Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
989-990
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98? Gneß-Säll le n Gri llade

wieder; wie er denn durch seinen hellen Ruff,welchen er, sowohl wenn er gesprenget wird,>. als auch be» .einem Jugevvn,icv hören Iaet,^ feine Anrufft gleich zu vernehmen giebt.

Grieß-Säulen, werden^b. lv-Ls-Z-diegrossen eichenen, gemeiniglich nur Lanbwerck' oder Wappen zierlich auszeichnitzten maulen ^. genennet, welche aus Sem Fachbaum o stehen,und den Spann -Rahmen 6 tragen, auch dieSchui'-Brctcr v und Grjeß-Dockcn l-. oderkleine Srieß-Säuicnzwischen sich haben.

Grieß-Stein, ist ein blaugrünlicher wie Un-schlitc anzugreisender Stein, kommt aus In-dien, und treibt den Grieß.' -Grieß-Vvcrck, hcissetman mit einem Wort

> die itzo erzählte Grieß-Säule» mit ihren Do-cken und Svann Rahmen.

Griff,ist eine vollkommene Hand vrll, so vielman nemlich mit allen Finger« einer Hand auseinmahl fassen kun.

Griff, Heisset auch dasjenige Stuck Fett,Talch oder Unschlitt, so inwendig zwiichen bey-den Hinter-Keulen an Rindern, Schweine»und anderm schlachtbaren Vieh zu siken pfle-get.

Griff, bedeutet auch ein plötzlicher und li-stiger Einfall oder Vortel, «in seinen Zweck zuerlang«», wird aber meist von dosen Absichtenund einer Wirckung der Arglist gebrauchet.° Dergleichen Griffe,;. E. Diebes Griffe viel inder Wirtschafft im Schwange gehen, die einHauswirt zu erfahren uns sich dafür vorzusehenhat.

heisset ein Rost-Braten, der vonLbcrbliebenen Gebratens, als Türckischen oderso genannten Trnt-Hähne», Gänsen, Capau-en, Kälber-Vierteln :c. ingleichen vonSchweins-SchopS und Kälber-Füssen, Sci/in-ken und andern Dingen niehr zurechte ge-macht, und hernach fein safftig aus dem Rostegebraten wird. Man zerleget nemlich dasüberbliebeneGebratens, in schöne langeGtück-gen, thut solche in ein Geschirr, sprenget gutenWein darauf, und lasset sie eine Weile lliegen,Hierauf vermischet man geriebene Semmel,mit Jngber und Pfeffer, Muscaten-Blüthe»und Saltz, lässet Butter zergehe», und ziehetdas zerleate Gebratens durch dieselbe, weltzet, die Stücke in der geriebenen Semmel herumund leget eines nach dem andern aus den^

Rost. Wenn es nun bald Anrichten«-Zeit

ist, wird solcher Rost auf ein gelindes Kohl-feuer gesetzet, und diese Speise immer mit But-ter begossen, daß es fein safftig bleibet. Die-' ses lasset sich nun also gebraten anrichten;- oder auch eine Brühe von Sardelle», Schnitt-lauch, Zwiebel», Citronen »nd dergleichen dar-zu machen, doch werden die Sardellen - undCitronen-Bruhen, vor die besten und gcbräuch-,/ lichste» gehalten. Eine cZrillzöe aber vonSchweins-oder andern Füssen zu machen, niüs-' sen erstlich die Fusse sauber gepntzet, einge-

> wassert, und im Wasser mit etwas Saltz zumHeuer gesetzet, hierauf Lorbeer-Blatter, Roß-marien, Thymian, Zwiebeln :c. darzu gewor-fen/ Weiche» Wei» und Eßig »«kWf öegosse,,

Grille

werden, und lässet man sie also gnr kochen?Setzet hernach solche nebst der Brühe an ei-nen kühlen Oit, daß sie erkalten; nimmt siealsdeim heraus, sv werden selbige als euie Gal-lerte sich präsentire». Hierauf thut in.ui ie-den besonders, putzet sie sauber zu, vermischetviel geriebene Semmel mit Nnqber, Pfefferund Cardemomen, lässet ia einer CasservleButter zergehen; ziehet die Schweins.Fussedurch, bcstrcüet jie mit der vermischten Sem-mel, leget solche ordentlich ausemen Rost, b>Ssie alle sind, setzet sie auf ein qclmdes Kohl-feuer , und l-.sset sie braten. Werden sie nunauf einer Ssiren bräanlicht, so verkehret mansolche, und trspj?st braune Butter darauf, abernur Trorsscnweise, sonst gehet die anzestreusteScnimei herunter- Wenn diese nun serrig,denn lassen sie sich anrichte», entweder treckenoder mit einer Brühe; diese darff aber nichtüber die Füsse gehe», sondern sie muß nur i»die Schüssel gegossen, und die Füsse mir Lor-beer-Blättern bestecket, gleichsam als eineGarnitur herum, auf diese aber Cilruie» ge-leget werde».

Grille, Heime, Hcimichen oderHeimliiiA,ist ein kleines fliegendes,schwartzes oderdunckel-braunes Ungeziefer, welches seines springcntmFliegens halber, vor eine Gattung von Heu-schrecken gehalten wird- Es siud derselbenzweyerley: Feld.Grillen und Haus-Grille».Jene halten sich im Feld in dürrer Erde: Diesein Hauser», uno zwar, weil sie die Wärme lie-be», gemeiniglich um die Oefen und Herde auf.Sie vermehren sich ungemei», und sind einemHauswirt »ichr nur mit ihrem verdrüßlichenSingen und Tschirpen, sondern auch dadurchbeschwerlich, daß sie, absonderlich Abends beyangczundetemLichce herum schwärmen,und un-versehens in Essen und Trincken fallen. Mansucht sie/>>f unterschiedliche Arten zu vertrei-be» ; einige nebme» Mohren oder gelbe Rü-ben, wie inan sie sonstennenüct, kochen sie undthun Hrsrmcum oder Hätten-Rauch darein,streichen sie sodenn in die Kiunsen, Rimn oderLocher, darinnen sie stecken, ss sterben sie.Weil aber dieses Mitte! des Giff's halber et-was gefährlich, so nehmen andere cnGebunSErbes-Stroh, und legen solches im Winter indie Stuben, in dieses kriechen sie häusig, undwerden alsdenn aeschwind heraus in die Kälteoder in dcu Schnee geschaffet, da sie bald cr-srieren. Man nimmt auch gekochte Erbsen,wirfft getödtelcsQvccksilber darunter, rührt eswohl durch einander,»»!) streicht es i» dieKIUtt-sen oder Löcher, darinnen sie stecken, so bald siedas gemessen,müssen sie sterben: noch eine» kür-zern Proceß kan man mit ihnen machen, wennmanaiidie Oertcr, wo nian weiß, daß sie sichaufhalte», siedend heisses Wasser giesset,und solches etliche mahl wiederholet, alswordurch sie leichtlich ausgerottet werde».Zwar haben sie, wie heut zu Tage mehrerunnützes Zeug, ebenfalls ihre Freunde undPatrone», welche sich theils an ihrem Gesana,wie manchean dein Geschrey der Frösche ergs-ken, theils aber entweder aus einem ungegrun-deten Aberglauben »der vergeblichen Bcysor-