Druckschrift 
2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
2043-2044
Einzelbild herunterladen
 

-'-4'

Nv cke»

grösser, einen runden, hohlen und auswendig'mit etlichen Häutlein besetzten Stengel/ wel-cher einer Ellen und drüber hoch wirv. Das,Männlein bat oben am Stengel viele Zweig--lein, welche mit bleich-gelben oder grünlichteifStern-sormigeiiBIümlein besei-et sind. Das'Meiblein aber hat weißlichre Tranbelweisebeysammen stehende Vlümlcin- Sie wachsetgerne in kalten, w-lden, schatligten Gebirgen/«nd wird insonderheit in der Schwcitz, auch inElsaß und uuSchwartz-Wald häufig gesunden.Die Wurzel ist gleich der Schwachen ein sehrstarck abführend-und purgierendes Mittel/wirdüber »lehrenrheils nur allein in die Niese - Pul-ver genommen, "chre Vermehrung geschiehetin denen Gärten, wie der Schwarken, durchBertheilung derWurtzeln. Die unächte Nie-se-Vvuryel, bringet aus einerweiffeiy bittern,zaserich'en Äurtze!, ein oder mehrere/ fast Eilenhohe, runde/ und gleichsam mit Mehl bespreng-te Stengel, daran la.-glichte und zugespitzteäderichte Blatter ohne Stiel/ und eins umsandere stehen, welche einen gar bittern Ge-schmack haben. Der Stengel wird auf dieHelffte mit Blumen gezieret/ so bey nahe wiedie an der Stendelwnch aussehen.

Nise, siehe Feiffel.

Nissre-- Grradc, suche Gerade.

Nocken, find ein Böhmisches EsseN/ ausMehl. E»ern, Butter und Gewürl-e ze. beste-hend, sof.sstin Gestalt der Schnee-Ballen ge-macht/ und hernach im Back-Ofen gebackenwird. Mm treibet nemlich ein halb Pfund ge-schmelzte Gnlter in einerCasssrole oder Tiegelmit einem -X-ihr-LSffel ab, o«ß ste recht qvillet,schlaget ein Ey daran, und rühret es wieder klarab. Hernach schsckget man wieder ein Ey hin-ein, und machet es wieder als»/ aus welche Artman such mit dem brisen und vierten Ey ver-fahren muß. Nach diesem wird sovielWeitzen-Mehl darein geschürtet, daß man den Teig mitrührenbeiwingen konne, thut ein wenig gestvs-sene Mnscaten-Blüten darunter/ und rühretden Teig ab; inzwischen Met man in einemCasserole oder Tiegel Milch übers Feuer, ma-chet einen Löffel mit der Milch warm, undstos-fttkleine Stückgen von dem Teig ab, fastausdieArt, als wie man Schnee-Baüen machet, legersolche in die siedende Milch, und lässet sie eineWeile kochen. Unterdessen verfertiget man ausdiejenige Schüssel, daraus die Nocken sollen an-gerichtet werden, einen Kraay von Teig, be-schmieret aber erstdieSchüsscl mit Butter, undrühret hernach die Nocken darein, giesset dieMilch, darinnen sie atkocht darüber her, streuetklar geriebene Semmel darauf, s'tzer es in einenBack-Ofen und lasset es dampfen, damit esauch oben braun werde, so ist dieses Essen fer-tig. Will man sie auf eine schlechtere Art ha-ben, so nehme mütt frische Dutter, rühre sie ineiner Schussel wohl ab,daß sie gantzdünne wird,(denn ie mehr man die Nutter rühret, ie besserist es), thue bah» drey Eyer, geriebene Semmel ni!d ein pzgr Löffel Mekl, daß es ein wenigdensammen bleibet, alsdann mache man 'Sng-Kchtt ÄWr dMtts/ lasse tn' si gesottener

Nonm'ii.Brot Nord-Licht 2044

Milch kochen, und lege oben ausKohlen, so wer-den sie gut. ,

Mc- siehe Spving-Rraut. Es

wird aber auch eine Art rief um sich fressenderGeschwüre,sonderlich der krebshastigin Lefzen-Geschwüre zwischen den Lefzen und der Nase,so genennet.

Nonnen-Drot, bestehet aus einem Teizvon Marzipan-Massa, darunter Pfeffer, Zi»>-met, Näzeiein, Cardamomen, Muscaten-Blu-men, Citivnat/Citronen-Schalen und eilige»niuchter Ingber, alles gröblich zerschnittenund mit eingemenget, und runde Kugelndaraus sormiret werden, welche man alsdennin den Teig einschläger, mit einem Back-Räd-lein abschneidet / und in der Torten - Pfanneschön gelblich abbacken lässet.

Nönncn-Teig, ist ein ans Mehl/ Milch/blancken Wein, Enern und Sal!; wohl durcheinander gemischter dicker Brey, daraus aller-ley in Butter gebackene Speisen zubereitetwerden können. Man brauchet ihn aber ei-nes theils als eineKlare, da man aber i» diesem6all ihn ein wenig dünne machen, ingleichendas Eyerweiß davon weglasse» muß. In die-se Klare tunckct man alsdenn in Scheibengeschnittene Aepffel, Erd->Schwämme, Arti-schocke» und dergleichen, wendet hieraus die-le Sachen in Heissem Schmaltz so lange um,bis sie eine schön« Gold-gelbe Farbe bekom-men, sänget sie hierauf mit einem Schaum-löffel aus selbigem last sie abrrocknen, le-get sie ordentlich auf eine Schüssel, undstreuet Jucker darüber, tropffet auck wohl eini-ge Tropffen Rosen-oder Orange-Wasser dar-über; andern theils kau man ebenfalls ausdiesem Teig allerhand Gebackens machen, da er>ber etwas steifer seyn muß, denn so eine eiser-ne Forme erst in heisses Schmalkgehalten, und«-ernach sachte in diesen Teig unterwärts der-gestalt getuncket wirb, daß der auf dem Eisenbefindliche Modul überall damit bedecket wer-de, diese also mit Teia überzogene Formehieraus in aedachtes heisses Sclnnalk wieder-um gehalten wird, löset sich der Teig alsbaldvom Eisen ab, gvillr etwas auf, und läßtsich daraus gar sein gelb backen. Wen» manihn aber endlich so starck macht, daß er sichwargelN und schneiden lasset, und alSdeniikleine Plätzgen oder andere Formen, z. E.Mandeln «nd dergleichen daraus schneidet,diese aus Heissem Schmaltz fein gelb backet, wgeben solche, weil begleichen in der heisimButter treflich aufzulauffen pfleget, ein an-sehnliches Gebackens, womit allerley GerichteM Mniren unv auszuputzen.

Nord, siehe Mitternacht»

^Nörd-Licht, oder Nord -Schein, wird einSchein oder Licht genennet, der sich gegenNorden zu bisweilen sehen lässet, und derMorgenrvche einiger masscu ähnlich ist, uber-dem aber zu unsern Zeiten sehr vfft angemer-ket worden. Und dieses hat Gelegenheit ge-geben, daß die Leute sich ein aussersrdentli-

chc-s

ie.!''--'

-''«I'-V

PH«,',