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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
2065-2066
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Obst

Obst

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dauret daher eine Zeitlang, auch ohne ab-trocknen, backen oder einmachen; Gleichwolaber kan ihre rohe und bey etlichen Arten uber-flüßlge Feuchte dem menschliche» Leibe keine. - imtadeliche Nahrung gebe»/ sondern ihn viel-mehr durch Mißbrauch in eine» unaesunven'Zustand fteen; wiewohl der mäßige Gebrauch> nicht gantz und gar verboten, sondern nurdieses dabey erinnert wird, daß/ gleichwiedas Sommer-Obst im Anfang, also dasVvinter-Dbst zum Beschluß der Madlzcity:nossen rverden solle: Weiche Regel dochnicht so allgemein, daß nicht eines oder dasani ere davon ausgenommen werde» muste.Unm das Winrer-Obst gehöre» die aller-meisten Sorten, von Aexffeln, Biriien,Bitten, Mispeln, Spcvcrlinge oder Gpor-Aerffel, Mandel», Welsche Nüsse, Sasta-me», Arls-Beere :c. Daß man aber hiervon denen Aepffeln und Birnen keine beson-dere 8^ec!!>cünnn deygesuget, welche von die-sen zu dem Sommer - oder Winter- Obst zuzehlen, ist daher geschehe», weil die verän-derliche Lage und der Boden, aliwo solchesObst wächset, einen mercklichen Unterscheiddrinnen machet, so, daß z. Ex. die l'mrcblsnck,- uud?-'!5. welche bey uns i» Leipzigallerdings unter die Sommer - Früchte ge-zehlt werden, i» den rauhe» Gebirgen anmanche» Orten kaum z» ihrer Reiste gelan-gen, und solalick viele bey uns spate Fruch-te an gedachten Orten,gar nicht auszubrin-gen sind. Derohalben ei» bedachtsamerHaus-Vater, nachdem er die Umstände sei-nes Orces gnugsam erwogen, gar leichte selbstaus den unrer den Worten Apffel, Dirn,?:L mitgetheilten L-t-loxi-- diejenigen Arten fin-den kan, welche bey ihm späte oder gar nichtreiff werden dürfften, wenn ihm ohngefehretwa nur eine davon aus der Erfahrung be-kannt ist. Noch einen Unterschied/ was dieAepffel und Birnen anlanget, machet das sogenannte Fvany Obst, welches aus Zwerg-öder niederstammiacn Bäumen wächser, unddem ordentlichen Deutschen Obst, so vondenen hochstämmigen Bäumen herkommt, ent-gegen gesetzet wird. DaSFranx-Obst ist zwarangenehm, es wird aber doch von einigendemselben das Deutsche Obst um folgenderUrsachen willen vorgezogen: 1) Kan dasDeutsche Obst die Froste und allerhand Wit-terungen besser vertragen, denn das Frany-Obst; 2) Halt es sich auch viel länger gut,und ka» man manche Aepffel und Birnen auf-heben, bis wieder welche werden/ dahingegendie Frantz-Fruchte bald faulen und verder-ben; z) Kan es in Ansehung des Backens

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^ Deutlche Obst auch besser

die Boden und Kammern; den man kanvon einem grossen und traabaren Apffel - oderBit» - Baum allerdings ^mehr Eäcke undTr g-Korbe voll herunter schütteln, alsman von einem Frany - Baum abnehmenkan, ob er jchon nach Proportion seinerGrosse ebenfalls seine «ruchke reichlich giebt-Die Gute des Obstes überhaupt bestehet dar-innen, daß es m seinem Wachsthum zu voll-kommener Grosse gelanget, iedes nach seinerArt sein sämig sey, und einen guten Ge-jchmackhabe. Die Einsammiung und Able-se» des Obstes soll zu der Zeit, da eine jedeGattung zu ihrer gehörigen Reiste aclanget,nicht zu früh, weil alsden» da« Obst nochungeschmack, auch nicht z» spat, weil es sodennnicht aus dielDauer ist bey trocknem. hellenund schöne» Wetter, und mit Verschonungder Bäume geschehen. Insonderheit soll dasweiche Früh-Obst lieber vor der rolliaen ?Zei-tiguna in, Augnsto, weil es nicht lanae'ge-halten wird, im zuneimienden Monden ge-brochen, das harte Winter-und Lager-Obstaber, so lang als es das Wetter znlasset,an den, Stamm gelassen/ und sodenn imSeptember oder October, im .^nehmendenMonden obaenommen werden: wiewohl etli-che den Vollmond ohne Unterscheid dazu er-wählen. Die Art des Obst-Lesens betref-fend, soll man dasjenige, was Lager - Obstabgeben soll/ (denn was man pressen oderdorren will, bedarff solcher Vorsichtigkeitnicht), nicht von den Bäumen schütteln, weiles leichte dadurch Schaden nehmen und zurFaulniß Anlaß aewin»?» ka», sondern viel-mehr mit dem Stiel sanfft abbrechen, undes entweder in ein um dem Leib gehangenesTuch hinein lesen, oder, falls solches zu be-schwerlich seyn sollte/ doch in einem zu demEnde an dem Baum gehängten Bekner oderKorb solches einsammleii/ welchen Korb man!hernacl> allezeit, so offt er gefüllt ist, mit-telst eines Stricks wieder herunter lassenkan. Wenn Obst - Bäume nahe an einemTeiche, Graben oder andern Wasser stehen,und bey dem Schütteln vieles hinein sattenmöchte/ muß nian/ so weit als man dencket,daß es ins Wasser kommt, ein Nek ausstel-len, damit man es hernach wieder da her-aus fischen kan. Diejenigen Fruchte, die amgefährlichsten stehen, und dem Anlauff ammeiste» unterworffen sind, muß man am er-sten abnehmen. Das abgelesene Obst mußman nicht gleich in die Keller oder Gewölbebringen, sondern es zuvor in trockenen Kam-

. _ - - ^.,..,....5 ... ^»»...».mern und Gemacher» abschwitzen lassen; man

de«>er genutzt werden. 4) Wird es auch nicht jmuß es auch nicht gleich aus die Erde schnt-w leichtlich benajcht, denn es muß rnan-lten, sondern entweder auf Stroh, oder aufche^, znnwt von dem harten Winter - Obstiuutergebreitete Tücher, und zwar jede Artim acht Wochen auf den Böden und besonders leqen, iedoch nicht gar zu dichtemGewolbern liegen, ehe es eßbar wird, und aus einander schlichten, weil es sonst garaljo vergehet manchem Diebe der Appetit, leichte auf - und über einander zu faulenwem, er so lange darauf warten sott, das pfleat; absonderlich soll man die Qvitten«raiiy-Obst aber ka» man meistentheilS also- n>cht zu dem andern Öl st legen, weil sie sol-bald gemenen, wenn es rciss ist. Und end- chem mit ikrem starcken Geruch sehr schädlich

l m 5 sind,