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[1] (1764)
Entstehung
Seite
1265-1266
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i-«s Hungarische Kranckheit Hunger

gemeine oder grosse Hunds-Zunge, welchexiurchgehends an ungsbauren Orte», iedoch uifettem Grunde, an Wegen und Zäunen wüch-set, hat eine dicke, aufwendig fchwarke, in-wendig weisse, dem Gerüche nach stinckende,«uck unlieblich süfi-schnieckcnde Wurtzel, auswelcher über Elle» hohe, ästige und wollich-te Stengel hervor steigen. Die Blätter sindlang, breit, gespitzt, wollicht, scharff-und»Ibel-riechend- Die Blumen erscheinen Pur-pur- Färb, einfach, aber sünffsach cingeschnit-ten, kommen aus einem haarigen Kelchlein,darauffolcic» vier stachlichte etwas flacheLapp-lein, darinnen sich einiger Saamen findet.Die übrigen Geschlechte sind, die grosse Berg-^unds-Zunge, mit rvrhlichtem Srengel; diekleine nur blauer Blume; die breitblätterigeCalidische; die mit vielsältiaer Blume; diessendische mit Silberfarbenen Blattern; dieschmal blätterige Berg - Hunds-Zunae mit^gebüschelter Blume; die stets - grünendeHnnds-Zunge zc. Man bedienet sich abera!le!N des ersten Geschlechts, und sammletsolches »n Mav und Iunio. Die frischenBla-terzsrstosie», werden für Entzündung' der Wunden, alte Schäden und faule Ge-schwüre, Brand und Krätze sehr dienlich be-siuiten; mit denen im SchmM geiöstetenBlattern die Mäste bestrichen, soll die Haare wieder wachsen machen. Aus der Wurtzelwerden Pillen aemacht, von welchen zweybis vier Grau zuweilen eingenommen, denSchlaf befördern, denen Haupt-und Brusr-B>'schwcr!U!gen wehren, den starckei! trockene»»nd von dünnen fcharsscn Flüssen herrrchren-dcn Husten, dir rolhe R.chr, das Blutspeyenund allerhand Schmcrtzen stillen. Aus demSofft wird eine Salbe bereitet, welche inner-lich geiioiuincii, das geronnene Geblüte, sovonFaüen oder Verbrechen sich zusammen gesellet,ze ibei'et; äusserlich aber die Schmeryen undfiü'e lindert. Aus dem gantzen Kraut wirdein WMr abgezogen , welches vor ein treff-li^es Mittel wider die Frintzosen und aller-Icy Geschwüre an heimlichen Orten ausgege-ben wird.

Hunds 5<vingcr siehe Hunds «Ztall.

Himgarjsche Aranckheit ist eine Solda-.tei'-Kranc heit, welcher die Deutschen son-derlich in Uiigarn uuterwvrffen, und anfäng-lich nut einem kleinen Schauer und daraufeifolaender Wärme, sonderlich aber.mit Hi-tze abivechselt von grosser Hitze, Durst, trock-»er und endlich schwaryer Zunge, verlohr-nem Appetit, vielem Wachen oder sehr tiefemSchim, mgleichen Haupt-Schmertzen, Ra-serey, und endlich Flecken begleitet wird,i v ^ "der nieist von unordentlicher

" Gebens - Arr und solchem Gebrauch des Un-yarischen Weins, Wassers und Schlafens

5^" ^'mntt Furcht und Angstvordem Tod oder vor der Sclaverey.

eutstehct aus der Empfindungdes Abganges der NahrungS-Theilet-n!». 5'^ »»'derlich durch die die-auflötende Saure im Magen, die densel-

Hunaer-Kraut Hure 1266

den beisset, durch den Abgang auszulösenderSpeise, und durch das Zucken der Gedärme! entstehet. Er ist entweder ordentlich oder! unordentlich vder aberausscrordentlich. Die-! ses leme ist ein hoher Grad des Hungers, wel-cher endlich auch wohl eiue Kranckheit wird,wie der Hunds-Huuacr ist. lSiehe diesesWort). Unordentlicher oder unnatürlicherHunger ist, wezin Menschen aegen diemensch-liche Natur nach gewissen Dingen, um solchezugemessen, verlangen, dazu eine v-rdebtePhantasie vder auch Gewohnheit Anlaß ge-ben kan, z.E.Glas, Spinnen, Steine, Men-schen-Fleisch, item der schw.inqern Weiber-Allein das Wort Hunger bedeutet endlichauch eine göttliche Land-Strafe, wenn cseinem Volcke am Brote mangelt, vder aberdemselben die Nahrungs und Sättigimgs-Krafft entzogen wird, woraus denn grosserJammer, Noth, Kranckheit, Raserey unor-dentlicher Appetit, die Pest und der Todöfftcrs erfolgen. Nächst denen Sunden, da-von sich ein Vvlck zu bekehren, in Hungers-Noth durch die heilige Schrisst anaew^esenwird, hat auch übrigens die Policey auf al-lerhand Mittel der Vorsorge und Linderunghierbey zu dencken, d«hin denn sonderlich dieSvrgfulc nach Proportion der Menge desVolckes an Korn und Mctualien Vorrath zubauen oder herbey zu schaffen, damit klüg-lich zu verfahren, die Ausfuhre zeitig zu ver-wehren, Korn und Proviant-Häuser auszu-richten, solchem Ordnung zu halten, die Zahlder unnützen Müßiggänger zu mindern, wieauch andere entbehrliche Lvnliimiivnl:« delKorns, so durchs Vieh, Brantewcin-Bren-nen ?c. geschiehet, zu verhüten.

Hunger-Araut,ist ein Kraut, so den Hun-ger erwecket. Daher es die Bauern unterdem Kohl oder stat desselben kochen, wennsie keine Lust zu essen haben, wachst aus gra-sichlen Oertern, Feldern mid Angern, hatlauge Stengel, worauf runde schuppichteKnsxffe wachjen. Es treibet auch den Schweiß,Heller Wunden und öffuet die Mutter.

Hure, Hurerey, heißt im weitlanfftigellund sittlichen Verstände alle Vergnügungdes an sich natürlichen und guten Triebeszur Vermischung mit dem andern Geschlrcht,weiche wider den göttlichen Zweck öesielben,nemlich iu der ordentlichen ehelichen Gsseil-schafft, nach dem göttlichen Gesetz Kinde? zuzeugen und zu erziehen, gesuchet wird. Inseinem völligen Begriff, und nach dem Sin«der Heil. Schrifft aber gehören auch alle dieje-nigen Handlungen dazu, so uns vder anderezu solchen unordentlichen Lüsten in und anj-ser dem Ehestand reißen. Diese Unrsinigkcitka» also so wohl in als ausser dein Ehestandans schnöder Geil-und Unkeuschheit verbotgen und heimlich, dazu auch die stummen Sun-de» gehören, vder aber öffentlich getrie-ben werden, entweder in solche grobe Thatenund Arten der Unreinigkeit, so die mensch-lichen Gesetze mit weltlicher Strafe beson-ders verfolgen, als Unzucht, Blutschande,N r;