Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
1031-1032
Einzelbild herunterladen
 

I0ZI Hammeln Hänfflinz

Hänffling

ISZz

gekochtem Fleuch, so man ihm vom Tische hin-weg siebt, verlieb, und wird am besten mitNüs-sen und Eicheln erfrischet. Absonderlich willer smber gehalten sei.m, und mag dahero einGeschirr inik Wasser, um sich darinnen badenzu können, nicht wobl entbehren.

Halter sllhe Fisch Halter.

Hämmeln heißt so viel,als zu Hämmeln ma-che'- oder die kämmer männlichen Geschlechtsver'ckn.'iden, welches gemeindlich im Aon!oder Majo geschiehet, wenn es weder i» kalttiöch zu ^'arm, »ondern ein leidliches und hei-teres Wetter iß, und die Geilen starcc genuggeworden, weil sie etwas langsam kommen-Es wollen zwar einii!e,!man solle die Lämmernichr eher, auch nicht langsamer Hämmeln alsbis sie säns oder höchstens sechs Monat alt seyn:allein man weiß aus der Erfahrung, daß es ih-nen besser se» wenn sie zeitig aefchnitlen wer-den: Denn ie alter das Vicl)N'ird, ie ?e-fabrlicher ist auch der Schnitt; dahero »sie-get man die alten Widder oder Stähre nichtgerne mehr zu verschneiden, weil es ihnen we-gen der harten Nerven zu schmerzlich fällt,sondern sie werden meistentheils geschnüretoder gekluxpet. Deren jenes, nemlich dasSchnuren, darinnen bestehet, daß man ihreHoden mit einer Schnur liindet, so stehen ih-nen die Nieren ab, und fallen endlich von sichselbsten hinweg: Denn die Schnüre frißt durchund wenn der Beutel faulet, so gehen die Nie-ren sort; dieses aber, das Rluppen geschie-bet also: Man nimmt ein gespalten stückeHolst, kluppt oder faßt oben an dem Leib denBeutel, wo er am dünnesten ist, mit ein- undbindet es an beyden Enden fest zu, so stehenihm endlich die Nieren ab und erlalten, daßman sie in acht Tagen wegschneiden kau, als-dennpaßiret er fur einen alten Hammel unterder Heerde.

Handqen den Kindern geben, ist eine ge-meine Redens Art in den Wochen-Stuben, sodaher ihren Ursprung hat: Es wird das Kind,so bald es nach der Geburt in dem Badgerei-niget, dergestalt in Windeln geschlagen, daßausser dem Kopf weder Hände, Fusse,noch Leibinsbesondere zu sehen, sondern alles zusammenwird anfangs also verwahret und eingewickelt,daß dem Kuide, weil es zu der Zeit am zärte-stcn, nicht leicht ein Schaden zugefüget wer-den könne. wenn man mit ihm umgehet. Nachdem neunten Tag aber^oder auch noch wohleher, werden ihm die Hände zuerst srey gelas-sen, d' man alsdenn eben saget: Man habe demKmde die Händaen geaeben.

Hanfflum,sonst auch Hans- Finck,F!achg-Finck 'enannr ist ein kleiner Vogel, in Grösseeines Emmerlings, welcher am aantzen Ober-Leib mit lichrbraunen Federn bewachsen, unterdiesen aber eiw,>s schwärk-lichte untermengetsind; die Flügel und der Schwantz sind el^en-sails brau'! aber sowokl die Flügel, auf die Art,wie die Stiealwe das gelbe haben, als auchthe-ls von denen Schwantz-Federn sind mitwe-ssen Federn eingeiasset An der Brust ist«rSüMchi wie eine Dassel/ doch nicht lv weiß

als dieselbe, sondern der Grund ist bräuntnur schwart; gedupxelt; am Ende der Bi'ii» »er weiß, wie viel andere Vögel. Die Füsse ^wen» man ihn sängt, gantz schwor», hch,,,.'aber diese Fa-be nicht lange, sonder» ive?!-»weißlicht. DerSchnabel ist hinten etwa? tick,licht, wie ihn die Vögel, welche Körner icrdeis-sen, haben müssen, doch gehet er vornenii-lziemlich spitzig zu, u. ist nicht stumpf, i»>e ewDder Schnabel eines Gimpels oder Canaism.Voaels. Das Männlein bekon-mt imFM.,,''eiii überaus schönes rothes Flecklein vvrmiiWKopf, und die Brust wird gleichfalls rch. e«bekommt auch am ^alS voin Nackenauf die Schultern hocharaue, mid faffdl»lichte Federn, wie denn auch der <?ch,Mblaulicht wird. Dis alles legt es im HWwieder ab, ausser daß es an der PruÄ ctlchwenige rolhe Federn auch über Winter bMDas Weiblein bleibt übeiem, undistdamAerkennen, daß es am Kopf und Rucken Ms»hellbraun, sondern mit schwarklicliten ffeter»vielmehr als das Männlcin bedecket ist! tiS-gleichen ist es an der Brust nicht so bm«.sondern mehr schwarydüppelicht, imdaarlMnoch in dein Nest zu kennen. DicHWl«sind sehr sinabegierig, daß sie auch im HMbey ziemlich kaltem Wetter, wen» nur Mwircklicher Frost einsallet, ihren Gesang Mi-nuiren; >a ob es aleich starck stieret, mmnur die Sonne warm scheinet, lassen sie sichdoch nicht abschrecken, auf denen an der «An-ne gelegenen Bäumen, ihren Gesang zu ver-richten, welches man, weil meistens viele bey-sammen sitzen, sehr weit hören k-m; dechistes lang so lieblich nicht, als im Frühlingsie ihre Abwechslung fast wie eine Nachmll,bald innen haltend, bald wieder imstiniMchviel lieblicher eintheilen- Sie lerne»auch«Baner allerhand ihnen vorgepfiffene Wernachsingen, und nähren sich, wie aus ihremNahmen leicht abzunehmen, mit Hariff-M-men, und weil sie sich gerne in kleine» Ge-büschen aufhalten, mit Wachholder-BeerGwo solche zu finden, inaleichen mit deinmen von den kleinen Blümlein und Gras»wiewohl sie auch denRül'-SaamencderiM-sen, woraus man das Bremi-Oel schlagt, e.>'ne zu fressen, und davon, wenn siedaneben etwas grünes bekommen, weit a mzu werden pflegen, als alleine von dem 0»Saamen. Sie setzen ihr Nest, welches »eWkleinen Würyelein und Reißlein befestige»,!»'wendig aber mit Wolle ausmachen,sten in Wachholder- oder anders nulle»Felde stehendes Gebüsche, ja mehrentbeil >eine Staude hinein, die gar nicht dick il>,u ^

an Orte, wo die Sträilcher offtmahls ganK» -

zeln stehen. Dalelbsten schreiten ne lw Mzur ersten Brüt, haben aber zum östterniNi ' ^gust- Monat noch Junge iu ibreni Ncll, >°,wohl dieses nur ciniae alte Paar tb»»' .vermuthlich vorher Eyer oder ...

ren, deiin die meisten Paar beschließen .Brüt im Heu Monat. Ihre Junge, deremeistens vier bis fünff auf einmal a»sbn s