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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
2051-2052
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nel ihr ihnss dünne treiben? daß niün Nudelndaraus, als einen Zwirns-Faden schneiden kan/Nachdem er dünne genug getrieben worden?!müsset ihr u)ii auslangen, damit er ein we-nig starr werde, rollet ihn alsdenn zusammenund schneidet mit einem scharssen Messer Nu-deln so klar als ihr könnet, schüttet sie nachdiesen sem aus einander, daß sie nicht zusam-men kleben, so sind sie fertig, und können ent-weder gleich verbrauchet, oder bis zum nöthi-gen Gebrauch lange Zeit verwahrlich aufbe-halten werden.

Nudeln oder wolgern,smd ein von schwar-zen Reagen-Weisen-oder Gersten-Mehl undWasser derb vermischter Teig, m lange schmaleStückleiu zertheilet,länglich-rund geweigertund aus dem Ösen gedörret, welche man inWasser oder Milch einzuweichen, und damitdie Gänse, Truthüner u.Capaunen zustopffenund zu mästen pfleget.

ein angenehmes Gerichte, welchesvon seinem Erfinder, einem Iralianer, Nah-mens kx'ilNn, der eines grossen Herrn Küchen-Meister gewesen, also g'enemier werden. Sei-ne Jubercitmig geschiehet folgender Gestalt:Man zerreibet Eyer-Dotter mit Rosen-Was-ser, Zucket und etwas Saw, lässet dieses ineiner zinnernen Schüssel auf einem Kohl-Feuersieden , nachdem man es durch ein Haaren-Sieb hat lauffcn lassen, thut hierauf viel Pu-der-Zucker daran, nebst eingemachten Cirro-n-«-Schale», die man vvkbers in einem Mör-ser mit etwas Rosen-Wasser abzestossen, undrühret es offt um, bis sich selbiges zu seken be-ginnet, Hernach lasset man es wieder solangesieden, bis es einem dicken Brey gleich ist, je-doch daß es nicht zu harte werde. Sodcnnstreuet man ein wenig Puder-Zucker mit Am-bra und Bisam vermischet darüber, stecket auchetliche Citronen-Schalen und Pistacien daraus,un!> isset es also warm.

Numerii-pfähle/sind kleine hölfternePsah-le ode Städlein, welche der Gärtner mit ge-wissen Numern oder Zahlen bemercken, und inihre Baum-und Pfropff- Schulen zu denenjungen Bäumen, in die Mist - und Blumen-Beete, Rabatten und anderer Orten, wo es nö-thig, an die Stellen der gesteckten und ausge-streueten Saamen und eingelegten Wurzelnstecken, auch eben diese Numern in ein abson-derliches Buch oder Regiüer einzeichnen, da-mit sie in Collationirung derselben alsobaldenwas eines oder das andere seye, Rechenschafftgeben können.

Nuß, wird zwar insgemein eine jede Fruchtgenennet, deren Kern in einer harten Schaleverborgen stecket, allhier aber wird insonderheitdie Frucht des Nuß-Saums, nemlich die'wall-otu Welsche Nuß darunter verstan-den. weil von denen andern Nuß-Gattungen,als Hasel- Lamperts-und Zeiler- Nüssen, Sta.che- oder Wasser-Nüssen, Erd-Nüsien :c. angehörigem Otte gei'aiidelt wird. ^ Der wel-schen oder Ä)aU.Nusse giebt es smifferi e» Ar-ten, als i) ^ ie gemeine; 2) die dünnschäli-«c! z) die Slut-Niisse, derer mittelstesröth-

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lick) oder Psm'ich-Blüt-Farb; 4) die grossenso genannten ^chaaf-oder poller - Nüsse,welche auch Roß-eSer P?crde-Nüsse gcnen-net, und einerKindes-Faust groß werden, abergenieiniglich mehr in die Schalen als in denLern wachsen, und nicht gar gesund seyn sollen.Und endlich die kleinsten, welche wegenihrer harren Schalen, Grich,-Nüsse, und weilman den Kern mehrentheiis heraus grübelnmuß, Grübel-Nüsse genennet werden. Die-se Nüsse haben eine doppelte Bedeckung oderSchale; die äusserste, ist grün, xolsterig undsarber die Finger dermenigen, so sie abschälen,denuasse» starck, daß sie nicht so leichte wiedergereiniaer werden können, doch kan man mitder gelben Haut von frischen Nuß-Kernen oderauch mit Birn Schalen den Schmuk von denFinaern ziemlich wegneknien. Wann dieseSchale recht reiss so springt sie aus, löset sichvon der inwendigen yarten Schale von felbste»ab, und lässet also die Ruß mit derselben aufdie Erde fallen. DerKern ist mit einem gelbenHänriein überzogen, und mi5 dein so genann-ten Sartei in vier Theile uitterschieten. Die-ser Sattel, mit Eßia eiügeno.,'men, und allezwölss Stunden wieder!,o!e>, ist ein bewähr-tes Mittel wider den kalten Brand. Die Nüs-se , so man einmachen will, »mimt man umIohannis, oder vierzehen Tage bis vierWo-chen darnach, wenn sie halb reiff und noch kei-nen rechten Kern haben, von denen Bäumenab, durcybohrcr sie an verschiedenen Orte» miteinem hvlnernen oder eiffenbeinernen Pfrie-men, welche besser als die eisernen hierzu die-sen , wässert sie in klarem Wasser zehen biszwolss Tage lang, seihet alltäglich das alte ab,n. gießt wieder ftisches daran, damit der schar-fe und bittereSafft völlig darvsn komme; hier-auf lässet man sie auf einem Tuch wohl abtrock-nen, sieset selbige in Röhren-Wasser in einem^esselein, aber nicht ;n weich, weil sie cm we-nig hartlich bleiben müssen, leget sie sodannwieder heraus auf ein reines über ein Sieb ge-breitetes Tuch,und lässet selbige nochmahl, wiezuvor, gank trocken werden, alsdann bestecketman sie hier und dar, absonderlich, wo die Loch-te«! hinein gebohret worden, mir geschnittenenZimmer, Würn-Näaelein, Cirronen-Scha-len ?e. und schlichtet sie in ein weites Glas odersteinerne Büchse, leget etliche Mnscaten-Blu-men darzwischen, und giesset gcläurerrcn Zu-cker,welchen man nach dem Läutern nsw ein-mahl oder etliche üb^rsieden lassen, über dieNüsse, daß er drüber hergehe, bindcr das Ge-sässe feste zu, und senet es in den Keller, odersonst an einen kühlen O'.r. Nach etlichen a-qen muß man darnach sehen, dass der Safft oderZucker wird wieder dünn und.wässerigt werden,

selbigen seihet man ab, und übersiedctihn, biser ^nr rechten Safft-Dicke gebracht uns erkal-tet, dann giesset man ihn wieder druber undwiederholet selbiges so offt, bis der Jucker nim-mer wässerig wird, zumahl weil dieNusse ^er-^ne anlauffen. Die also eingemachten?cui!ewerden vor eine gute Magen-Stärckung gehal-ten. Man kan sie zwar auch in Honig em-

inachen,