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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
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1963-1964
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196;^ Müntze

Nlünye, ist eil! Kraut/ davon man zweyHaupt - Geschlechte hat, uemlich dieten-Münye und die wilde lNünye. Je-ne, die Garten-Müütze, ist wieder dreyerley:Frauen-Munye, Rrause-!Nüi?ye, undSpiy-Münye. Die Frauen-lNünye hateine lange zaserigteWurtzel, weiche aber nichttieff unter sich schlägt, sondern an der Fla-che des Erdreichs hin und her flattert. Ausderselben kommen viereckigte haarigte Sten-gel, fast einer Ellen hoch, an welchen trausch-lichre dicke bleich-Purpur-ssrbiie Blume»wachsen. Die Blatter sind rundlich, undHaussen spitzig zu, etwas rauh, rings herumzerkerbt, und ein wenig runtzlicht, eines lieb-lichen Geruchs, aber scharffen und bitternGeschmacks. Die A raufe - Münye hat kür-zere und krausere Blätter als die vorherge-hende; da hingegen die Blatter an derSpiy-Münye langlichter und spitziger, aucheiner dunckel- grünen Farbe sind. Eine Arrvon der Krause - Mänste ist die weiße En-glische Münye, deren Blätter theils gantzbleich-grün, theils weißlich, und theilsweiß und grün zugleich vermischt sind. Siegehören alle drey unter die Winter - Ge-wächse , und werden von den Beyjchoßlin-gen, die Krause - Müntze aber auch durch ab-gebrochene Aweiglein vermehret. Sie hassendasEisen, und lassen sich lieber mit denHän-den abbrechen. Ihr Geruch ist angenehm, ihrGeschmack aber scharff und bitter. Sie sindgute Magen - und Mutter'- Kräuter, welchedas Haupt stärcken, die Danung befördern,die Verstopfungen der Leber offnen, denDurchlauff stopffen, und das Bauch-Grim-men stillen. In Wein oder Bier gesotten,tiny wieder, ausgewunden, oder trocken ausden Magen geleget, stärcken sie den Magen, stil-len das Erbrechen und die Colie; und zer-theilen, aus die Brüste gelegt, die darinnenbefindliche Milch - Knollen oder geronneneMilch. E8 wird davon ein Wasser, S»rup,Latwerge, Essentz, Saltz uud Oel, welche iuden Mäzen-Kranckheiten guten Nutzen schas-sen , sonderlich aber aus der Krause - Münt>eein trefflicher Magen-stärckender Branreweinzugerichtet. Der wilden Münye hat mangleichfalls etliche Gattungen: Die Dach-Münye wächset gerne an Brunn - Quellen,ingleichen an den Wasser-Gräben der Aeckerund Wiesen, und an andern feuchten Orten,hat einen Stengel wie die Krause-Müntze,aber etwas breitere Blätter. Die Blumensind Purpur-braun mit weissen StMffen;sie kommt an Tilgend der Garten - Müntzefast gleich, hat aber keinen so stärcken Geruchals dieselbe. Die Roß-Münye wäch>et ausden Brach - Feldern, hat viereckige rauheStengel und Blätter, Purpur - farbne Blu-men, und eine eröffnende zertheilende Krafft,ist gut für schweren Athem, Bauch - Wehund die Bauch - Würme, Insonderheit et-liche Blätter in der Hand zerrieben, in dieOlMn gelegt, und,alle zwei, Stunden frischgbg«wechselt, vertreibe!; die Taubheit, Die

Mulde Mumme 1964

>Rayen-Münye, welche an ungebautenfeuchten Orten wächset, hat Blätter wie dieMelissen, aber kleiner und weißlich:, einenuier«ckig!en Stengel, und weißlichte Blumen,die an etlichen Aehren weißlicht hervor kom-men. Die Katzen stellen diesen. Kraute, ebenwie dem Baldrian, hesstiz nach; in derArtz-ney aber wird es wenig gebrauchet.

Münye oder Geld , siehe diesen Artickel.Siehe auch das allgemeine^ Kanffmaniiöxicon von Mü'.ltzen lind Müntz-Fuß.

Mulde, ist ein läuglichtes ausgehöhlt undam Boden rundes höltzernes Gesässe, wel-ches nach seinem unterschiedenen Gebrauchauch von verschiedener Grosse ist. Also hatman grosse zum Waschen und Backen; klei-nere, Fleisch und andere Sachen darinnen zutragen, oder darein zu le,>en; noch kleinere,das Getraide damit zu sacken :c. Der Pap-pel-Baum ist sonderlich aut, Mulden darauszu macden.

Mulden-Gewölbe, siehe Gewölbe.Mulm, wird die Fäule im Howe genannt.Demselben ist i uonderheil die Roth-Vuchesehr »iiter'voiffen, denn wenn von selbigerein Ast abgehauen wird, so Pfleger solcherHieb in wenig Jahren mulmicht;u werden,daß die Spechte den Mulm heraus hacken,und ihre Jnnaen darinnen ausbringen, llmeben dieser Ursache willen lassen gute Haus-Wirte ihre Eich - Baume nicht schueideln,denn das eichene Holst ist poröe und ziehet,zumahl der Splint oder das Weisse, dieFeuchtigkeit gerne an sich, daß also der Baummit Gewalt von oben hinein faulet und mul-micht wir?. Ausser diesen werden anch leich-te mulmicht alle die Bäume, so in dem Re-gen nichtdanren/als Ellen» oder Erlen, Stein-Buchen, Aspen ze.

Mumme, ist ein dickes Bier,'so zn Braun- ,'chweia gebrauet, uud wegen seiner fürtresii-chen Stärcke, lieblichen Geschmacks und dick-braunen schönen Farbe sehr hoch gehalten, undweit und breit über Land und Wasser verfüh-ret wird. Die sogenannte Schiff-Mummeist die beste, Massen sie sich vor der Stadt-Mumme auf dem Wasser wohl hält, undweit und lange, ohne A"!ioß oder Verderbe»,führen iasset. Zu dieser sollen die Braun-schweiger zwey ihrer Wispel recht wohl ge-wachsen und gedörret Gersten-Maltz nehmen,dasselbe mit aenuasamen Wasser in der Brau-Pfanne bei) fünff Vettel-Srnnden lang ko-chen, solches daraus in einen Bottich schö-pfen, ein wenig liehen lassen, und alsdennwieder, iedoch öhne das Maly in die^Psannegiessen, und abermahls bey drey Stundenlang mit funffzehen Himpen gutei Land-Ho-pfens darinnen wohl kochen nach diesem abersolches in einem Bottiche erkalten, und ge«bükrender Massen darinnen vergahren lassen.Zur gemeinen Stadt-Mumme, die baldweggetruncken zu werden pfleget, nehmen sieaus so viel Gersten-Maltz nur vier Himven

Hopffen,