Druckschrift 
2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
1995-1996
Einzelbild herunterladen
 

'955 Nach -Tisch Nacht-Lampe

Nacht-Leuchter Nacht-Schnure i?zs

die Erfahrnng zeiget, daß, obgleichsolches Verbot viele Jahre lang nach einan-der gehalten wird, dennoch, so lang sichNicht etwan das Gebüsche und decken selbi-flen Orts vermehren, i» jeden Gurten oderGebüsche, wo eine Nachtigal schlägt, dasfolgende Jahr wieder nur eine/ und nie-mahls» deren mehr sich hören lassen. Diesesist wohl nicht ohne, daß, wo man eineNachtigal nach dem 2qsten, oder höchstensdem -6Ken April, bey ordentlichen Jabrcnlunweg fanget? an solchem Ort selbiges Jahr»iber keine mehr geHort, und ajso dem Herrn,dem der Garten oder das Gebüsche zuständig,die Lust geraubet wird, weil» der Strich zusolcher Zeit vvrl-e», und der leere Platznicht besehet werden kan, welcher hingegen>as folgende Jahr, oder wenn der Fangvon dein neunzehenden bis den sechs undzwanzigsten April angestellet wird, nicht ei-nen Tag unbesetzt bleibet; Denn cs ist zuwissen, baß die Zeit des Strichs über,

ein etwas in die Breite gezogenen Tocht zube-reiten, solchen auf einen Telier setzen, undso pjel Raum-Oel darüber giessen, daß ernicht ersäufte, so lasset sich dergleichen garwohl statt einer Lampe des Nachts gebrau-chen.

Nacht-Leuchter/ ist ein von Zinn oderBlech hoch-und hohlgetriebencr xeuchter,mit einer weiten, und liess unter sich ge-henden Tille, so obenher durch einen Ho-heit Rand wohl verwahret, welche, ehedas Nacht- Licht hinein geseket wird, mitWasser angefüllet werden muß. Wie nundas Licht, weil es nicht so schwer, nichtgänk in dem Wasser unrertanchet, sondernmit einem Theil über demselben heraus ste-het, so steigt allezeit so viel von sich selbstaus dem Wasser in die Höhe, als durchda? Brennen sich verzehret.

Nacht- Lichter, sind die langen dünnenvon Unschlitt gezogenen. und mit zartenTocuten versehenen Lichter, welche des

der bey schönem Wetter den siebenzchenden,!Nac»rs über in nur gedachten Nacht- Leuch-achtzehenden oder neunzehenden April, auch tern gebrannt werden. Siehe Licht. Nochspäter, anfangt, und »ach Beschaffenheit!eine andere Art von Nacht-Lichtern zeigetdes Wetters acht bis zehen Tage währet,ll»!,. v n 6, dieses bestehet aus einemsich an eben die Steile ordentlich wieder eine förmlichen Stuck gegossenen. Wachse, so inNachtiqal einfindet, wo des Taaes vorher der Milre einen nicht allzustarcken Tochteine weggefangen worden; bis, wie schon hat, solches wird bey dem Gebrauch auf ei-gemeldet, nach Beschaffenheit des Wetters, nen Telier oder breites Blech gcscget undhöchstens in zehen Taoen nach des Striches angezündet, da es denn nach Proportion sei-Ansana? die Weiblein endlich denselben be- »er Gro»e viele Nächte hindurch gute Dien-schliessen, und in ,wey bis drey Tagen alie ste erweis t.

auf einmahl kommen, so daß man denen! Nacht-Männlein, siebe den ArtickelAlp.Inwohnern eines Orts vergebens eine un-! Nacht-Ney, suche Nacht-Garn,schuldige Lust abstricket, wenn man ihnen! Nacht-Schatten / ingleiche» Säu-Rrautbis den vier und zwantzigsten April das un-genennt, ist ein hochwachsendes Kraut, soschädliche Nachtigal-Fangen nicht verstatten, meist an den Wegen, alten Mauren, Zäu-noch erlauben will, daß sie Junge aus dem nen, wiewohl auch aus den Aeckern und inNeste nehmen oder fangen; gestait, so bald Gärten anzutreffen. Seine Blätter finddie Jungen vorhanden sind, die Alte» ohne-! länalich, spisia und schwartz - grün; diedem ihren Gesang beschliessen, die Innren Blume, so vu l-särbig, und Trauben-weisaber alle verstreichen. Und wenn man um an einander hanget , dauret den gantzeneinen Ort etliche hundert singendeNaPtigal-.Sommer über. Die Frucht bestehet in ro-len hinweg fienge, würde der künfftige Früh-lthen Beerlein, welche vol! Saffts, aberlings-Strich dennoch alles wieder ersetzen, von widerwärtigem Geschmack; die WurnelAus welchem allen der vhnfehlbare Schluß chergegen, so da gantz zaserich, schni ecket,zu machen ist, daß, wenn man die Nachtu wenn man ne kauet, '>e länger >e süsser.Halle» nach dem vier und zwantzigsten oderiDie Fruci-t un? das Kraut dienen äusserlichtechs und zwantzigsten April fänat, es zwar! vor «ebrilische ^ipe, Kopff-Weh, Rorh-denen Besitzern der Gärten und Gründe das- lauff, Ohren - 'Geschwüre, flüßige Schä-selbe Jahr über Schaden bringe, uno sie ih-den; das Kraut in Wasser oder Wein qe-rerLvS beraube! Wenn man sie aber vor/ol- kocht, und des Morgens ein » Löffel voll

cher Zeit, oder erst nach vollendetem Gesangden achten Junji sänge, das Hmweafangen»ar niemanden schabe, »och die Lust störe.

N-.ch-it.isch/ heist so viel als Lonfett, Obstund dergleichen, welches man zum Beschlußder Speisen, und vor Aufhebung der Tafelpnnoch! zu geniesscn pfleget.

Nacht-Lampe, hierzu dienen nicht al-lein alle sonst gcwvhnlicye Lampen, so fernsie nur mit einem schwacheil Tocht verse-hen, sondern man kan auch in Eil undNothfall von Baum - Wolle einen oben jpi-pig zusammen gxwargelten, unM lMgegen

Ä« c ^

eingenomnien, öffnet die verstopffke Leber undMiü-, zertheilt das geronnene Geblüt, treibetden .narn und Grieß, ist gut vor Geib - undWasser - Sucht: die mittlere Rinde mit Hs-nia-Wasser gekocht, und dieses gelassen, die-net vor die Engbrüstigkeit.

Nacht-Schnurx, ist eine mit yie'enAnaelnbehän ite starcke Schnüre oder Seil, so zumFisch-Fang bey wilden Fischereyen gebrauchtwird. Man nimmt nemlich eine LeMe oderdünnes Seil von beliebiaer Länge, knupffet ansolches allemahl einer halben oder ganzen Elleweit von euiMbßr einen Ellen langen Bindfa-den