Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
1005-1006
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V V-

ro»5 Gulden-Günsel Gnndelre?

kn Meißen sechjehenguteGroschen,und inNie-

- der-Sachsen vier und zwankig Marien-Gro-schen gilt. Ein Meißnischer oder sogenannterguter Gulden ist keine geprägte Mildste, und

- werde» davor ein und zwantzig gure Groschen' in der Muiitz-Rechnuug gebrauchte

Gulden-oder Gillden-Günsel, ik einKraut, welche« grosse lange Purpur-brauneBlatter, einen viereckigten hohlen haarigtenStengel und Himmel blaue Blumen mit ge-' öhrten Gipffeln hat, wachst auf den Wiesenund in den GSrten, und wird sowohl zu denfrischen Wunden, als auch zu den alten Scha-den, nicht weniger zu denen Wund - Tran-ken mit gutem Nutzen gebraucht. Man kanes von Saamen oder durch Stöcklein in denGarten zielen; die Blüthe kommt zu Ende:des Aprils, der Saame aber wird im Iumogesammlet.

Gummi, wird insgemein eine iede gestan-dene öligte oder hartzigte Feuchtigkeit genen-

- net, so xiuS einigen Bäumen geflossen, undhernach hartgeworden ist. Solcher Gummisind nun vielerlei) Arten, so, daß man in denenMaterialisten-Gewölben einen gantzen Catalo-g»m davon haben kan, welche man auch zumTheil au diesem Orte ebenfalls erkläret findenwird. Insonderheit aber führet diesen Nah-

7, wen das gemeine Gummi, so man auch Mah-ler, Gummi nennet, und wird ans dem Hartz-sv aus den Kirsch-Mandeln-und Pflaumen-Bäumen kommt, zusammen gemischet. Manhat dessen dreyerlevArt:Ein weisses, welchesdas beste; ein rsrhlichesund denn ein nicht gar

- rothes und weisses. Man gebrauchet es zu denArkneyen, sonderlich ist das Arabische Gummigut für den Husten und vor Lungen-Geschwür;

5 wer demnach Blut ausspeyet, weiche nur etwasdavon in gutes Regen-Wasser oder Rosen-Was-, ser, uns tnncke davon: Eben dergleichen zuPulver geflossen und mit Zimmet vermischt ineinem Glas Wein zn sich genommc», stillet dasErbrechen des Magens.

Gundelrel' oder Gundermann, sonsten. auch !Lrd - Epheu und Donnerreb genannt,jfl ein bekanntes,gany niedrig an der Erden hin-wachsendes und gleich dem Epheu sich ausbrei-tendes Kraul, welches dünne Stengelei», rau-' he, rundlichte, zerkerbte, a»! Geschmack bitter-^ liche, am Geruch aber flarcke Blätter, Purpur-/ farbige Blumen u»d dünne Wurtzelu hat, undsemeiiliglich an dene» Zäunen wächset Es' hat dieses Kraut eine heilende, reinigende, zer-theilende und öftnende Krafft, treibet sonder-» llch den Grieß und Sand, ist der Lunge und demverschleimten Magen zuträglich, stillet denDurchlauff und die rothe Ruhr, ist gut für die, Wurme bey Menschen und Pserden- Man' brakchet es ju einem Bade wider den Nieren-Stein, und destilliret im Anfang des Iunii einWasser davon, welches insonderheit wider den, Sand und Gries, auch wider das SeitenstechenMruncken, und wider die Schmerlen der Co-, ' lies unter das Clysticr mit gebraucht wird. So/ macht man auch von denen Blumen einen Sy-, ; / tu» und Conscrve; in denen Küchen aber pflegtman dieses heilsame Kräutlein in die Eyer-Ku-

Gurcke« io»6

chen und unter das grüne Lorant zu thun, oder«nch eine und andere Speisen damit lieblichund aejnnd ;u machen^

Gurcken, Cucumern, um Nürnbera Rüm-merlinge, inBohmeii und Oesterreich Unmur-ken genannt, sind eineGarren-5rucht, welchean langen, den Reben gleichen und amderErdehinkriechenden Stenge!» wächftr D-e Blät-ter sind halb rundlicht »ndzerkerbr. auch rauherund grosser, als die Melonen - Blatter. DieBlüthen, welche wie Glocken aussehen, sind msünffTheile getheilet, und von bleich-gelberFarbe, worsuö obbesagtelänzlicht runde, gera-de oder krumme, und mir kleinen Knopsen oderMarken besetzreFrucht wächset, melche anfäng-lich grun, manche auch ziemlich weiß, nnd wen»sie zu Saamen liegen bleiben, gantz dunckel-geibwerden. Es giebt derer Gurcken vornemlichzweyerley Arten, grosse und kleine, wovon je-ne alleine mit Eßig, Baum-Oel, Saltz unbPfeffer gemacht, Sommers, Zeit flat eine's Sa-lates gegessen, beyde aber mit Saltz und Eßigeingeleget und eingemachet werden. Sie er-fordern einen guten, fetten, feuchten und Son-nen-reichen Grund und Boden, und wollenwohl gejätet seyn. Der Saamen muß zwwoder dreyIahralt,auch ehe mKiiihn säet, zweyTage im Wasser geleaen senn, und geweichethabe», damit er desto eher bekeime und aufgehe.Was im Wasser oben schwimmet, muß wegge-worffen werden, weil nur derguteSaamen zuBoden fallet. Wer sie gerne frühe hätte, kansie mit den Melonen in ein Mist-Bett pflan-zen, aus welchem sie hernach auch wie dieMe-lone» in ein anderes Erdreich verpflanzet wer-den können. Ausser diesem wird der Saameninsgemein im April um Gt.Marcus-Tag, wennder Mond etwa» sünff oder sechs Tage alt ist,und bald nach einem Regen gestecket. Weilaber dieser Saamen leicht erfrieret, so muß mandessen bisweilen zwey oder dreymahl stecken,doch das letzte mahl nach Pfingsten, wel-che Spätlinge man alsdenn gegen den Herbstklein zum einmachen gebrauchen kan, Wennsie gar zu dicke stehen, muß man sie behvrig ver-ziehen. So muß auch das Besessen nicht ver-gessen werden, denn das ist ihnen, sonderlich imtrockenen Lande, über die Massen angenehm.Sie pflegen um IohanniS zu blühen, und wer-den sodenn in acht Tagen reiff, worauf man siebald über den andern oder dritten Tag ablie-ser, wenn man sie zum Esse» brauchen will;diejenigen aber, welche zum Saamen liege»bleiben sollen, werden erst im Oktober abge-nommen; Denn der Gurcken Saamen wirdnicht, wie bey den meisten andernKraut-Gar-ten-Gewächsen, von neuem erzeuget, sondernwächset gleich in seiner Frucht, wenn man die-se zu ihrer völligen Zeitigung gelangen lässet.Insgemein nimmt man gleich die schönstenweißlichten, glattesten und längsten, so zueiKkommen, dazu, welche wenn sie am Kraute gantzmürbe, und von der Sonnen gelbe worden, imOctober, ehe die starcken Reiffe kommen, imvollen Monden abgelesen, auf einen Boden indie Lufft, wo der Regen nicht dazu kommen kan,geleger, und wenn es endlich gefrieren will, her-Ii 4 ab