Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
1021-1022
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ivzl Haber-Wurtzel Habicht

eines"jeden eigenwilligen L-pnce und Gefal-len. Die Sache kommt «der auf die Ge-" «vhnheil des Wehes in der Fütterung an.^ ^ ^ Die es nicht von Jugend auf gewöhnet sind,

denen schadet es.O-E Haber-Wuryel, i« zweyerley Art,.dieinländische, welche theils wild auf einigenWiesen, theils aber in den Gärten wachiet,. V und gem. iniglich So^s-Vartgenennet wird;^ die ausländische oder so genannte Spa»i,che

c Haber-Vvury, davon siehe Se»rzonere.

Habicht, oder der Ahr, ist ein Raub-Vo-gel, dessen es sowohl der Gröne als Farbenund andern Sgenschassten nach, hin und wie-^ < »er mancherley Arten ziebei; von denen.be»./ ' uns bekannte!!, werden die kleinen vor Mann-v lein, die grossen aber für die Weiblcin gehai/! ! ten, welche weil sie grösser und starcker, aucydesto nützlicher zum Baitzen sind. Es hatder Habicht schöne bunte Federn, einen gro>-^ sen Corper, heue Augen, breite Brust und<, Schultern, ungemein lange Flug-Feder», dieihm dienlich sind, dem Raub aufdas schueU-/ Ae nachzusetzen, hohe flache Beine und lan->' ^ " ge Klauen. Cr horstet auf hohen Klippen,^ ' oder in grossen Waldern auf Hohen Bäumen,- und brütet daselbst seiner Jungen drey, vier> > - bis fünffe aus. Man sänget ihn entweder' ' noch im Neste, ehe er flücke wird, und denn'Ä wird er ein Nestling genennet, oder wenn erbereits auf den Aesten der Bäume etwas her-

- 7- um hüpffen kan, welchenfalls er ein Aestling

- - Heisset, oder er wird, wenn er von dem Horst

Abgestrichen (dasist, wenn er alle seine Fe-dern und Krässts bekommen, auf den Raub^ auszugehen), so meistens im Iunio geschiehet,, . in Habichts-Korben, oder mit Riemen und..'-.i Satteln, das ist auf einer Taube, welcherman Haar-Schlingen mit einem Leder auf7... den Rücken macht, gefangen, da man siedenn Wildfange zu nennen pfleget; wsbey^7 M mercken, daß die Abgestrichenen, welche' schon qeraubet haben, nemlich ersternieldteWildfänge zum Abtragen besser und würgi-" scher seyn, denn die Nestlinge, oder die man" vom Horste ausiiimmt, weil diese nicht so' ' rasch, als jene sind. Sie ziehen gleich an-' der» Vögeln im September, und halten' ihren Wieder-Strich im Merk. Sie lassensich zahm machen und abrichten, Wachteln,Slephuner, Fasanen, wilde Gänse und En-^ ten, auch wohl Reiher und Hasen damit zubaiyen. Wenn man nun einen Habicht zum Baiken abrichten will, so muß man ihn crst-5- lich in ein Gemach bringen, darein sonstenkein Mensch kommt, dem, der Weydniann' , oder Falckenier, der ihn fuhren, und die/ Jagd-Hunde, die derselbe zum Baisten ge-brauchen wiil^ In diesem Gemach muß ein. . Reisaufgehanget, und der Habicht, verniit-, telst seines an den Füssen Hangenden Riemens, > dergestalt darein gebunden werden, daß, wennder Vogel sich reget, auch der Reiff oder-> < gel mit demselben sich bewegen müsse, und.. z also lässet man den Habicht in dem Reissneun^ , Tage und so viel Nachte sitzen, bimien wel-

Habicht

cher Zeit man ihn durchaus nicht schlaffenla»en darss, ivndern durch abwechslende Per-sonen iniinerzu beunruhigen muß; darnachla»et man ihn ziemlich hungrig werden, undtraget ihn acht oder wohl gar vurzehett Ta-ge lang auf der Hand bey Leuten aus undein, und zwar ungehaubet, aüe Tage zweaoder drey Stunden, daß er nur der Leute ge-wöhnet, richtet ihn aber auch unterdessen, ineben dem>elbigen Gemach, da er in dem Reiffgesessen, al>o ab: Man nimmt eine Taube,oder ein jung Huhn, rausstt ihm die grossenSchwing-Federn aus, daß es nicht stiegenkan, setzet den zuvor gantz hungeriz geworde-nen Vogel frey aufeine Stande, nmsst vonferne das Huhn oder Taube herzu, so fälleterausHunger darauf. Man lässet ihn abernicht baid satt fressen, sondern g-ebt ihme nurdas Hirn aus dem Kopff, ober jönsten etwasweniges; darnach bindet man ihn wiederauf d>e Stangen, und dieses thut man ssesst, bis man siehet, daß cr gar behend undfertig daraus ist. Alsdeim mag der Wey-demann ober Falckenier mit ihiue hinaus zie-hen, und ihn an einem Hasen-Zwirn ooerBind-Fadcn, welcher aus ei» Roliigen ge-wickelt ist, binden, unv solchergestalt an eineElster, Krähe, Raben, Häher oder Holtz-Schreyer bruigen, denn diese können nicyt ssschnell fliegen. Wenn er nun etwas gestossen,svsängel inan ihn wieder, doa> also, daß manihn mit keiner Hand angreisse, denn davonwerden ihm die Federn los, sondern man neh-me ihm den gestoßenen Vvgei unter den Füs-sen weg in die Hand, und locke ihn mit ei-ner Pfcisse, darzu man ihn, so ossr man ihmwas zu fressen giebt, oder etwas vornmsst, un-ter dem Abrichten immer fein mählig mir ge-wöhnen muß; darnach fasse man ihn wieder-um an, und richte ihn also vollends zum Bal-zen, baß er endlich frey und ohne Hasen-Zwirn oder Bind-Faden in der Lusst fliegt.Es muß aber der Wcvdcmann oder Falckenierallezeit etwas von Fleisch bey sich haben,neben einem Luder oder Vsriovß (das sindzwey zusammen gebundene Flügel, gleich alswenn es Rebhüner- oder Tauben-Fluael wä-ren), damit man ihn wieder von der Höhe znsich locken könne, indem er in Meinung, cs>ey jolches der Vogel, den er hat flössenwollen, ohnverzüglich wieder herbey kommenwird, und dieses muß man vornehmlich thun,wenn der V-ogel nichts gesangeu, und derselbeaus Verdruß aus einen Baum sich setzen undnicht wieder zurücke kommen wollte. Es mußauch der Falckenier allezeit zwey neben einan-der gekuppelte Hunde bey sich haben. Wenner nun an den Ort kommt, da er vermeinet,etwas zu bekommen, so löset er sie ab, undlasset zugleich auch den Habicht in die Hohefliegen,, welcher, sobald cr die Hunde anschla-gen höret, auch so bald herunter schiesset,und das Wild mit den hintersten zweyenKlauen, die Man Fang-Klauen nennet,flösset. Es müssen aber idie Hunde überder Nase um das Maul ein Band mtteinem spitzige» Holtze »der Schnabel vok-