Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
1593-1594
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i;?z kand-Läuffev Land-Wehr^

5ang Stroh Laß-Reissee 15^4

was von ihren Grund - Stücken verletzet Ho-den ? Wie viel eigentlich Bferdner oder An-spänner, Hintmasser, Häusler undnossen vorhanden? Ob alle Hand-uno ^>el-de-Dienste entweder gemeffen oder ungemet-ftn, auch die Bau-Frohnen soim'hl mit Pier,den als mit der Hand verrichtet werden.Wie weit und wie vfft Kutsch Fuhren zu ver-richt, n? Ob »nd wie wett die UntertanenBotschafft «aussen müssen, und was sie zumBothen-Loh» bekommen? Ob d!e lwrertl^-nen nm den Zedenden schneidenOo nerauffen, rosten, auswischen, stauchen, orec»^,hecheln, spinnen, ingleichen auch den Hanff ?Ob sie F,oxffen abnehmen und blsrm oderpflücken Ll'st brechen -e.? Wie viel sie vorden Acker Gras auf denen zum Gute gehörigenWiesen zu hauen bekommen? Ob die Unter-thanen auch Gras streuen, Heu und Grum-met mache», Gerste und Haber harcken, auchdie Feld - Früchte nebst Heu und Grummcreinführen und einbringen helffcn? und was siean F>ebner-B-oten, Käsen und dergleichenempfangen? Was sonsten iedes Gut vor Nu-tzung und Gerechtigkeit oder Beschwerungenhat, solches pflegen desselben Anschläge undErb-ReMer zuweisen-

Land Läuffer, siebe Bach-Hase. Sonstaber heißt ein Lmid-Läuffer, welcher wegen ei-nes Verbrechens entweder Landfiüchtta werdenmuß oder wegen eines liederlichen Lebens fren-willig im Lande müßig und unnüge herumläufft.

Land-Sckeider, ist ein Mann, der die Feld-Meß-Kunst verstehet, die Felder ausmissetund mit denen Landleut«» die Grentzen undMarcken ui»zichet, besichtiget und selbiae zurrichtigen llnterscheidung derer Ländereyenbringet. Wird auch ein Um- oder Unterlaufetgenennet.

Land-Siedler, Heisset der Besitzer einesAckers oder Land - Siede! - Gutes, welches ermit dem Beding von dem Grund-Herrn angenommen, daß er von dem Sattel demselbenjährlich an Geld oder Frucht ein gewisses ge-be. Iu Hessen ist diese Art von Zins-Guternhäufig zu finden-

Äand-Wedr,Landes-Marck,Land Gra-ben, Land-Grenye, wird insgemein die durchaufgeworffene Graben, gevflankte Hecken, ge-setzte kand-Grenk-und Mahl-Steine, oderaufgeschüttete Mahl - Haussen versehene undverwahrte Grentze eines Gebietes aenennet.Insonderheit aber heissen Land Vvehren ge-wisse in, denen Hauvt Grentzen etlicher Lan-de anfgeworssene weite und liesse Gräben,a»i deren Dämmen oder Anfwürffen dicke undkarcke Haage, oder Heck Büsche aezeuqet wor-den, der»!eicheii üand-wclir annoch gegendas Eiß.Feld in Thüringen vorhanden, "so et-liche Meilwegs lang ist, und das Anickichrgenannt wird: Denn das Holtz so daraus ste-het ist von Alters, und nach damahliger Ge-wohnheit her, weil es noch jung, von obenverein geknickt worden, damit es nicht in die

Höhe, sondern dichte in einander wachse, da-her» es auch so dicke »nd dichte durch einan-der sich geflochten, und verwimmert, daß fastweder Ä^ensMen noch Vieh ohne Gewaltdurchdringen ksnnen. Zuweilen pflegen auchwekl dieser Orte» Srense eingegraben zuWerden, welche anzeigen, was vor einer Herr-schasst dieje Grentze zuständig, welche manLand-Steine zu nennen pfleget, siehe Mahl-Steine-Langer Pfeffer, siehe Pfeffer.

Lang Stroh, wird das in ordentlicheSchütten gebundene Weinen , und Ro«g-ii«Streb aenennet, zum Untersch-ed des krum-men Strohes, worunter aue übrige Gattun-gen, als Haber-Stroh, Gersten-Stroh, Erb-sen-, Linsen» und Wicken («rroh verstan-den werden. Siehe Stroh.

Lang Wagen, heisset an einem Rüst-undBauer-Wagen das lange Holtz, welches durchdas Vorder-und Hinter-Gestelle gehet, undwrrdurch der Vorder- und Hinter-Wagen zu-sammen geschlossen oder aesässer werden. Aneinigen Orten nennet mans auch eine Lang-welle.

Lanisr-Falef, siehe Fah.k.

Lappen heissen die Koche an dem Rinddiejenige steischichte Haut, so den Wmst aus-machet, und zwar eben dieses den dicken Lap-pen ; was aber aus d^m Bauche weiter un-ten gedacket wird, nennen siz den dünnenLappen.

Lappen, sind auch die Abgänge von al-lerley Tuch, sowohl leinen als wollen, wei-che»eine sparsame HauS-Mutter, in einembesondern dazu bestimmten Kasten oder einerSchachtel, aufzubehalten suchet, um mitdiesen in bedürssendem Fall, das Abgerisseneund Unganke, wiederum ausbessern zu kön-nen.

Lappen, siehe Tücher.

Laß-Rcisser, sind im Laub-Holtze diejeni-gen junge Stämme, weiche bey allen undjeden Gehauen, da das Schlag-Holtz abge-trieben wird, das erste mahl stehen bleiben,und den Anfang zum Ober - Hol!? machen.Vermöge der Holy-Ordnung in Franckreichund anderer Orten, sollen auf ieden Ackersechzehen junge Laß-Reisser, so man wieder zuOber-Howe ziehen soll, gelassen werden, undzwar an Ahornen, Aspen, Bircken, Buchen,Castanien, Eschen Bäumen, Jlmen, Eichen ze.was neiulich an iedem Ort am besten zu nu-pen scheinet; als wo man Schiff-oder Was-ser-Bau und Eichel-Mast bat, werden jungeEichen zu Laß-Reissern gelassen; wo man aberhierauf kein sonderliches Abjehei! zu machenHit, so ist verträglicher, von andern obbeniem-ten Bäumen, als Aspen, Bircken ?c. welchestehen zu lassen, denn sie wachse» viel schnel-ler und geschwinder, und in einem Jahr mehr,als die E°'Aen in zwey oder drey daher; neh-men mit . cn Aesten nicht so viel Raum ein,und verdämmen deswegen weder das Unter-Helk und dieGlasmy, nvch sich selbsten, ftn-

dem