Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
991-992
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9>)r Grind Grind-Wurtz

«e, als ob ihrer fodenn immer mehr und mehrwerden würden,dieselben umzubringen sich einVedencken,wo nicht gar ein Gewissen machen;alleine die Erfahrung hat das Widerspiel ge-lehrct, daß, wenn man eine gute Parthey davon»erbrenner, die andern gewichen, und sich nie-mahlen eine Grille »der Heime wieder sehen,noch hören lassen. Die Feld-Heimen sind de-nen Keckern sehr schädlich, und werden daselb-sten nicht besser, als durch eiiifallends» Frostgetilget- Dieses Ungeziefer soll doch in derArkiiey einige» Nutzen haben, und der davonausgepreßte Gafft die Blödigkeit des Gesichtsbenehmen, welches man an seinen Ort gestel-lt seyn lässet.

Grimmen der Pferde, siehe Darm-Gichtder Pferde.

Grlinmende'wut der Hunde, s. Vvut.

Grind der Daume, siehe Aussay derDaume.

Grind an den Menschen, ist ein unsaubererAuswurssdes Geblüts, so aus einem scharffe»wässerigen saltzigen Wesen entspringet, welchesdurch die ^>aut tleine ^»chlein frist,woraus her-nach eine dünne klebrichreMateriefliesset. Die-ser Zufall beaegnet am meiste» den kleinen Kin-dern au, ihren Kopffen, welche ihnen sodennsehr jucken und übel riechen. Wider diesesUibel ist das sicherste Mittel,das Geblure durchvffreres Purgiren zu reiiligen, und darben derPappeln-Salbe zu gebrauchen- Wenn derGrind grosse Löcher hat, und nicht wohl abhei-len will, so ist dergleichen Uibel das Mittelzwischen der bekannten Krätze und den Frantzo-sen, und Heisset der Erd-Grind-

Grind,an Pferden und Vieh-c. siehe Räu-digketr der Pferde, Ochsen, Schaafe :c.

Grind Rraut, siehe Scabwsen-Rrmit.

Grind ^vury, soiisten auch Menget- oderMenwel-Vvury >vilderoder splyigerMan-golr genannt, ist ein wildes Heil-Kraut, dessenman u>!lerschiedliche Geschlechte hat, von wel-che» iedoch das beste und bekannteste ist dasparkllm foiio ü^urv plüno, Frantzös. p^rienceoder p-lre»c. Diese Grind-Wury dringet run-de, knspffige, hohle und braune Stengel, so ittNeben Kweiglcin, und bisweilen zwey Schuhhoch wachsen. Die Blätter sind hart, ablang,nicht breit, aber oben spitzig,wie die Spieß-Ei-sen. Aufden Gipffeln der Stengel trägt es imIunio viele kleine bleichgelbe Blümlein nebeneinander, wenn diese braun werden, findet manschönen dreyeckigten braune» Saamen, der indünnen Häutlein verschlossen ist, und an sehrkleinen Stielen hänget. Die Wurtze! ist gerad,lang und inwendig gelb. Wächst gerne infeuchtenGärren und Wiesen,auch zuweilen aufvngevaut^n Felöern.Das Kraut und die Wur-zel, welche insonderheit einen herben Geschmackhat, trocknen,reinigen,treibe», mw heilen al-lerley Grind und Räude wo iie IN frischer But-ter und Schweinen Fett gekocht, Lurch ei»Tuch gedruckt, und Schwefel-Blumen darun-ter gerühret, und also die von der Räude an-gegriffenen Glieder Morgens und Abends fieil-

Grinkling Gris ette 95,

sig damit gesalbet werden: sonderlich^,,,man sie vorher» mit warmen Wem, dar,,-,,."ein wenig Alaun, das Weisse vom E»Schwefel gesotten,wohl abgewaschen. Das fri-sche Kraut auf einer warmen Herdstar welck ge-macht,hemach ein wenigm einem warmenWr-

ser«>estvssen,und also auswendig ^ue zehen »der

zwolff Stunden, frisch übergeschlagen, nnwweg allen Brand,Nöthe, Entzündung,deGeschwäre,Zitter Mähler,Blattern,Rause'und dienet auch wider die Bisse gifftizerTbier/

Grinitsch, siehe Ginst.

Griniy, suche Grliiny.

Griiiylims, wird an einigen Orten dekCni-merling oder Gold-Ammer genennet. ZieheEmmerliiig.

Griserre, ist eine Pastete, welche von gedn-tenem und kleingeschnittenem KaltM,Nieren-Stolien, Gewür«, und dergleichen zu-bereitet, gebacken und verkehrt amgesettiMd;Man nennet sie daher eine verkehrte past«,und wird dieselbe also gemacht: Bratet erstlich,nachgeme>nerArt,eineKaIbske»leab,undlHlsie erkalten; hernach lösetmiteinem MessersBraune gantz dünne herunter, das Fleischaberschneidet mir einem Schneidemesser gantz kick,nehmet auch drenViertel-Psund Nieren-Sw!-len, brechet solche aus, damit alle Haut damkomme, schneidet es gleichfalls klein, undlWzusamnien in einen Mörser. Ferner nmffetin Milch eingeweichte und wieder ausgedruckteSemmel, nebst Muscaten-Blüthen MWber dazu, wie auch sechs Eyer-Dottern, Mgantze Eyer, drey bis vier Löffel voll dMRahm, Saltz und Citronen-Schalen, irelcheiihr alles zusammen wohl durch einande! flös-sen müsset. Wenn nun dieses zum Teigeim-d-n, so nehmet eine Casserole, die eine suiweForm hat, bestreichet selbige mit Butter,tw-betaus einem andern mürben Teig zmb'ichckBlat eines starcke» Messerrückens dick aus, Mles in die Casserole, und beleget es inmMgantz und zar, bestreichet es auch über undüber mit einem zerklopfften Ey. NunlWttdas abgestossene aus dem Mvrsrl hcrfur, Mschlaget davon eines kleinen Fingers dick mden Teig, bis daß derselbe damit gänklich um-zogen sey. Hieraus habet in Bereitschaft! ckgutes >il>xvur, füllet daniit das angeschlaßMin eine Casserole halb voll; nehmet alSde»ne>-neft Bogen Papier, beschmieret diese» imtM -ter und zwar eine» so arossen Fleck, als dieWl-ftrvle, darinnen dieGrisette stehet,breit ist,get auf denselben von der gestosscne»eines kleinen Fingers dicke,gleichsam in der Mlicht, a ls wollet ihr einen Deckel auseinePM'te machen, nehmet darnach den Bogen PaMund leger ihn verkehrt in die Casserole,die t'atcl.» das gantze k->l?c>ur bedecke, und es M»Iie» Seiten kan zugekleibet werden- A»Bogen Papier wird sich durch eine darm»gchalreneglüende Schauffei gleich ablöse»/ alwelcher ausser diesem sich schwerlich wurdeziehen lassen. HieraufnehNiet wieder eMvon dem inürben Teig, und ziehet es über ^vorige Blat/ welche« ihr aber erstlich»»» ^