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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
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1993-1994
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Nachtigal A achtig»l ^

Aprils: ÄlSdann das andere und dritte Jahrsangt sie um Advent an, n«d continuiretbis zuni^Anfang des Maycu; vierte undfunsste ^ahr aber fängt sie er?! im Martiooder April an, und eontii:mr.'t bi-' in de«uinium oder Iulium, vor weicher Zeit eineNachtigal, die lechs bis sieben Jahr innensiltt, Niemals aufhöret. Kuriz, >e älter eineNachtigal ,m Vogel-Haus wird, je spa-ter fangt „e an zu singen, und je länger singtsie hingegen im Sommer fort. Wenn ma»eine gclangene Nachtigal i» einen VogelBauer thut, denselben mit einen, Tuch oderPapier rings herum vermacht, dar sie sich nichtstossen kan, dabey aber doch an einen hellen Or«sehet, daß sie, so viel nöthig, siehet,fängt siezwar gleich den ersten Tag an. frische AmeisenEyer, und Mehl oder andere Wurme zu rressei,/ die man ihr in einem gläsernen Schälgen mitten in den Vogel - Bauer zu sepe»pfleget, damit sie die Würmer fei» fth.ii,und selbige doch nicht heraus kriechen komnein so bald man aber anfängt ihr die Spei-se zu entziehen, und ihr dürre Ameis. Ei,ermit klein zerschnittenem oder aehacktemSchaafs-Herk, oder zu was man sie aewöh-nen will, vorsepet, se sangr sie an betrübtauszusehen, woran man sich doch nicht kehren,

2....,,.,. . sonder« derselben nur unterweilen etliche le-

lnig, als da sind die Meisen :e. dahin koni-lhendige Wurmlein mit untermengen darff,nie», bey und zwischen denen Hecken hinweg bis sie dasHertte gank allein zu fressen geler--

net. Wenn sie angesangen zu singen, und sieverrichtet ihren Gesang nur bey Tage, so seke,

gesteckten Wurm, welches auch ein Mehl-wurm senn darff, zu sehen bekommen, undnch fanacii. Man kan sie auch mit, einemkie'iicn Garnlein, welches in der Länge ei-nes Lerchen-Tage- Nekes, aber enger gestri-ckt ist, zwischen und neben den Hecken beyaäind- stillem Wetter hinweg fangen. Eswird nemlich das Garnlein ans einer Seilen der decken, oder, wenn man zwey Garnehat, aus jeder Seiten eines an zwei, Stäbeausgehenckt, oder man kan es zwischen derNecke, wo man ein Loch findet, oder der-aleichen durchbrechen will, durch die Heckedurchgehen lassen, dast die Helffte des Garnsauf ^er einen Seite, und das übrige auf derandern Seite stehet; da denn zu beyden Sei-te» zwey Personen gehen, und die Vogelmit Smß - Ruthen auf das Garn zutrei-ben. Da man sonsten mit dem Fang^einereinigen Nacbtiaal osst langer als eine Stun-de zubringet , kan man auf diese Art, wennste im Strich gehen, welches in denen Hunds-Tagen geschiehet, deren in einer Stundewohl zshen sangen. Und mit eben diesemGarn, auf gleiche Art, kan man auch andereVögel, sowohl diejenige, welche sich das gan-ze Zahr über, so lang sie im Lande sind, inStauden aufhalten, «ls auch diejenigen, dienur zu gewissen Zeiten, meistens im Früh

fangen. Wer einen guten Sang-Vogel ha-ben, und gleich das erste Jahr dessen Gesangzu Hause gemessen will, muß dabin trach-ten, daß er noch vor Georgi eine Nachtigalbekomme, denn die nach dem Georgen - Taggefangen werden, lassen sich denselben Som-mer nicht, sondern erst im Advent, oder garerst nach dem Neuen-Jahre hören. Wel-

man sie zn der Zeit, wenn die Nachtigallenin der rechten Begierde zu singen beariffensind, (als welche bey denen Jungen aus demNest genommenen im Februario, bey denenandern aber im Martio starck zu werden an-fangt), den Tag über an einen stock-finstern

ches doch nicht änderst, als auf Jahre, da!Ort, daß sie weder sehen noch fressen kandie Frühlinge ihre rechte Witterung haben, und hange hingegen bey Nacht, nächst ihrem

zu verstehen ist, massen offtmahls bey spalm Jahren die Nachtigal erst vierzehen Ta-ge »ach Georgi zu kommen pflegt. Es kanauch, wer vor Georai, oder nur wenige Tagebemach, eine Nachtigal sängt, versichert le-ben, daß er ein Männlein bekomme, weil dieseallezeit, wie bey mehr Vögeln geschiehet, vor-aus streichen, und um vierzehen Tage eherkommen. Wer den Nachtigal - Gesang vomOctvber an, bis mitten in den Iulium, alsoneun Monat, ohnunterbrochen hören will,der muß dreyerley Nachtigallen Hairen, eine,die fuuff, sechs oder sieben Jahr alt ist, diefangt erst im April an, und singt sort bis Ja-cvbi; eine andere, die nur ein oder zwey^ahr im Vogel - Bauer siizet; diese fängtmn Advent, oder, wenn sie eine junge hört,st sie aufmuntert, auch wohl ehe an zu sin-gen, ^und continuiret bis mitten im April;»nd denn eine junge,.die aus dem Nestgenommen, oder, so bald sie abgelauffen, ge-langen und aufgezogen worden ; diese dichtetZwar immerfort, sie wird aber doch nicht eherecht laut, als im Oktober, und fährt alsdannn»t ihrem Gesang fort bis zu Ansang des

Freß-Tröglein ein Licht, so wird sie, wennsie dieses drey oder vier Tage lang gewöhnet,so bald anfangen, ihren Gesang, den sie sonstbey Tage hören lassen, bey Nacht zu verrich-ten, ohne daß es ihr an der Gesundheit Scha-den bringe. Wenn man ihnen im Wintergcstossene Pinien oder Zirbel-Nüßlein giebt,und in ihr Trinck- Wasser ein oder zwey Fa-serlein Sassran legt, oder wenn man ein we-nig in Baum. Wolle gewickelten Bisam inihr Häuslein hangt, sollen sie frühzeitigersingen. Wenn sie zwey oder drey Jahr imKäfig leben, bekommen sie das Podagra, dannsoll man ihnen die Füsse mit Butter oderHüner-Schmalk salben, welches auch gesche-hen imiß, wenn sie um die Augen oder umden Schnabel Geschwüre bekommen. EineNachtigal,'wenn sie recht gehalten, und wohlin Obacht genommen wird, soll in die achtbis zehen Jahr, und noch länger leben kön-nen. An etlichen Orren ist der Nachtigallen-Fang scharss verboten, in dem Absehen, solchedodurch zu vermehren; alleine es ist solchesein ganli vergebenes, und auf nichts, als denblosse» Willen gegründetes Verbot, Massen?> z die