecht, grossen Schadendarinnen thut; wenn er aber allein in einem .. .Teiche ist, so bezahlet er, indem er sich Kar« ' ^vermehret, die Mühe schon, die man auf ihn ^ -wendet. Nur muß man sich vor seinen Sti-chen Huten: Denn wenn er angegriffen wird,so sträubet er seine Stacheln, und wer sich denndarein sticht,mit dem ist es eben >o lazlimin, alswenn ihn ein Hecht gebissen hätte, «seineLaich-Zeit ist im Marrio oder April, mit andernFischen, und kan er auch im Fang wie andereFische rractiret werde», weil er eben l»w»hl als ^dieselben in die Reussen und Netze oder Garn-Säcke gehet: sonderlich beisser er gerne an die 'Angein, wo Krebse oder Weiß-Filche angehan- «get sind; doch muß die Schnüre über dem »aa-ken mit Bley oder Zinn überzogen, oder der ^Haacken erstlich an ein kleines Kettlein, und andieses erst die Schnüre angemachet werden, va-mit er dieselbe, seiner Gewohnheit nach, MM ^abbeissen tonne. Sein Fleisch ist wohl hart, ^aber auch recht gesund, dahero er aucy krancrenLeuten und Scchswöchnennnen z» es»'« erlau- ^